Die jüngste Entscheidung der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die Schuldenaufnahme zu erhöhen, hat erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte und den Euro gehabt. Am 4. und 5. März 2025 wurde bekannt, dass die Parteien eine Reform der Schuldenbremse und die Schaffung eines 500 Milliarden Euro großen Infrastrukturfonds vereinbart haben, um Verteidigungsausgaben und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Diese Entscheidung führte zu einem Anstieg der Verzinsungen von deutschen und anderen EU-Anleihen sowie zu einer Stärkung des Euro, insbesondere gegenüber dem US-Dollar. Die Frage ist, ob die Stärke des Euro nun nachhaltig ist und ob die neue Schuldenaufnahme den Euro nicht, wie eigentlich erwartet, mittelfristig schwächt.
Nach der Ankündigung stiegen die Renditen deutscher Anleihen erheblich und die Renditen auf 10-jährige deutsche Anleihen verzeichneten ihren größten Tageszuwachs seit März 1990, mit einem Anstieg von 30 Basispunkten. Dies deutet darauf hin, dass der Markt auf die erhöhte Angebotsmenge an Anleihen reagiert, was die Renditen erhöht, um Investoren anzulocken. Auch die Renditen anderer EU-Länder stiegen, was auf die enge Verknüpfung der Finanzmärkte innerhalb der Eurozone hinweist.
Höhere Renditen können ausländische Investoren anziehen, da sie höhere Renditen suchen, was zu Kapitalzuflüssen und einer Stärkung des Euro führen kann. Dies erklärt teilweise, warum der Euro trotz der erhöhten Schulden gestärkt wurde. Innerhalb weniger Tage stieg der Euro von 1,05 USD auf 1,0850 USD.
Der Euro stieg innerhalb weniger Tage von 1,05 USD auf über 1,08 USD und schaut derzeit sogar über das 61,8% Korrekturlevel der gesamten Abwärtsbewegung gegenüber dem US-Dollar im Herbst 2024. Damit sind vorläufig neue Jahrestiefs beim EUR/USD unwahrscheinlich.
Normalerweise könnte man erwarten, dass eine erhöhte Schuldenaufnahme die Währung schwächt, insbesondere wenn der Markt Bedenken hinsichtlich der Rückzahlungsfähigkeit oder der Inflation hat. Allerdings scheint der Markt in diesem Fall die Schulden als positives Signal für das Wirtschaftswachstum zu interpretieren. Die geplante Nutzung der Schulden für Infrastruktur und Verteidigung wird möglicherweise als langfristig wirtschaftlich vorteilhaft angesehen, was das Vertrauen in die Eurozone stärkt.
Ein weiterer Faktor ist, dass der Euro eine wichtige globale Währung ist, deren Wert von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, einschließlich der relativen Stärke der europäischen Wirtschaft im Vergleich zu anderen, wie den USA. Die Entscheidung könnte als Zeichen für eine wirtschaftliche Revitalisierung gesehen werden, was den Euro unterstützt, anstatt ihn zu schwächen.
Es gibt jedoch auch deutliche Risiken. Wenn die Schulden zu einem erheblichen Anstieg des Verschuldungsgrades führen und Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit aufkommen, könnte der Markt das Vertrauen verlieren, was zu einer Schwächung des Euro führen würde. Ebenso könnte eine fehlende Übersetzung der erhöhten Ausgaben in robustes Wirtschaftswachstum den Euro schwächen.
Wirtschaftliche Prognosen deuten auf eine weiter schwache deutsche Wirtschaft hin. Dies könnte die weitere Stärkung des Euro verhindern, erst recht, wenn die Investitionen nicht wie geplant umgesetzt werden. Ein großer Unsicherheitsfaktor sind die Koalitionsverhandlungen, die sich mit SDP oder/und Grüne als schwierig erweisen können. Auch die AfD hat jüngst Friedrich Merz eine Absage erteilt und einige Politiker und Juristen haben bereits angekündigt, gegen die Art und Weise der Neuverschuldung Klage einzureichen. Daher bleiben einige Fragezeichen, ob die Umsetzung der Reformen überhaupt stattfinden kann.
Die Stärkung des Euro nach der Entscheidung zur neuen Schuldenaufnahme ist voraussichtlich nur vorübergehend und hängt von der effektiven Nutzung der Schulden und der fiskalischen Verwaltung ab. Während der Markt derzeit positiv reagiert, gibt es langfristige Risiken, insbesondere im Hinblick auf Inflation und globale wirtschaftliche Bedingungen. Die Forschung legt nahe, dass produktive Investitionen und ein starkes Wirtschaftswachstum die Stärkung nachhaltig machen könnten. Beides bleibt abzuwarten, insbesondere, da die CDU mit linken Parteien wie SPD und Grüne nur schwierig wirtschaftlich freundliche Politik wird umsetzen können.
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