Die Arbeitsmarkttransformation 2026: Zwischen Hoffnung und harter Realität – Artikelserie Teil2
Im ersten Teil der Artikelserie Rückblick 2025/ Ausblick 2026: Wenn KI laufen lernt und Roboter unsere Kollegen hatte ich über die wichtigsten Meilensteine der technologischen Innovationen bei KI und Robotik 2025 berichtet und einen Ausblick auf 2026 gegeben. Im nun folgenden zweiten Teil fällt der Blick auf die Arbeitsmarkttransformation 2026.
KI und Robotik verändern die Arbeitswelt – Ein ehrlicher Blick auf Gewinner und Verlierer
Während Tech-Konzerne und Wirtschaftsinstitute ziemlich optimistisch von „Netto-Jobwachstum“ und „neuen Chancen“ sprechen, zugleich Politiker weitgehend schweigen oder den Fokus auf andere Themen lenken, zeichnet sich für 2026 ein anderes Bild ab: Das Jahr markiert nicht den Beginn, sondern die Beschleunigung einer strukturellen Transformation des Arbeitsmarktes, die Millionen Beschäftigte vor existenzielle Herausforderungen stellt. Die anfängliche Euphorie um künstliche Intelligenz und Robotik weicht zunehmend der Erkenntnis, dass dieser Wandel schneller, härter und ungleicher verläuft als frühere technologische Revolutionen.
Zahlreiche Unternehmer, die die Effizienz bereits erkannt haben, suchen eher nach Möglichkeiten, um den Job-Abbau in der Öffentlichkeit anders zu verkaufen, als dass sie KI als Grund nennen. So wird dann oft von „strukturellen Anpassungen“ gesprochen.
Studien wie die von edX zeigen, dass fast die Hälfte aller CEOs ihre eigene Rolle durch KI bedroht sieht. Während Visionäre wie Elon Musk (Tesla, xAI) prognostizieren, dass KI bis 2026 klüger als jeder Mensch sein wird und Arbeit generell „optional“ macht, sieht Sundar Pichai (Google) das Management sogar als eine der leichter zu automatisierenden Aufgaben an. Dennoch bleibt die menschliche Komponente umstritten: Während Datenanalysen delegierbar sind, gelten Intuition und ethische Verantwortung weiterhin als Alleinstellungsmerkmale menschlicher Führung.
Die harte Realität: Zahlen, die niemand hören will
Globale Dimensionen der Automatisierung
Goldman Sachs warnt vor einer dramatischen Entwicklung: Weltweit könnten bis zu 300 Millionen Vollzeitjobs durch KI ersetzt werden. Zwei Drittel aller Jobs in den USA und Europa sind einem gewissen Grad an KI-Automatisierung ausgesetzt, etwa ein Viertel könnte vollständig von KI übernommen werden. Diese Zahlen sind keine Science-Fiction mehr – sie basieren auf bereits laufenden Pilotprojekten und Unternehmensstrategien.
Eine Umfrage unter 1.000 US-Führungskräften offenbart die konkrete Umsetzung: 29 Prozent der Unternehmen haben bereits 2025 Jobs durch KI ersetzt, und 37 Prozent erwarten, dass sie bis Ende 2026 Arbeitsplätze durch KI substituiert haben werden. In Deutschland setzen laut ifo Institut bereits 40 Prozent der Unternehmen KI ein – 2024 waren es noch 27 Prozent. Diese exponentiell steigende Kurve deutet auf eine beschleunigte Adoption hin.
Der Tech-Sektor als Vorbote
Der Technologiesektor, einst Symbol für unbegrenztes Jobwachstum, erlebt eine dramatische Wende. Mitte 2025 trat der US-Tech-Einstellungsstopp ins dritte Jahr ein. Job-Ausschreibungen für Tech- und Mathematikberufe standen im Juli 2025 36 Prozent unter ihrem Februar-2020-Niveau. Noch alarmierender: Aktive Stellenausschreibungen von Tech-Giganten sind um erschreckende 90 Prozent gegenüber 2022 eingebrochen.
