Ab welchem Vermögen sind Aktien die bessere Wahl gegenüber Aktien-ETFs?

In diesem Artikel besprechen wir die Frage, ab welcher Höhe des verfügbaren Anlage-Volumens einzelne Aktien gegenüber Aktien-ETFs die bessere Wahl sind. Denn bei einem ETF fallen jährliche Gebühren an, wenn sie auch relativ gering sind. Ausdrücklich nicht gemeint sind Gebühren für Transaktionen, da diese für ein langfristiges Investment kaum eine Rolle spielen. Wie so oft hat auch diese Frage ihre Berechtigung und ist daher nicht mit einer klaren Aussage zu beantworten. Denn neben der reinen Kostenbetrachtung spielen auch andere Faktoren einen Rolle.

Aktien-ETFs kosten gegenüber Aktien Gebühren

Beginnen wir mit einer Gegenüberstellung der jährlichen Kosten (TER Total Expense Ratio) bei verschiedenen Anlagevolumina. Hier habe ich drei Klassen definiert. Einmal einen aktiv gemanagten Fonds mit einer jährlichen Gebühr von 1,5%, was schon ein eher günstiger Wert ist, da hier häufig auch 2% anzutreffen sind. Dann noch zwei ETF-Klassen. Wobei der höhere Wert entweder für ETFs in kleineren Märkten oder für eine besonderes Strategie steht. Der niedrigere Wert ist oft für reine ETFs auf Standard-Aktien-Indizes anzutreffen. Wobei es auch hier Abweichungen gibt. Einen ETF auf den S&P 500 gibt es bereits für eine TER von unter 0,1%

Höhe der jährlichen Gebühren bei ETFs und Fonds in Abhängigkeit der Investitionssumme.

Höhe der jährlichen Gebühren bei ETFs und Fonds in Abhängigkeit der Investitionssumme.

Bei kleinen Anlagevolumen sind sowohl die absoluten Zahlen als auch Unterschiede nominal gesehen noch überschaubar. Wenn ein aktiv gemanagter Fonds 150 Euro pro Jahr (also 12,50 Euro pro Monat) erhält und ein günstiger ETF umgerechnet eine Tasse Kaffee pro Monat an Gebühren kostet, mag ein Anleger noch eher darüber schmunzeln. Reicht das Anlagevolumen tief in den sechsstelligen Bereich hinein, kostet dies einen Anleger jedoch schon mal 100 bis 200 Euro monatlich. Das aktive Fondsmangement erhält jetzt durchaus auch über 500 Euro pro Monat. Ist die Millionengrenze überschritten, kostet der Fonds deutlich über 1.000 Euro monatlich, beim ETF bleibt der Investor noch unter 500 Euro pro Monat an reinen Gebühren.

Hier lohnt es sich auf jeden Fall genauer hinzuschauen, ob der Fondsmanager seine mehrere hundert Euro pro Monat an Kosten wirklich wert ist. In den Artikeln „Performance-Vergleich einiger globaler Dividenden-Fonds“ und in allgemeinerer Form mit längeren Zeiträumen „Langjähriger Vergleich Aktienfonds zum jeweiligen Vergleichsindex“ haben wir über die Performance von aktiv gemanagten Fonds gesprochen.

Eines gilt jedoch in jedem Fall: Bei Einzel-Aktien fallen keine jährlichen Gebühren an – unabhängig ob das Vermögen 10.000 oder 10 Millionen Euro beträgt.

Bis zu welchem Vermögen sind die Gebühren für ETFs noch vertretbar?

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Ab wann lohnt es sich lieber Einzel-Aktien statt Aktien-ETFs zu nutzen?
Natürlich möchte niemand zu viel oder unnötig Geld bezahlen. Daher sollten Sie sich als Anleger die Frage stellen, wie viel Geld es Ihnen wert ist, sich Arbeit und damit Zeit zu sparen, um ein Portfolio aus Einzel-Aktien zu betreuen. Ein Depot mit Aktien-ETFs im Wert von einer Million Euro schwankt bereits an einem einzigen Tag häufig in der Höhe der jährlichen Gebühren von 2.000 Euro. 2.000 Euro pro Jahr für die Ersparnis der Zeit, in der sich ein Millionär nach anderen Einnahmen umschauen kann, sind aus dieser Sicht betrachtet die berühmten Peanuts. Erst wenn das in Aktien-ETFs angelegte Kapital mehrere Millionen Euro erreicht, macht es aus Kostensicht immer mehr Sinn über Alternativen nachzudenken. Vielleicht stört es selbst einen zehnfachen Millionär doch irgendwann, wenn ihm klar wird, 20.000 bis 50.000 Euro Gebühren pro Jahr für ETFs auszugeben.

