Technische Analyse

Mehrere deutsche Aktien stehen vor wichtigen Entscheidungen

In den letzten Tagen kam es zu einem deutlichen Abverkauf von Aktien mit modernen technologischen Geschäftsmodellen, während viele Aktien der Old Economy (die häufig zu Value-Aktien gezählt werden) davon weitgehend verschont blieben. Siehe dazu auch: Der Nasdaq 100 befindet sich im Bärenmarkt.

Im Gegenteil konnten einige Aktien aus dem DAX und MDAX sogar eine regelrechte Rally hinlegen. Der DAX konnte in der zurückliegenden Woche sogar knapp ein neues Allzeithoch erreichen, fiel anschließend aber wieder ein gutes Stück zurück. Beim Blick auf das große Chartbild fiel mir auf, dass nun einige Aktien vor wichtigen Marken stehen, die für den weiteren Verlauf entscheidend sein können. Die Betrachtungen in diesem Artikel sind aus längerfristiger Perspektive, also für Aktien-Investoren oder Positionstrader mit längerem Anlagehorizont interessant.

Volkswagen

Schauen wir zunächst auf die Vorzugsaktien von Volkswagen (ISIN: DE0007664039) im Monats-Chart. Jede Kerze bedeutet die Zeiteinheit von einem Monat. Nach einem langfristigem Aufwärtstrend sorgte die Abgas-Affäre im Jahr 2015 für einen drastischen Kursrückgang.

Der Monats-Chart der Volkswagen-Aktie – Erläuterung im Text – Quelle: tradesignalonline.com

In den nachfolgenden Jahren erholte sich die Aktien langsam, erreichte jedoch bei Weitem nicht mehr die Höchststände von Anfang 2015. Bei knapp unter 200 Euro war jeweils Schluss mit Kursanstieg mit nachfolgendem Kursrückgang (mit Pfeilen markiert).

Nach dem Corona-Crash steht der Kurs der Volkswagen-Aktie derzeit erneut knapp unter 200 Euro. Sie hat die vorherigen Hochs auf diesem Niveau sogar schon leicht überschritten. Sollte die Marke von 200 Euro nachhaltig überwunden werden, dann ist der Weg Richtung altes Hoch bei 260 Euro aus technischer Sicht frei. Sollte hingegen dieser Versuch erneut scheitern, dürfte die Aktie von Volkswagen vor dem nächsten Anlauf für einen Ausbruch nach oben erst einmal in eine mehrwöchige (oder sogar mehrmonatige) Korrektur abtauchen.

ThyssenKrupp

Den nächsten Chart betrachten wir erneut auf Monats-Basis. Es liegen schwierige Zeiten hinter dem Traditionsunternehmen ThyssenKrupp (ISIN: DE0007500001) und der Abwärtstrend reichte bis zu einem Kurswert von drei Euro hinab.

Der Monats-Chart der ThyssenKrupp-Aktie – Erläuterung im Text – Quelle: tradesignalonline.com

Als Anfang November 2020 die Meldung über baldige Impfstoffe gegen Covid-19 den Markt erreichten, begann eine starke Rally bei ThyssenKrupp – so wie bei vielen Value- oder Old Economy-Werten. Hintergrund ist der Gedanke, dass damit bald Lockdowns beendet sind, und die Welt wieder in ein Stück mehr Normalität zurückkehrt.

Mit der Vervierfachung des Aktienkurses von November 2020 bis Anfang März 2021 auf 12 Euro wurde „erst“ 38,2% des vorherigen langen Abwärtstrends korrigiert. Das ist ein ziemlich typischer Korrekturwert – neben dem 50%- und 61,8%-Level – eines vorherigen Trends.

Mittlerweile hat die Dynamik der Erholungsrally etwas nachgelassen und bei 14 Euro ist ein etwas stärkerer Widerstand zu erwarten. Das ist auch in der Abbildung unten am abnehmenden Volumen der Aufwärtsbewegung abzulesen.

Jetzt kommt es für ThyssenKrupp darauf an, ob die Aufwärtsbewegung fortgesetzt werden kann. Aus der Sicht der technischen Analysen sollte bald möglichst ein neues Bewegungshoch erzielt werden, was erst über 14 Euro der Fall wäre. Sollte der Kurs der Aktie hingegen hier in diesem Bereich drehen, dann droht der mehrjährige Abwärtstrend wieder aufgenommen zu werden.

BASF

Der Chemieriese BASF (ISIN: DE000BASF111) befand sich bis zum Coronavirus-Crash im März 2020 in einem mehr als zweijährigen Abwärtstrend. Die Erholung ging zunächst nur sehr zögerlich, ab dem November 2020 deutlich vonstatten, wie am folgenden Monats-Chart von BASF zu sehen ist.

Der Monats-Chart der BASF-Aktie – Erläuterung im Text – Quelle: tradesignalonline.com

Über 50% der Abwärtsbewegung wurden hier nun in den letzten über 11 Monaten schon korrigiert. Für einen weiteren Aufwärtstrend müssen hier nun Widerstände bei 72 und 75 Euro überwunden werden. In diesen Bereichen besteht jederzeit das Risiko einer Umkehr der Erholungs-Rally.

Ohne das Erreichen neuer Bewegungshochs über den genannten Marken, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der frühere Abwärtstrend wieder aufgenommen werden wird – mit der Gefahr, dass im weiteren Verlauf auch die Dividendenzahlung gekürzt wird. Erst oberhalb von 78 Euro wäre der Weg Richtung Mehrjahres-Hoch aus dem Jahr 2017 frei. Der Bereich zwischen 72 und 78 Euro sind daher für die weiteren Kursentwicklung der BASF-Aktie essentiell wichtig.

Das waren jetzt drei Aktien, die nach einer längeren Phase des Abwärtstrends eine Erholung vollzogen haben. Auf der anderen Seite, gibt es auch in Deutschland Aktien, die einen längeren Aufwärtstrend hinter sich haben und nun deutlich korrigieren. Drei dieser Aktien sind Infineon, Sartorius und Zalando.

Monatlich aktualisiert: Gewinner-Aktien Aktien von profitablen Wachstums-Unternehmen in einem Aufwärtstrend.

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Zum Weiterlesen:

LarsHattwig

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