Google, Meta, Amazon und Apple haben gleichzeitig Einstellungsstopps implementiert und halten derzeit nur noch 200 offene Positionen in Indien – eine 98-prozentige Reduzierung gegenüber ihren typischen Einstellungsvolumina. Im Jahr 2025 haben 171 Tech-Unternehmen ungefähr 80.250 Mitarbeiter entlassen, wobei mindestens 126.352 Arbeitnehmer bei US-basierten Tech-Unternehmen in Massenentlassungen ihren Job verloren.
Die besonders gefährdeten Berufsgruppen
Das Ende der Junior-Karriere
Eine der dramatischsten Entwicklungen ist der Kollaps von Einstiegspositionen. Berufseinsteiger in den am stärksten KI-exponierten Jobs haben einen Beschäftigungsrückgang von 13 Prozent erlebt. Einstiegs-Tech-Job-Ausschreibungen sind um 34 Prozent gesunken, während Senior-Rollen „nur“ um 19 Prozent zurückgegangen sind.
Besonders hart trifft es Software-Entwickler: Stellenausschreibungen sind um 49 Prozent unter das Vor-Pandemie-Niveau gefallen. Spezialisierte Entwickler wie Android-, Java-, .Net- und iOS-Entwickler sowie Web-Entwickler verzeichnen Rückgänge von über 60 Prozent. Anthropic-CEO Dario Amodei prognostiziert sogar, dass KI bis 2026 im Wesentlichen den gesamten Code für Software-Ingenieure schreiben könnte. Drei Viertel der Entwickler nutzen bereits KI-Assistenten – die Frage ist, wie lange sie selbst noch gebraucht werden.
Die Konsequenz: Der klassische Karriereweg „vom Junior zum Senior“ bricht weg. Es entsteht ein gefährliches Vakuum beim Nachwuchs, da die Aufgaben, an denen man früher gelernt hat – Dokumentation, Bugfixing, einfache Features – jetzt komplett von KI übernommen werden. Ein erfahrener Senior-Entwickler mit KI-Agenten erledigt heute die Arbeit von drei bis vier Junioren.
Finanzdienstleistungen: Der stille Kahlschlag
Der Finanzsektor bereitet sich auf dramatische Einschnitte vor. Die Zahl der US-Bankangestellten soll bis 2032 um etwa 15 Prozent fallen, da digitales Banking wächst. Führungskräfte von Goldman Sachs, Morgan Stanley und anderen Großbanken erwägen, Einstiegsarbeiten wie Präsentationserstellung und Dateneingabe durch KI-Tools zu ersetzen.
Konkrete Beispiele zeichnen ein düsteres Bild: Allianz kündigte 1.500 bis 1.800 Call-Center-Stellen bis Mitte 2026 an (MarktScreener), die durch KI-Telefonie und Chat-Software ersetzt werden. Goldman Sachs schätzt, dass bis zu 70.000 Backoffice-Stellen in Finanz- und Versicherungsunternehmen allein in den USA 2026 betroffen sein könnten. Schätzungen des Bankenverbands gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Backoffice-Stellen in Banken bis Ende 2026 durch KI-Agenten substituiert oder massiv reduziert werden.
Fertigung und Logistik: Roboter übernehmen
Laut einem Bericht von MIT und Boston University wird KI bis 2026 bis zu zwei Millionen Fertigungsarbeiter ersetzen. Humanoide Roboter und Cobots sind mittlerweile so ausgereift, dass sie erste kommerzielle Einsätze in Fabriken und Lagerhäusern absolvieren.
Die Automatisierung der Kreditprüfung zeigt exemplarisch die Geschwindigkeit: Was früher zehn Sachbearbeiter zwei Tage lang beschäftigt hat, erledigt eine spezialisierte KI in Sekunden – inklusive rechtlicher Prüfung. In Deutschland sollen laut IAB bis zu 120.000 Call-Center- und Kundendialog-Stellen in den kommenden Jahren betroffen sein, mit einer Spitze 2026-27.
Auch durch ein Leak, nicht durch öffentliche Ankündigung, ist im Herbst 2025 die Planung von Amazon nach außen gedrungen, rund 75% der Mitarbeiter durch Roboter zu ersetzen.
