Warum meiden so viele Menschen in Deutschland Aktien?

Seit der Finanzkrise befinden wir uns nun im neunten Jahr einer Aktienhausse. Trotz zwischenzeitlicher Korrekturen oder Crashphasen konnte global betrachtet in den letzten 130 Jahren eine mittlere jährliche Rendite von 8% mit Aktien erzielt werden. Dennoch geht diese Form der Geldanlage an einen großen Anteil unserer Gesellschaft ungenutzt vorüber. Die Daten von Statista zeigen keinen Trend zu einer höheren Aktienquote in Deutschland. Berücksichtigt man jetzt noch zu den in der Statistik gezeigten Aktien und Aktienfonds zusätzlich andere Investmentinstrumente wie Mischfonds, haben lediglich 15% aller Deutschen Aktien im Depot, Tendenz etwa gleichbleibend. Was sind mögliche Gründe für das konsequente Vermeiden des Kapitalmarktes?

Der Welt-Aktien-Index MSCI ACWI in Euro im 15-Jahreszeitraum Juni 2002 bis Juni 2017 – Quelle: https://www.msci.com/indexes

Kurzfristige Ergebnisse sind wichtiger als langfristiges Denken

Erst kürzlich ist mir ein Bericht über eine Studie in die Hände gekommen, dass junge Menschen deutlich häufiger eine kleinere sofortige Belohnung einer größeren zu einem späteren Zeitpunkt bevorzugen. Getestet wurde mit Geld. Erst im Laufe des Erwachsenenalters lasse der Drang nach sofortiger Belohnung nach und immer mehr setze sich eine rationale Denkweise durch. Das ist mit ein Grund warum Aktien als Geldanlage mit einem langfristigen Erfolg weniger sexy sind als kurzfristige Spekulationen mit Aktien. Das große Interesse für Trading ist auch an den zahlreichen Angeboten von Tradingplattformen zu sehen.

Noch mehr Sex-Appeal haben derzeit sogenannte RevShare-Programme und seit neuestem Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. Denn hier winkt jeweils  schon kurzzeitig das schnelle Geld und das gleichzeitig enorme Risiko wird kurzerhand ausgeblendet.




Politik hat andere Interessen

Zum Glück kann jeder frei entscheiden und eigene Wege gehen. Dennoch hat die Politik einen großen Einfluss auf weite Teile der Bevölkerung. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ein Großteil der Politiker in punkto Geldanlage inkompetent ist oder ob dahinter wirklich Kalkül steckt. Warum sträubt sich die Politik zum Beispiel die kapitalgedeckte Altersvorsorge stärker zu fördern, wenn bereits seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts klar geworden ist, dass das Umlageverfahren mit dem derzeitigen und zukünftigen demographischen Wandel an seine Grenzen stößt? Stattdessen werden wie aktuell von der SPD Rentenpläne bis 2030 vorgestellt, die durch Steuerzahlungen subventioniert werden sollen und gerade dann enden – nämlich 2030 – wenn es aus demographischer Sicht erst wirklich spannend wird. Nach dem Motto: Erst die nächste Wahl angehen und nach mir die Sintflut.

Andere Länder haben hingegen bereits ein kapitalgedecktes Altersvorsorgesystem aufgebaut, wie zum Beispiel die Schweiz, Großbritannien und die Niederlande. In Deutschland werden Gelder für die private Altersvorsorge hingegen im größeren Stil in Staatsanleihen und Pfandbriefe angelegt. Hier ist nicht nur die Rendite bescheiden, sondern sie dient vor allem der Staats- und Bankenfinanzierung.

Die meisten Deutschen beachten den Aktienmarkt überhaupt nicht oder beobachten ihn lediglich teilnahmslos.

Beim Geld werden andere Prioritäten gesetzt

Eines der häufigsten Argumente, welches ich höre: „Die Leute hätten heute kein Geld mehr, um es anzulegen.“ und „Aktien seien nur etwas für reiche Menschen“. Dazu einmal folgende Statistiken

Das waren jetzt nur vier Punkte, bei denen klar wird, das Geld ist vorhanden, es wird nur anders verwendet. Es gibt noch viel mehr: Warum halten sich Geringverdiener größere oder mehrere Haustiere? Warum hat fast jeder dritte Konsumschulden? Aus welchem Grund benötigen so viele Menschen Status Symbole, wie teure Autos oder ausschließlich Markenartikel bei Kleidung? Usw. Darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben.

