Die Indikatoren für Inflation

Nach der Finanzkrise hatten viele Menschen Angst vor Inflation. Grund waren die niedrigen Leitzinsen der größten Notenbanken der Welt sowie ihre weiteren stimulierenden Maßnahmen. Die Furcht vor Inflation führte den Goldpreis in eine Blase als er vorübergehend auf über 1.900 US-Dollar anstieg. 2012, spätestens 2013 wurde den meisten klar, dass nicht Inflation, sondern eher Deflation das größere Problem ist. Wenn die großen Notenbanken dieser Welt die Finanzmärkte bereits seit Jahren mit billigem Geld fluten und dann die offizielle Inflationsrate in der Eurozone sowie in den USA zwischen 0 und plus 1 Prozent schwankt, kann der Inflationsdruck nicht allzu groß sein. Dennoch haben die meisten Leute – gerade auch in Deutschland – Furcht vor einer möglichen Inflation.




An dieser Stelle möchte ich nicht Pro und Contra oder die Auswirkung einer möglichen Inflation besprechen, sondern einige handfeste Indikatoren vorstellen, einem sogenannten Inflationsbarometer, mit denen Sie jederzeit überprüfen können, ob tatsächlich „Inflationsdruck“ herrscht.

Preissteigerungsrate Eurozone / USA

aktueller Consumer Price
Index Eurozone von der EZB
Quelle: http://sdw.ecb.europa.eu

Die einfachste Möglichkeit die aktuelle Entwicklung einer möglichen Inflation zu verfolgen, ist der Verlauf der Preissteigerungsrate. Nach der Erholungsphase der Finanzkrise stieg der Consumer Price Index der Eurozone vorübergehend auf 3 Prozent und ist seitdem permanent gesunken, zuletzt teilweise sogar unter 0 Prozent.

Es lohnt sich auch immer einen Blick auf die Inflationsdaten in den USA zu werfen. Denn in einer globalen Welt können wir uns in Europa nicht vor externen Einflüssen schützen, schon gar nicht vor der noch immer wirtschaftlich stärksten Nation, den Vereinigten Staaten.
Hier die Inflationsdaten aus den USA.

Verbraucherpreisindex Deutschland

Verbraucherpreisindex Deutschland
Quelle: http://de.global-rates.com/

Der langfristige Verbraucherpreisindex von Deutschland zeigt seit fast 20 Jahren einen Seitwärtstrend. Mit größeren Ausschlägen während und kurz nach der Finanzkrise schwankt der Wert um 2%. Zuletzt ist der Verbraucherpreisindex in Deutschland wieder unter 2% gesunken und eine merklich Aufwärtsdynamik ist derzeit nicht zu erkennen.

Umlaufrendite Deutschland

Umlaufrendite Deutschland
Quelle: https://www.comdirect.de/

Die Umlaufrendite ist die mittlere Rendite sämtlicher im Umlauf befindlicher Anleihen bester Bonität (Bundesanleihen) und ist ein Spiegel des Zinsniveaus am Kapitalmarkt. Die Umlaufrendite ist seit 2008 von 4% bis zum Jahr 2012 auf 1% gefallen. Werte unter der aktuellen Inflationsrate sind ein Symptom der finanziellen Repression.

EURIBOR (12 Monate)

EURIBOR (12 Monate)
Quelle: https://www.comdirect.de

Der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz für Termingelder in Euro und ist zudem Verhandlungsbasis von kurzfristigen Krediten. Beim Ausbruch der Finanzkrise lag dieser Wert für 12-monatliche Laufzeiten über 5% und liegt nun Anfang 2013 bei Werten unter 1%.

10-Year Treasury USA

10-Year Treasury USA
Quelle: https://www.comdirect.de/

Schauen wir einmal über den Tellerrand von Deutschland und der Eurozone hinaus. Ein guter Indikator für den Inflationsdruck der westlichen Industriestaaten ist das Zinsniveau 10 jähriger US-Staatsanleihen. Auch hier sieht man sehr schon, dass das Niveau von 2008 bis 2012 deutlich abgesunken ist.

Goldpreis (USD)

Goldpreis in US-Dollar
Quelle: https://www.comdirect.de

Der Goldpreis ist seit der Finanzkrise – wahrscheinlich in Erwartung einer kräftigen Inflation – bis Mitte 2011 deutlich angestiegen. Seit dieser Zeit bewegt sich der Goldpreis eher seitwärts mit einem leichten Abwärtston. Offenbar sind mittlerweile auch die Goldinvestoren nicht mehr so überzeugt, dass eine galoppierende Inflation die größte Gefahr darstellt.

Je mehr Indikatoren des Inflationsbarometers einen Aufwärtstrend aufweisen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zunahme der Inflation. Wenn allerdings die Indikatoren eher seitwärts oder abwärts gerichtet sind, ist eine nachhaltig hohe Inflationsrate kein Thema. Im Gegenteil droht bei fallenden Indikatoren eher Deflation.

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1 Antwort

  1. 16. März 2017

    […] Auf einen Blick – das Inflationsbarometer […]

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