Weitere stark betroffene Bereiche
Kundenservice: Klarna kündigte an, KI-Technologie eingesetzt zu haben, die die Arbeit von 700 Kundenservice-Mitarbeitern erledigen kann. Sprach-KIs sind 2026 so empathisch und nuanciert, dass sie vom Menschen kaum unterscheidbar sind. Callcenter schrumpfen massiv auf wenige hochspezialisierte Experten für Eskalationsfälle zusammen.
Telekommunikation: BT plant, bis Ende des Jahrzehnts rund 55.000 Jobs abzubauen und etwa 10.000 dieser Rollen durch künstliche Intelligenz zu ersetzen.
Verwaltung: Lufthansa streicht bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsjobs, erste Tranchen starten 2026 durch Dokumenten-KI und Buchhaltungs-Roboter.
Warum diesmal alles anders ist
Die Geschwindigkeit ist beispiellos
Im Gegensatz zu früheren technologischen Transformationen wie der Automatisierung industrieller Prozesse ist KI relativ einfach zu adoptieren. KI-Arbeiter sind nur Software – man braucht keine teuren physischen Maschinen zu kaufen. Frühere technologische Revolutionen wie Dampfmaschine, Elektrizität oder Computer gaben der Gesellschaft Jahrzehnte Zeit zur Anpassung. KI entwickelt sich in Monaten, nicht in Jahrzehnten.
Die kapitalistischen Anreize
Geoffrey Hinton, der „Godfather of AI“, stellte nüchtern fest: „Wenn man fragt, woher diese Leute die etwa eine Billion Dollar herholen werden, die sie in Rechenzentren und Chips investieren… eine der Hauptquellen wird sein, Menschen KI zu verkaufen, die die Arbeit von Arbeitnehmern viel billiger erledigt.“
Die Billionen-Dollar-Investitionen in KI müssen sich rentieren. Der ROI kommt nicht aus „besserer Arbeit“, sondern aus weniger Arbeitnehmern. OpenAI wird voraussichtlich erst frühestens 2030 profitabel sein und könnte mehr als 207 Milliarden Dollar benötigen, um sein Wachstum zu unterstützen – dieser Druck führt zu aggressiverem Personalabbau.
Die Datenlage spricht gegen Optimismus
Berufe mit höherer KI-Exposition erlebten zwischen 2022 und 2025 größere Arbeitslosenquoten-Anstiege, mit einem Korrelationskoeffizienten von 0,47. Computer- und Mathematikberufe, unter den am stärksten KI-exponierten mit etwa 80 Prozent, sahen einige der steilsten Arbeitslosigkeitsanstiege.
Besonders alarmierend: Branchen mit reichlich Daten erreichen KI-Adoptionsraten von 60 bis 70 Prozent. Software-Entwicklung wird besonders hart getroffen, da GitHub über 420 Millionen Repositories hostet – Millionen von Beispielen, von denen KI lernen kann.
Neue Jobs: Zu wenige, zu spät, falsche Qualifikation
Die Mathematik geht nicht auf
Zwar prognostiziert das World Economic Forum, dass 92 Millionen Jobs bis 2030 verdrängt werden, während 170 Millionen neue entstehen – ein rechnerischer Nettogewinn von 78 Millionen Jobs. Doch diese Projektion ignoriert drei kritische Faktoren:
Erstens die Zeitdimension: Wenn die Hälfte der Bürojobs innerhalb von zwei bis drei Jahren verschwindet, gibt es keine Zeit für Umschulung im großen Maßstab. Kai-Fu Lee bestätigte die Projektion, dass KI bis 2027 50 Prozent der Jobs verdrängen könnte.
Zweitens die Qualifikationslücke: Die 110.000 zusätzlichen IT-Stellen, die für einen 15-Jahres-Horizont prognostiziert werden, decken nicht einmal die oben genannten Verluste. Jobs in Bereichen wie AI Ethics, Prompt-Engineering oder Human-Robot-Supervision sind Wachstumsfelder mit Zehntausenden, nicht Hunderttausenden Plätzen.
Drittens das Mismatch-Problem: Während im Handwerk, in der Pflege und im Bau weiterhin massiver Personalmangel herrscht, passen diese Jobs nicht zu den Qualifikationen bisheriger Büro-Arbeitnehmer. Ein entlassener Banksachbearbeiter wird nicht über Nacht zum Elektriker.