Ob Fonds/ETFs oder einzelne Investments die bessere Wahl sind, hängt auch vom Anleger selbst ab.

Ob Fonds/ETFs oder einzelne Investments die bessere Wahl sind, hängt auch vom Anleger selbst ab.

Was gibt es sonst noch Punkte, die bei der Überlegung Einzel-Aktien oder Aktien-ETFs berücksichtigt werden sollten? 

  • Die Beschäftigung mit einzelnen Aktien erfordert Zeit und noch mehr als bei einem ETF ein System für den Kauf und Verkauf. Untersuchungen haben gezeigt, dass für eine ausreichende Diversifikation mindestens 20 Aktien aus verschiedenen Regionen und Branchen notwendig sind. Einer der häufigsten Gründe, warum ein Privatanleger nicht die durchschnittliche Marktrendite erzielt, ist das Fehlen eines Systems. So bleiben Aktien mit einem starken Kursverlust unbegründet lange im Depot. Selbst ein mittelmäßiges System ist immer noch erheblich besser als gar kein System anzuwenden. Das ist auch einer der Gründe, warum der Onlinekurs Aktien-Akademie entstanden ist. Dort ist genau erklärt, wie ein Anleger ein Depot aus Einzel-Aktien erfolgreich managen kann.
  • Grundsätzlich kostet das Halten von Aktien nach dessen Erwerb keinen Cent mehr – ein irgendwie gestaltetes heute übliches gratis Depot vorausgesetzt. Allerdings wird man mit dem eben angesprochenen System häufiger Aktien kaufen und verkaufen als Aktien-ETFs. Hier gilt es eine Abschätzung der auftretenden Kosten pro Jahr den Gebühren für ETFs gegenüberzustellen.
  • Bei einem Aktien-ETF besteht immer auch eine gewisse Abhängigkeit vom Fonds-Anbieter. Passend dazu meine Antworten auf zwei Fragen von Bloglesern auf dem YouTube Kanal von Passiver Geldfluss.

 

Wie sieht es bei Ihnen aus? Spielen bei Ihnen die Kosten eine Rolle bei Ihrer Entscheidung ob ETFs oder Einzel-Aktien?




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25 Antworten

  1. Conrad sagt:

    Es wird immer als Nachteil dargestellt, wenn ein Anleger nicht mit 20 Unternehmen diversifiziert. Natürlich kann das der größte Nachteil sein, es ist jedoch gleichzeitig auch der größte Vorteil. Denn mit breiter Diversifikation, ist eine deutliche mehr Rendite nicht mehr möglich. Wenn man sich einmal ernsthaft in das Thema der Unternehmensentwicklungen eingearbeitet hat (ca. 2 Wochen lang), ist auch kein häufiger Zeitaufwand mehr nötig, gleichzeitig aber Renditen von 20% p.A. möglich. Wissen, welches man einmal hat, kann man ohne großen Zeitaufwand immer anwenden – man muss es nur einmal erlernen, nicht jedes Jahr erneut. So reichen nach dem Einarbeiten 2-3 Stunden pro Halbjahr für solche Renditen aus- und die 2-3 Stunden gebe ich 2 mal im Jahr gerne her, um mehr als das doppelte zu erreichen. Allein die Zeit in der Sie diesen Artikel verfasst haben, wird mehr Aufwand gewesen sein.

    • ChrisS sagt:

      In dem Artikel wurden wohl hauptsächlich Kosten-Gesichtspunkte behandelt, nicht unbedingt ob/wie es mit Einzelaktien ja auch tolle Renditen geben kann. Das ist dann wieder ein etwas anderes Thema.