Spätestens wer den Artikel:Warum der Vermögensaufbau bereits mit einem Euro pro Tag möglich istgelesen hat, kann in den allermeisten Fällen das Argument zu wenig Geld zu haben nicht mehr vorbringen.

Zu wenig oder falsches Wissen

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, die zwar Ersparnisse oder ordentliche Einkünfte haben, aber ihr Geld nicht in Aktien investieren, ist der Grund oft mangelndes Wissen. Entweder einfach Unkenntnis, manchmal haben sich hartnäckig einige Mythen festgesetzt. Beispielsweise, dass man erst reich sein müssen, um Aktien zu nutzen oder sich darum jeden Tag zu kümmern. Oder es sind Ängste vor den Kursschwankungen und mögliche externe Risiken, über die jeden Abend fleißig in den Haupt-Nachrichten berichtet werden, warum nicht am Kapitalmarkt investiert wird.

Falls Sie sich jetzt in diesem Abschnitt angesprochen fühlen, dann habe ich eine gute Nachricht.

Im eBook 10 geheime Gründe warum Aktien Deine Freunde sind, räume ich mit den wichtigsten Mythen und dem meisten Halbwissen auf. Anschließend folgt ein fünftägiger E-Mail-Kurs, wie Sie die ersten Schritte an der Börse gehen können. Sowohl das eBook als auch den E-Mail-Kurs können Sie hier kostenlos bekommen.
Es ist wirklich für Einsteiger, wer sich bereits eine Weile mit der Börse beschäftigt hat, wird hier vieles schon kennen.

Fazit

Als jemand, der bereits seit etlichen Jahren vom Aktienmarkt profitiert, einerseits durch regelmäßige Dividendenzahlungen und ein gleichzeitig immer mehr anwachsendes Vermögen, ist es kaum vorstellbar, warum nur so wenige Menschen den Kapitalmarkt nutzen. Weil ich selbst die Erfolge in meinem Depot und auf meinem Konto sehe, ist es mir ein echtes Bedürfnis Erfahrung, Wissen und Einstiegshilfen für die 85% anderen in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Sei es in Form dieses Artikels oder des ebenfalls kostenlosen eBooks bzw. E-Mail-Kurs.

Falls Sie schon ebenfalls von der Börse profitieren konnten und Menschen kennen, die noch keine Aktien nutzen, dann zeigen Sie denen gerne diesen Artikel. Denn wer den Aktienmarkt langfristig nutzt, baut systematisch seinen eigenen finanziellen Wohlstand auf.

  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
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Falls Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantworten konnten, tragen Sie sich rechts oben in den kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein. Holen Sie sich mit der Anmeldung in den Newsletter zusätzlich das gratis eBook „Wie nahe sind Sie bereits Ihrer finanziellen Unabhängigkeit?“

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13 Antworten

  1. DocSchneider sagt:

    Aus meiner Sicht hat der damalige Börsengang der Deutschen Telekom dem Aktienimage sehr geschadet. Damals wurde in einer riesigen Werbekampagne die Telekom-Aktie als „Volks-Aktie“ angepriesen und es haben tatsächlich sehr viele Menschen ohne jedwede Wertpapiererfahrung zum ersten Mal in ihrem Leben eine Aktie gekauft.
    Leider ist, wie wir im Nachhinein wissen die Sache für ebenfalls die meisten Käufer nicht gut ausgegangen. Daran erinnern sich noch immer sehr viele und seitdem sind in der breiten Masse der Bevölkerung Aktien eine Art Teufelszeug. Dieses Halbwissen wurde natürlich auch an die nächste Generation weitergegeben. Mein eigener Vater ist immer noch strikt gegen Aktien und schüttelt mit dem Kopf wenn ich ihm erzähle dass ich mein Geld seit 20 Jahren in Aktien anlege. Alle Argumente die ich als Beweis anbringen kann wie teils gigantische Wertsteigerungen (einige Titel in meinem Depot haben alleine ihren Kurswert verfünffacht, Dividenden noch nicht einmal mitgerechnet) sind absolut nutzlos.

    • LarsHattwig sagt:

      Vielen Dank für den ergänzenden Erfahrungsbericht.
      Ich hatte den Punkt Dotcom-Blase nicht mehr mit aufgenommen, da ich den Eindruck hatte, dass diese Altlast mittlerweile erledigt sei. Zu mir kommen häufiger Blog-Leser, die sich damals die Finger verbrannt haben und nun einen Neuanfang wagen möchten.
      Aber offenbar sitzt diese Enttäuschung von damals bei einigen noch tief drin.