Die entstehenden Berufsbilder
Trotz aller Skepsis entstehen neue Tätigkeitsfelder, die jedoch deutlich kleiner dimensioniert sind als die wegfallenden:
KI-Kernberufe: Machine Learning Engineer, KI-Ingenieur, Data Scientist, Computer Vision Engineer, NLP-Ingenieur, Deep Learning Engineer, KI-Forschungswissenschaftler, KI-Produktmanager und KI-Berater gehören zu den hochpotentiellen Rollen.
Hybrid-Rollen: KI-Automatisierungs-Ingenieure identifizieren Möglichkeiten, Arbeit durch KI-gesteuerte Workflows zu verbessern. Conversational AI Personality Designer gestalten die Stimme, den Ton und die Persona von KI-Chatbots. Synthetic Data Generators erstellen synthetische Datensätze unter Wahrung der Privatsphäre. Algorithm Bias Auditors untersuchen KI-Systeme auf diskriminierende Muster.
Spezialisierte Governance-Rollen: Neue Job-Titel wie Redesign Lead, KI-Ethiker, KI-Sicherheitsanalyst, Agent Orchestra Conductor, Robot-Human-Liaison und Compliance & AI Ethics Officer entstehen.
Freelancing-Boom: In 2025 waren schätzungsweise über 70 Millionen Amerikaner Teil der Gig Economy – etwa 36 Prozent der gesamten Arbeitnehmerschaft. Bis 2027 wird prognostiziert, dass Freelancer 50,9 Prozent der US-Arbeitnehmerschaft ausmachen werden. Das durchschnittliche Jahresgehalt für Freelancer in den USA liegt bei 108.028 Dollar – mehr als das Doppelte des mittleren persönlichen Einkommens.
Doch auch hier gibt es einen Haken: Generative KI-Tools wie ChatGPT haben bereits innerhalb von nur acht Monaten nach ChatGPTs Einführung einen 21-prozentigen Rückgang bei Jobangeboten für automatisierungsanfällige Freelance-Arbeit verursacht, besonders beim Schreiben und Programmieren.
Die Experten schlagen Alarm
Warnungen aus der KI-Elite
Dario Amodei, CEO von Anthropic, warnt vor einem möglichen „White-Collar-Blutbad“: KI könnte 50 Prozent aller Einstiegs-Bürojobs innerhalb der nächsten fünf Jahre eliminieren, was die US-Arbeitslosenquote potenziell auf 10 bis 20 Prozent treiben würde. Er betont, dass viele CEOs sich der kurzfristigen disruptiven Kraft von KI nicht bewusst sind.
Geoffrey Hinton äußerte sich noch deutlicher: „Es scheint sehr wahrscheinlich für eine große Anzahl von Menschen, dass wir massive Arbeitslosigkeit durch KI bekommen werden.“
Senator Mark Warner warnt, dass die Disruption junge Menschen zuerst und am härtesten treffen könnte – potenziell könnte die Arbeitslosigkeit unter frischgebackenen Hochschulabsolventen in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 25 Prozent steigen.
Der Informatikprofessor Roman Yampolskiy prognostiziert sogar, dass künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) bis 2027 entwickelt wird, was zu einem Zusammenbruch des Arbeitsmarktes drei Jahre später führt – mit 99 Prozent Arbeitslosigkeit bis 2030. Diese Prognose ist zwar extrem, zeigt aber die Bandbreite der Befürchtungen in der Expertencommunity.
Was bleibt sicher?
Die KI-resistenten Berufe
Jobs, die am sichersten vor KI und Automatisierung sind, erfordern menschliche Eigenschaften, die ein Roboter nicht replizieren kann: soziale Fähigkeiten, emotionale Intelligenz und zwischenmenschliche Beziehungen. Krankenpfleger werden voraussichtlich am stärksten wachsen, mit einem geschätzten Anstieg von 45,7 Prozent bis 2032.
Handwerk erlebt eine Renaissance: Elektriker, Mechatroniker, Sanitär- und Solar-Monteure sowie Schweiß-Fachkräfte profitieren von Lohnsteigerungen von 8 Prozent und mehr. Menschliche Präsenz, improvisierende Feinmotorik und Sicherheits-Zertifizierung bleiben 2026 unersetzt. Viele US-Bundesstaaten und EU-Länder fördern Lehrgänge mit 100-Prozent-Gebühren-Subvention.