      Ob man nun mindestens 20 Aktien für „ausreichende Divesifikation“ braucht (oder mehr, oder weniger) ist eigentlich jedem selbst überlassen. Bei Diversifikation geht es vielmehr darum, dass man sein Risiko möglichst weit streut, weil man selbst nicht auswählen will oder kann, welche der tausenden Aktien da draussen nun kurz- und langfristig die „richtigen“ für einen sind. Das finde ich auch nicht schlimm, dass sich manche Leute eben nur bequem mit der Durchschnittsmarktperformance zufriedengeben. Lieber so als überhaupt garnicht erst mit der Börse anfangen.
      Auch finde ich es ebenso nicht schlimm, wenn jemand anderes nun konzentriert auf ein paar wenige Einzelaktien setzt. Wenn er davon überzeugt ist (und es auch finanziell ertragen kann, falls er sich doch mal „geirrt“ haben solte), ist das seine Sache, und jeder ist für sein Geld ja selbst verantwortlich.
      Da gibt es nicht unbedingt ein pauschales richtig-oder-falsch bzw entweder-oder was einfach so für Alle gilt, sondern das ist immer individuelle Typsache.

      Dass man am besten für seine Einzelaktien dann auch ein systematisches Vorgehen haben sollte (im Ggs zu zB spontanen Bauchgefühlen oder „heißen Tips“) ist sehr gut, genauso wie auch die Anwendung des Systems nach etwas Einarbeitung nicht so aufwändig ist wie am Anfang.

      „…gleichzeitig aber Renditen von 20% p.A. möglich. “

      Gut dass du ein einfacher Privatmann bist, der nichts zu verkaufen und zu beweisen hat, da kann man solche Behauptungen einfach mal so in den Raum werfen – bei einer Fondsgesellschaft hätte die Rechtsabteilung schon längst der Marketingabteilung auf die Finger gekloppt bei so einem Satz, weil die sich dadurch angreifbar machen und die Kunden klagen würden wenn in der Praxis für die Zukunft solche 20% Renditen eben doch nicht so einfach immer und garantiert möglich sind 😉

      Ist keine Kritik, hat mich nur amüsiert 😀

    • LarsHattwig sagt:

      Wer tatsächlich einen Wissensvorsprung gegenüber der Masse hat, weil er z.B. frühzeitig erfährt, ob sich die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens verändert, bevor dies allgemein zugänglich in den Fundamentaldaten abzulesen ist, kann auch ein konzentriertes Portfolio führen. Dieses Privileg genießen die meisten Privatanleger nicht, daher der Vorschlag zu diversifizieren.

      Bei außerbörslichen Unternehmen sind mir tatsächlich schon – regelmäßige – Renditen von 20% p.a. vorgekommen. Dazu muss man sich aber sehr gut auskennen und gerade vor dem Kauf muss man sich nach meiner Erfahrung inhaltlich, aber auch formal eher einige Wochen als nur Stunden mit dem Unternehmen beschäftigen.

  2. Bart S. sagt:

    Die Kostensituation bei Fonds hat sich in den letzten Jahren etwas verbessert, seit manche Fondsvermittler ihren Kunden die Kickbacks (Provisionen) erstatten.

    • ChrisS sagt:

      Ja, man kann bei Fonds auch, wenn man verschiedene Maklerdienste nutzt, auch Abschläge bekommen (zB kein Ausgabeaufschlag, Rückvergütungen). Senkt die Kosten vllt etwas, ändert aber unter Umständen trotzdem nichts am grundsätzlichen Problem, dass die Masse der Fonds im langfristigen Vergleich den Benchmarks hinterherhinkt.
      Ausreißer gibts immer wieder, leider wechseln sich die aber mit der Zeit auch ab.

      Vielleicht sinken die Kosten bei aktiven Fonds ja auch eher hpts deswegen, weil die Branche langsam gemerkt hat wieviele ihrer Schäfchen mittlerweile zu den günstigeren ETFs überlaufen 😀

  3. ChrisS sagt:

    Hallo Lars,

    „Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Ab wann lohnt es sich lieber Einzel-Aktien statt Aktien-ETFs zu nutzen?“

    Irgendwie irritiert mich dieser Satz ein bischen. Die Frage Aktien oder ETFs ist ja nicht allein nur von den Kosten, bzw. dem Depotvolumen abhängig. Sondern viel mehr von der überhaupt dahinterstehenden Strategie!
    Man kann auch mit Millionenbeträgen immer noch einfach in ETFs anlegen, wenn es eben zur Strategie passt. Ansonsten klingt das ja fast schon so, man „muss“ ab einem gewissen Vermögen in Einzelaktien investieren^^
    (ich weiß so hast du’s nicht gemeint). Wenn ich kein System und keinen Plan für die Umsetzung einer Einzelaktien-Strategie habe, sollte ich sie eben auch nicht tun, egal wieviel/wie wenig Geld ich hab. Steht ja auch irgendwie so schon im Rest deines Artikels, ich wollte nur nochmal deutlich drauf hinweisen 🙂

