Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit – Teil 4: Die Veränderungen im eigenen Umfeld

In den ersten drei Teilen der Serie „Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit“ sind wir den Fragen nachgegangen, wie sich finanziell unabhängige Leute nach einigen Monaten fühlen, ob sie nun Investor, Unternehmer oder Selbständiger sind und in welchem Quadranten die eigene Persönlichkeitsentwicklung am schnellsten voranschreitet. In diesem vierten Teil der Serie berichte ich über die Veränderungen im persönlichen Umfeld und im Alltag.

Der erweiterte Freundeskreis setzt sich über Jahre aus der Kombination von Leuten der Schulzeit, ggf. Uni, Arbeitskollegen und thematischen Interessensgruppen zusammen. Besonders der engere Kreis übt auch einen großen Einfluss auf das eigenen Denken und Verhalten aus. Nicht umsonst gibt es den Ausspruch: Du wirst zum Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst.

Das bedeutet jedoch auch: Wenn Du Dich verändern willst, musst Du Dich mit anderen Leuten umgeben. Im Idealfall mit den Leuten, die schon dort sind, wo Du hin willst.

Wie sieht es bei vielen Menschen in der Praxis aus?

Der Normalfall für viele ist in einem Umfeld zu sein, bei dem üblicherweise ein Job ausgeübt wird, meist im Angestelltenverhältnis. In jungen Jahren gibt es auch unter der Woche noch einige Treffen mit Freunden, im fortschreitenden Alter warten abends entweder Couch + Fernseher oder die Familie auf einen. Das eigentliche Leben findet am Wochenende statt.

Nicht selten stellt sich bereits am Sonntag Nachmittag, spätestens aber am Montag schlechte Laune ein. Die zahlreichen Beiträge in den sozialen Medien wie Facebook mit „endlich Freitag“ oder „leider wieder Montag“ sind ein Ausdruck dieser Lebensweise.

Sobald jetzt jemand den Entschluss fasst, an diesem Alltag gravierend etwas zu ändern, wird beim Austausch mit seinem Umfeld im Standardfall auf wenig Verständnis stoßen. Die wenigsten werden sagen: „Ja super, mach das, Du wirst das schaffen“. Es wird einen eher eine Mischung aus Skepsis, warnenden Worten bis hin zu „lass ihn mal reden“ erwarten. Das heißt, man ist mit dem Vorhaben, sein Leben gründlich zu verändern, zunächst einmal ziemlich alleine.




Jetzt ist der große Schritt getan

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen seinen „üblichen“ Job nicht mehr weiter auszuüben und teilt dies den anderen mit.

Es stellt sich nun im eigenen Umfeld häufig eine Mischung aus Überraschung, Erstaunen, teilweise auch Neid bis hin zu „Na mal sehen, diese Flausen wird er in ein paar Wochen wieder ablegen“ ein.

Bei mir war es so, dass auch Ausnahmen dabei waren, aber die Mehrheit reagierte so wie beschrieben.

Das interessante ist, sehr viele sind tatsächlich der Meinung, man würde nun dauerhaft eine Art Urlaub machen. Es fehlt vielen Menschen – zumindest in meiner Altersgruppe – noch die Vorstellung, dass man ein Notebook nicht nur zum Shoppen, Spielen und „ein paar Infos von Google holen“ nutzen kann, sondern tatsächlich auch ohne Anstellung damit an eigenen Projekten arbeiten kann.

„Ah, der Rentner kommt“ oder „Du hast ja jetzt Zeit, kannst Du mal eine Woche auf mein Hund aufpassen?“ oder „Was machst Du denn jetzt den ganzen Tag lang? Im Biergarten sitzen?“

Das mag am Anfang noch lustig sein. Wenn jedoch nach dem zweiten Versuch der Erklärung immer noch nicht verstanden wird, dass ich nicht gelangweilt nach einem Zeitvertreib suche, sondern stattdessen ein Internet Business betreibe, wird es langsam schwierig.