Die sieben neuen Kompetenzlücken
Experten haben sieben neue Kompetenzlücken identifiziert, die Beschäftigten Sicherheit bieten: Prompt Engineering, kulturelle Lokalisierung, interkulturelle Kommunikation und weitere menschliche Fähigkeiten, die KI nicht replizieren kann. 54 Prozent der Freelancer berichten von fortgeschrittenen KI-Fähigkeiten, verglichen mit nur 38 Prozent der Vollzeitbeschäftigten.
Das wichtigste Skill 2026 ist nicht mehr „Programmieren“, sondern „Intent Engineering“ – die Fähigkeit, Absichten klar zu formulieren – und Urteilsvermögen. Während KI die Details liefert, müssen Menschen verstehen, wie Dinge zusammenhängen und Verantwortung für Ergebnisse übernehmen.
2026: Das Jahr der Wahrheit
Warum 2026 der Knackpunkt wird
Mehrere Faktoren machen 2026 zum kritischen Jahr:
Kostensenkungsdruck: Schwache Konjunktur und hohe Zinsen machen KI billiger als Gehaltskürzungen zu kommunizieren. 37 Prozent der US-Firmen planen, bis Ende 2026 Stellen durch KI abzubauen, 58 Prozent halten weitere Entlassungen für wahrscheinlich.
Agent-KI reift: Nicht nur Chat-Funktionen, sondern ganze Workflows laufen 2026 serienreif – Buchung, Audit, Claim-Management. Foundation-Modelle für Code, Text und Recht sind billiger als Junior-Gehälter, mit einem ROI unter sechs Monaten.
EU AI Act: Die vollständige Implementierung zwingt Unternehmen, Dokumentations- und Prüf-Prozesse zu automatisieren, um Compliance-Kosten zu begrenzen.
Technologische Reife: GPT-5, Claude Opus 4.5, Gemini 3 sind erst kürzlich erschienen. Bis sie vollständig in Unternehmensprozesse integriert sind, dauert es Monate – genau diese Integration findet 2026 statt.
Die trügerische Ruhe
2026 könnte ein trügerisches Übergangsjahr sein. Die Technologie ist noch nicht ganz da – aber sie kommt schnell. Rechtliche und regulatorische Verzögerungen sowie gesellschaftlicher Widerstand bremsen Massenentlassungen noch ab. Aber all das verzögert nur das Unvermeidliche.
Die mittlere Prognose von etwa 500 Axios-Lesern sieht die Arbeitslosenquote 2026 auf 5 Prozent ansteigen, mit weiterhin erhöhter Inflation und fortgesetztem BIP-Wachstum – ein Zeichen, dass selbst bei wirtschaftlichem Wachstum Arbeitsplätze verschwinden.
Handlungsoptionen für Betroffene
Für Arbeitnehmer
Lebenslanges Lernen: 70 Prozent der Recruiter priorisieren Skills über Abschlüsse. Duale Ausbildungen plus Tech-Zertifikate sichern schnelleren Job-Entry als reine Uni-Laufbahn.
Hybrid-Kompetenzen aufbauen: Die Zukunft gehört nicht denen, die KI am schnellsten einführen, sondern denen, die am klügsten entscheiden, welche Aufgaben der KI zugewiesen werden und welche den Menschen. Kreativität, Empathie und kritisches Denken bleiben „AI-immune“ Differenzierer.
Frühzeitig umschulen: In AI-Skills investieren oder in Bereiche wechseln, die physisches Geschick in unvorhersehbaren Umgebungen erfordern – Klempner, Pflegekraft, spezialisiertes Handwerk.
Selbstständigkeit erwägen: Die Flucht in die Selbstständigkeit ermöglicht es erfahrenen Fachkräften, als „Solopreneure“ mit KI-Unterstützung Dienstleistungen anzubieten, für die man früher eine ganze Agentur brauchte. Hier gibt es tatsächlich große Chancen derzeit und wer dies früh erkennt, wird zu den ersten gehören. Mehr dazu weiter unten.