    • LarsHattwig sagt:

      Von professionellen Marktteilnehmern habe ich „Grenzbereiche“ von 250.000 bis 500.000 Euro gehört. Darüber sei eine Anlage in Aktien aus Kostengründen sinnvoller.
      Gut, die Zahlen habe ich hier ja genannt, aber wie Du richtigerweise sagst, hängt die Entscheidung auch von anderen Umständen ab. Wenn jemand keine Zeit hat und kein System für ein Portfolio aus Einzel-Aktien hat, sollte die Investition in Einzel-Aktien gut überdenken.

  4. Michl sagt:

    Ich zähle zu den vom Schicksal begünstigen Menschen und habe mir ein verfügbares Vermögen von 20 Mio. Euro erarbeitet. Hiervon sind ca. 4 Mio. in Gold und Silber und der Rest in Aktien. Den Aktienanteil habe ich ungefähr gleich aufgeteilt in gemanagte Fonds, Aktien-ETFs und Qualitätsaktien.
    Bei meinen gelegentlichen „Trades“ fiel mir auf, dass der Markt bei ETFs teilweise sehr gering ist. So lassen sich selbst Verkäufe von wenigen Tausend Euro nicht durchführen da die Käufer fehlen. Diese Probleme habe ich bei Qualitätsaktien und gemanagten Fonds (Depot bei ebase über Discounter (AAV) der auch die „Bestandsprovision“ erstattet) nicht. Das trübt meine grundsätzliche Freude an ETFs doch sehr. Was nützt der beste ETF mit der tollsten Strategie wenn ich keine Käufer finde?

    • ChrisS sagt:

      Hallo Michl,
      ja, auch bei ETFs sollte man die Liquidität im Auge behalten. Ein Blick ins durchschnittliche Handelsvolumen kann helfen, solche potentiellen „Engpässe“ am besten gleich schon vorher zu erkennen und zu vermeiden.
      Wenns nicht über die Börse geht, kann man letzenfalls die ETFs auch direkt bei der Fondsgesellschaft zur Rücknahme geben (vorher jeweils in den individuellen Prospekten mal nachschauen bzgl evtl Abschläge etc.).
      Dass du aber für Verkäufe von wenigen tausend Euros keine Käufer findest, ist schon etwas komisch. Wenn das jetzt nicht unbedingt die unbekanntesten Nischen-ETFs waren, sondern die großen Standardprodukte von iShares, sollte es eigentlich keine Probleme geben (bzw. bei mir selbst gingen auch größere Verkäufe immer problemlos), wenn man über liquide Börsenplätze handelt und auch beim Limit nicht allzu geizig/gierig war^^

      Dass auch „eigentlich ausschüttende“ ETFs mal hin und wieder eine sog. (Teil-)Thesaurierung unterläuft, ja das kann leider vorkommen. Da ist auch SPDR nicht der einzige oder schlimmste. Selbst iShares hatte da in der Vergangenheit nicht immer die beste Figur abgegeben. Ich kann leider nicht hinter die operativen Kulissen blicken um sagen zu können ob das nun direkt schlechtes Management ist, was man hätte vermeiden können, oder halt einfach immer mal wieder ohne Schuld vorkommen kann. Jedenfalls sollte man ggf damit umgehen können.

    • Hi Michl,
      bei größeren Volumen einfach direkt an den Sales Desk der Fondsgesellschaft wenden, die setzen alle Räder in Bewegung, dass du noch besser als börslich ausgeführt wirst und die Liquidität beschafft wird. Ab mittleren sechsstelligen Beträgen pro Order haben die durchaus ein offenes Ohr…
      Viele Grüße
      Der Portfoliomanager

    • LarsHattwig sagt:

      Hallo Michl,
      bei ETFs auf Standard-ETFs sollten eigentlich immer genügend Käufer vorhanden sein. Diese Problem kenne ich nur bei speziellen Branchen- oder Länder-ETFs.

      Mit einem in Aktien angelegten Vermögen von 16 Millionen Euro lässt sich ohne größere Probleme ein mittleres monatliches Dividenden-Einkommen von 35.000 bis 40.000 Euro (netto) erzielen. Falls dies zwar gewünscht ist, aber Sie noch nicht erreicht haben, sprechen Sie mich einfach direkt an.

