Die Technische Analyse ist nicht nur dafür geeignet, um Wahrscheinlichkeitsaussagen von Aktien, Indizes und anderen liquiden Wertpapieren in kurzen Zeiteinheiten zu treffen, sie eignet sich zusätzlich auch, um einen Status des großen Bildes zu analysieren. In solch einer großen Zeitebene, dem Monats-Chart betrachte ich in diesem Artikel den marktbreiten US-Aktienindex S&P 500.
Im folgenden Chart sind die Jahre 2007 bis 2024 zu sehen und jede Kerze entspricht der Zeiteinheit eines Monats. Links ist die Finanzkrise zu sehen, bei der der Monats-RSI deutlich in den überverkauften – grün gestrichelte Linie unter 30 – Bereich hineinging. Als Folge kam es zu einem langen übergeordneten Aufwärtstrend mit einigen Korrekturen, die hier auf dieser Zeitebene eher klein aussehen. Zum einen 2011 die Eurokrise und 2015 mit der VW- und China-Krise. Anschließend folgten einige scharfe Rücksetzer wie 2018 und vor allem der Corona-Crash 2020. Die daraus entstandene Übertreibung (sowohl Chart als auch RSI unterschritten deutlich das jeweilige untere Bollinger Band) induzierte eine kräftige Aufwärtsbewegung, die erst der Bärenmarkt ab dem Jahreswechsel 2021/2022 korrigierte,
Am Ende des Bärenmarktes im Herbst 2022 hatten erneut sowohl Kurs des S&P500 und RSI das jeweils untere Bollinger Band unterschritten – wenn auch nicht so deutlich, wie beim Corona-Crash – was eine Gegenbewegung nach oben einleitete. Daraus entwickelte sich ein Aufwärtstrend, der bis heute noch Gültigkeit hat. Die Zuordnung der gleitenden Durchschnitte, der Supertrend und der RSI signalisieren ein Long-Setup.
Der RSI erreicht erst gerade den Wert von 70, was als Beginn einer Übertreibung gewertet wird, aber alleine die letzte Fälle in dieser Betrachtung (2023, 2014, 2017, 2021) zeigen, dass eine überkaufte Situation durchaus mehrere Monate andauern kann. Allerdings traten seit 2017 mehrfach bärische Divergenzen des RSI zum Chart auf (S&P 500 erreichte höhere Hochs, RSI generierte zeitgleich niedrigere Hochs) und es ist bis heute offen, ob dieses Technische (Warn-)Signal schon mit dem Bärenmarkt 2022 neutralisiert worden ist. Auf der anderen Seite können Trends sehr lange andauern, bis sie irgendwann gebrochen sind. Daher sind Zielmarken von 6.000 oder gar 7.000 Indexpunkte auf Sicht der nächsten ein bis zwei Jahre durchaus möglich.
Der Bullenmarkt mit einem eindeutigen Aufwärtstrend ist beim S&P 500 intakt und könnte sich in den nächsten Monaten noch weiter fortsetzen. Allerdings ist der aktuelle Aufwärtstrend bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, in dem Rücksetzer und Korrekturen selbst auf dieser hohen Zeitebene sichtbar werden können. Mögliche Zielmarken einer Korrektur wäre das Allzeithoch vom Jahreswechsel 2021/2022 und der SMA20 auf Monatsbasis im Bereich von 4.800 bis 5.000 Indexpunkten. Solange diese Unterstützungszone nicht unterschritten wird, ist der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
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