Für Unternehmen
In Reskilling investieren: Unternehmen, die in Reskilling-Budgets investieren, gewinnen langfristig. Der Mittelstand hängt bei der Adoption hinterher – ein Wettbewerbsvorteil für Vorreiter.
Verantwortung übernehmen: Agent-KI spart Personalkosten, verlangt aber neue Governance-Rollen. Die Jobs, die entstehen, erfordern oft völlig andere Qualifikationen als die, die wegfallen.
Soziale Verantwortung: Die KI-Dividende – die massiven Gewinne durch Effizienz – landet derzeit primär bei Unternehmen und Aktionären, nicht bei Angestellten. Diese Ungleichheit birgt soziale Risiken.
Fazit: Ehrlichkeit statt Euphorie
2026 ist nicht nur ein „Übergangsjahr“, sondern der Beginn der beschleunigten Phase einer fundamentalen Arbeitsmarkttransformation. Massenarbeitslosigkeit entsteht schleichend, aber sichtbar: zuerst Stellenstreichung, dann Einstellungsstopp, dann strukturelle Arbeitslosigkeit qualifizierter Bürokräfte.
Die Transformation ist keine Null-Summen-Rechnung, sondern eine fundamentale Neuordnung: Routinearbeiten verschwinden, während Jobs entstehen, die KI-Kompetenz mit einzigartig menschlichen Fähigkeiten verbinden. Doch die Geschwindigkeit dieser Veränderung und die Qualifikationslücke zwischen wegfallenden und entstehenden Jobs sind das größte soziale Risiko.
Die Apokalypse kommt nicht mit einem Knall, sondern mit einem Stapel Kündigungs-Schreiben – und 2026 ist das Jahr, in dem sie nicht mehr übersehbar ist. Erfolg erfordert lebenslanges Lernen, Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, sich neu zu erfinden. Die Politik ist gefordert: Aufstockung von Kurzarbeit, Weiterbildungsgeld und möglicherweise bedingungslose Grundeinkommens-Modelle werden 2026 ernsthaft diskutiert werden müssen, sonst droht soziale Fragmentierung.
Die zentrale Botschaft bleibt: KI wird Jobs ersetzen – das ist unvermeidlich. Aber ob sie auch bessere Jobs schafft und wer davon profitiert, hängt von Entscheidungen ab, die wir heute treffen.
Die KI-Revolution meistern statt ihr zum Opfer fallen
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Modul 14 zeigt, wie KI-Tools dein Vermögensportfolio optimieren und Trading-Strategien entwickeln – ohne teure Vermögensverwalter.
Modul 15 begleitet dich beim beruflichen Neustart in der digitalen Ära: Von KI-Grundlagen über No-Code-Plattformen bis zur Solo-Selbständigkeit – speziell für Menschen 40+, die sich neu erfinden wollen.
Modul 16 automatisiert dein Portfolio-Monitoring komplett: Wöchentliche Reports, intelligente Frühwarnsysteme und Monte-Carlo-Stresstests ersetzen das Family-Office.
Im neu gestarteten Modul 17 erlernst du den Umgang mit KI-Agenten, die in 2026 die Automatisierung von Jobs noch weiter beschleunigen. KI-Agenten ermöglichen es nicht nur, sein Trading oder die Geldanlage zum großen Teil 24/7 zu automatisieren, sondern öffnen Selbständigen vielfältige Möglichkeiten mit mehreren KI-Agenten ein eigenes Unternehmen aufzubauen und zu führen. Mehr dazu in der Passiver Geldfluss Academy . Diese vier Module machen dich vom Betroffenen zum Gewinner der KI-Revolution – sowohl beruflich als auch finanziell.
Nach dem ersten Teil „Rückblick 2025/ Ausblick 2026: Wenn KI laufen lernt und Roboter unsere Kollegen werden“ Das war der zweite Teil der Artikelserie Die Arbeitsmarkttransformation 2026. Im dritten Teil liegt der Fokus auf die technischen Änderungen bzw. neue effiziente Möglichkeiten, die auf Trader und Geldanleger zukommen und natürlich werfe ich noch einen Blick auf aussichtsreiche Branchen, die von KI und Robotik profitieren.
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