      • Michl sagt:

        Hallo Chris, Dominic und Lars,
        herzlichen Dank für Eure informativen Antworten. Falls ich meine ETFs verkaufe, wende ich mich mal direkt an die die Fondsgesellschaft. Tendenziell werde ich Neuinvestitionen größtenteils in ausgesuchte Einzelaktien tätigen, zumal mich bei einigen ETFs auch das Problem der Wertpapierleihe stört. Hier wird das Risiko an die Anleger „ausgelagert“ und die Einnahmen größtenteils dem „Management“ zugeschrieben. Das ist jedoch ein ganz anderes Thema…
        Nochmals besten Dank
        Viele Grüße
        Michl

  5. Alexander Oest sagt:

    Hallo!

    Seitdem ich bei Interactive Brokers für $1 US-Aktien und ETF kaufen kann und europäische Werte für €4, stehe ich dem Thema relativ gelassen entgegen.

    @Michi wenn Du die wirklichen richtigen Dickschiff-ETFs kaufst z.b über IB dann hast du das Problem auch nicht mehr 😉 Z.B XLP,XLU,XME usw usf

    Gruß
    Alex

    • Michl sagt:

      Hallo Alex,
      vielen Dank für die Info. Leider verfolgen die Dickschiffe nicht meine Strategie. Ich wähle ausschließlich ausschüttende, voll replizierende ETFs. SPDR hatte ich mal einen „offiziell“ ausschüttenden ETF. Als ich dann eine Thesaurierungsbescheinigung bekam, war die Geschichte für mich erledigt. Habe mich dann für iShares entscheiden und den DWS Top Dividende in der FD-Anteilsklasse mit geringerem TER mit 400.000 Mindestanlage.

  6. K. sagt:

    Angenommen man fängt aus Kostengründen an wie empfohlen in ETFs ein Vermögen aufzubauen und sollte dann aus Kosten Gründen in Einzel-Aktien umschichten. Vorausgesetzt man hat „plötzlich“ das Know-How und traut sich die Beobachtung und Auswahl dauerhaft zu, obwohl man davor dank ETFs bei denen man „nicht so viel denken muss“ um es mal überspitzt darzustellen, keine großen Einzelaktienerfahrungen in Bezug auf Auswahl, Volatilität u.ä. sammlen konnte.

    Rein aus Kostengesichtspunkten, entstehen beim Umschichten (Verkauf ETF und Gutschrift des Verkaufserlös nach Steuern mit dem dann Einzelaktien gekauft werden sollen) ja die genannten Ertrags-Steuern. Wie verhalten die sich aus Kostengründen und wie verhält es sich in Bezug auf die dann auf einen Schlag anfallenden Ordergebühren, da man ja innerhalb von ein paar Monaten oder 1-2 Jahren die Umschichtung durchzieht, so dass Aktions-Sparpläne nicht greifen werden. Lohnt sich die theoretisch sinnhaften Umschichtung auf Grund der Steuern wg. Verkauf und der dann anfallenden Kaufgebühren immer noch? Gibt es hierzu Betrachtungen?

    Wenn ich einen Blick in den Bereich Versicherungen werfe, dort lohnen sich Umschichtungen oder Umdeckungen meist nur für Versicherer und Banken, da diese wg. neu anfallender Gebühren profitieren. Besteht nicht die Gefahr das diese Gebühren in diesem Börsenszenario hier dem Anleger nicht auch die Rendite verhageln anstatt von Buy&Hold, besonders da es ja schon ein paar Jahre braucht bis man mit ETFs diese Depotgrößen erreicht hat, die nötig wären. Also sind diese über Jahre oder Jahrzehnte im Schnitt gut gelaufen. Plus die Unsicherheit dann die richtigen Aktien zu wählen, damit man, trotz finanziell möglicher Diversifikationsmöglichkeit mit Einzelaktien, besser oder mindestens gleich gut ist wie ein ETF….

    • ChrisS sagt:

      Ich finde auch man sollte da nicht zu sehr ein künstliches „Entweder-Oder“ konstruieren (ist ja sicher auch nicht die Intention des Artikels gewesen), so nach dem Motto: „bis zur Grenze von XYZtausend Euro musst/sollst/kannst du nur in ETFs investieren, und alles was darüber ist muss/soll/kann dann wieder in Einzelaktien umgeschichten werden“.