      Und natürlich Glückwunsch zu diesen guten Ergebnissen bei den Aktieninvestments 🙂

  2. Hallo Lars,

    guter Artikel, tx for sharing… ich sehe das sehr ähnlich. Ein weiterer Punkt ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass Wissen über die Wirtschaft, über Vermögensbildung, Anlageklassen etc etc. so gut wie gar nicht in unserem Bildungssystem vermittelt wird. Wenn dann aus dem Elternhaus keine Unterstützung kommt bzw ein Vorbild besteht, finden wenige den Weg als Investoren an die Märkte.

    Die Medien verbreiten auch ein Bild von Aktien und der Börse was auf Schlagzeilen ausgerichtet ist und so das „Spekulanten“ Image fördert. Ein Bild von nachhaltigem Investieren wird kaum gezeichnet.

    Abschließend fällt mir noch die „Neid-Gesellschaft“, die hier in Deutschland ein viel größerer Faktor ist als zB in den USA. Dort wird Erfolg als etwas positives gesehen, dem es nachzueifern gilt. Allerdings möchte ich hier nicht verallgemeinern, sondern nur Tendenzen aufzeigen, die meines Erachtens bestehen.

    Grüße
    DividendSolutions

    • LarsHattwig sagt:

      Ja prima, gute Ergänzungen. Eine gewisse Neid-Kultur ist in Deutschland auf jeden Fall vertreten. Und auch im Elternhaus sowie an der Schule findet leider kaum bis gar keine finanzielle Bildung statt. Vor allem letzteres prägt die jungen Leute bis weit ins ihr Erwachsenenleben.

  3. Manfred sagt:

    Nunja viele die ich kenne, haben sich schon mal die Finger verbrannt und seitdem sind die Beratungsresistent. Wie oben beschrieben, Neuer Markt Blase. Ein Bekannter von mir war gar einer der die Telekomaktie noch bei 100 Euro, per Kredit nachgekauft hat….. Wieder andere hatten einen Aktienfond und während der Krise 2008/2009 hatten sie vor lauter Panikmache der Medien, den Fond mit einem Beträchtlichen Verlust verkauft.
    Wobei ich mit meinen „langweiligen“ Dividenden Titeln Kursrutscher nicht die Bohne interessieren. Vielleicht bin ich manchmal zu nachlässig, den ich schau den Kurs meiner Aktien nur alle paar Monate mal an. Was ich hingegen öfters überprüfe sind die Dividenden-Zahlungen.
    Aber ob die Dividenden Taktik quasi die optimal Lösung für alle Zeit ist, kann aber niemand sagen.

    Nochmal danke für diesen Blog, den von den Dividenden-Aristokraten hab ich mir auch schon drei Perlen rausgepickt, auf die ich so, nie gekommen wäre.

    • LarsHattwig sagt:

      Ok, da wurden also fundamentale Fehler gemacht und anschließend wollen sie nicht aus ihren Fehlern lernen. Ja, das stimmt, das ist mir auch schon begegnet.

  4. kaunlaran sagt:

    Wenn ich mit Bekannten rede, die sich aufgrund ihres Einkommens durchaus ein Aktieninvestment leisten könnten, stelle ich fest, daß diese keine „Verlusttoleranz“ haben. Wenn sie 100 € sparen, wollen sie auch morgen, übermorgen und jederzeit auf 100 € (ggfs. mit Zinsen) zurückgreifen können. Sie wissen, das Aktien (oder Gold) schwanken und damit fallen sofort alle Klappen runter. Sie schalten ab, wollen sich nicht damit beschäftigen.
    Stattdessen bringen sie ihr Geld zu Bank oder ins Schließfach, obwohl sie wissen, daß die Inflation daran nagt.
    Aktien – nein danke! Das kann man auch nicht ändern.

    • LarsHattwig sagt:

      Die tägliche, stündliche und minütliche Kursstellung ist für viele offenbar nicht gut geeignet. Wenn sie trotz Aufklärung partout keine temporären Verluste akzeptieren, dann wird es natürlich schwer.

      Man stelle sich nur vor, eine Immobilie würde täglich gehandelt und der Preis reagiert bei jeglichen auch nur in Erwägung gezogenen Infrastrukturänderungen oder Gesetzesänderungen seitens der Politik. Da würde so mancher Hausbesitzer weniger ruhig schlafen.

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