      Im Prinzip ist die grundlegende Frage „ETFs oder Einzelaktien (oder beides)“ ja nicht primär unter Kostengesichtspunkten zu beantworten, sondern sollte von der allgemeinen Strategie und den Zielen der Anlage (und wie die zu mir selbst passen) abhängen. Die einzelnen Instrumente an sich sind ja kein Selbstzweck, sondern dann nur noch Vehikel mit denen die jeweiligen Strategien eben umgesetzt werden.

      Wenn also jemand das Ziel hat, einfach „nur“ bequem und unkompliziert an der Marktrendite zu partizipieren, ohne großen weiteren Aufwand, ist dafür zB ein MSCI World-ETF die bestmögliche Lösung – und zwar relativ egal ob jetzt dafür nur 2.000€ oder 2 Mio.€ im Depot hat. Und wer lieber in Einzelaktien macht, tut das ja weil er grade eben NICHT das Ziel hat, nur den MSCI World nachzubauen (wäre bei 1600 Unternehmen ja auch eher schwierig, und selbst wenn man nur die größten 50 nimmt, naja was hat man davon, auch nur ein stinknormales Largecap-Portfolio) – sondern eine individuellere Strategie abseits der allgemeinen Marktperformance zu verfolgen, weil man sich von seinem eigenen System mehr Rendite (oder mehr Sicherheit) verspricht.

      • K. sagt:

        Das es kein Muss ist, war mir klar.
        Die Frage trifft ja nur zu, wenn man ab Wert xyz umschichten würde. Und, richtig erkannt, rein aus Kostengesichtspunkten ohne mit ein Bezug anderer Faktoren oder Aufwendungen.
        Da hier ja von den beiden Autoren immer wieder theoretische aber auch viele praktikable Konstrukte, Strategien oder verschiedene Ansätze & Neuheiten sehr schön und kompetent beleuchtet werden, fand ich sie passend.

  7. K. sagt:

    Wohin ist den die Blogroll auf Deiner ….blogspot.de-Startseite verschwunden?
    War immer ein schöner Ausgangspunkt und hatte viele interessante Blogs mit drin.

  8. Also wir haben in der Bank auch bei Multi-Millionen Vermögen noch ETFs eingesetzt. Im besten Fall sind es ja auch nur um die 9 Basispunkte, die sie im Jahr kosten. 9 oder auch 20 Basispunkte mögen absolut ein großer Betrag an Gebühren sein, doch eigentlich ist das eine irrationelle Wahrnehmung, denn relativ ist es ja das gleiche.

    Auch bei solch großen Vermögen waren uns die Diversifikationsvorteile die 10/20 Basispunkte absolut wert. Der potenzielle Schaden einer niedrigeren Diversifikation ist um ein Vielfaches höher. Denn: Auch wenn man mit Einzelaktien agiert und breit streut, habe ich noch kein einziges Kundenportfolio gesehen, in dem mehr als 50 Einzelaktien liegen. Das macht einfach kein Mensch.

    Ein weiterer Punkt, wenn auch eher ein Randaspekt: Bei großen Volumen machen dir dir Emittenten im Direktkontakt zumindest für den Handel sehr attraktive Preise, man kann also im Vergleich zum Normalanleger nochmal einige Basispunkte an der Stelle sparen.

    Viele Grüße
    Der Portfoliomanager

  9. Eine sehr interessante Frage.
    Als Kleinanleger nutze ich beides. Ich finde, die ETF`s, ich besitze nur welche von iShares, schwanken weniger und verhalten sich konstanter als Aktien, deren Kurs nach schlechten Quartalszahlen mal eben ein paar Prozentpunkte abrutschen kann, was aber jetzt nicht wirklich dramatisch ist.
    Und das ist natürlich auch nur mein subjektiver Eindruck von meinem kleinen Depot aus betrachtet, aber für mich ergibt sich daraus, dass ich ETF`s langfristig besparen kann, ohne allzu sehr auf den Kurs zu achten, und bei Aktien schau ich gerne, welcher Kurs geade relativ günstig ist, und kaufe dann gezielt dort nach.
    Ob das so schlau von mir gedacht ist, (leider habe ich einige Unternehmen durch unbedachtes Kaufen von ETF`s quasi doppelt im Depot, aber wirklich deshalb verkaufen kommt momentan nicht in Frage), wird die nächste Dekade zeigen, wenn ich bis dahin nicht meine Strategie überarbeitet oder angepasst habe.
    Danke für den Beitrag, lese hier immer wieder gerne 🙂

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