Trotz ständiger Unzufriedenheit wagen es viele nicht die eingefahrene Wege zu verlassen

Zudem fiel mir etwa bei denselben Leuten nach einigen Monaten eines richtig deutlich auf. Die deutliche Mehrheit beklagt sich permanent über ihren Job. Komische Kollegen, ein anstrengender und inkompetenter Vorgesetzter, lange Arbeitszeiten, wechselnde Prioritätensetzung der Unternehmensführung, drohende Schließung des Unternehmens, chronische Unterbezahlung, noch lange Zeit bis zum Ruhestand sind nur einige Punkte, die ich bis heute zu hören bekomme.

Meinen Vorschlag etwas daran zu verändern fanden zwar viele gut, aber passiert ist selbst Monate später sehr wenig bis gar nichts. Das Leben ist sehr eingefahren und trotz einer latent vorhandenen Unzufriedenheit bis hin zu wiederkehrenden Krankheiten wird grundsätzlich nichts verändert.

Trotz anhaltender Unzufriedenheit wagen die meisten Menschen keine größeren Veränderungen in ihrem Leben und bleiben letztendlich untätig.

Da ist es irgendwo auch ein natürlicher Prozess, dass der Kontakt mit diesen Leuten im Laufe der Zeit abnimmt und sich der eigene Bekannten- und Freundeskreis ändert. Nie war es leichter als heutzutage Gleichgesinnte zu finden und mit denen Gedankenaustausch zu betreiben, dank des Internets. Alleine auf Facebook wimmelt es nur von Gruppen, in denen sich hunderte, manchmal tausende von Leute über ihr Lieblingsthema unterhalten und sich teilweise auch Offline treffen. Auch hier höre ich dann immer noch gelegentlich: „Nee, Facebook möchte ich nicht nutzen, das ist nur was für junge Leute.

Auch ein eigener Blog über sein Lieblingsthema gehört dazu. Es sind ja nicht nur die Kommentare, sondern hinter den Kulissen findet auch ziemlich viel Interaktion mit Lesern statt, die sehr ähnliche Interessen haben.

Der Weg und erst recht der Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit ist ein proaktiver. Das heißt, diejenigen wollen etwas Anderes, etwas Neues ausprobieren, sie haben die Absicht etwas zu bewegen und aktiv anzugehen. Daher ist es nicht nur ein zwangsläufiger Prozess, sondern auch unbedingt notwendig sich mit Menschen zu umgeben, die ähnliches vorhaben, am besten sogar schon dort sind, wo man selbst erst noch hin möchte. Das ist nicht nur motivierend, sondern es ergeben sich im Austausch auch immer wieder neue Ideen.

Wie sieht mein Alltag heute aus?

Grundsätzlich ist es mir egal, welcher Wochentag gerade ist. Ok, sonntags haben Offline-Geschäfte geschlossen, wobei in Großstädten wie Berlin selbst an Sonn- und Feiertagen einige Lebensmittelgeschäfte wie an normalen Wochentagen geöffnet haben. Online ist es jedoch normal, dass rund um die Uhr eine gewisse Aktivität vorherrscht.

Bei mir gibt es wöchentlich wiederkehrende Aufgaben und ich habe auch immer eine ToDo-Liste für den anstehenden Monat und teilweise darüber hinaus. Wann konkret diese Aufgaben erledigt werden, entscheide ich je nach Wetter oder anstehenden Events bzw. Terminen. So arbeite ich auch mal komplett am Wochenende, dafür aber spontan auch mal einige Tage unter der Woche nicht. Dennoch ist es überwiegend noch so, dass Kundenkontakte mehrheitlich an Wochentagen stattfinden, wobei ich auch schon Coachings am Sonntag hatte. Die Abende bestehen bei mir aus Netzwerk-Treffen bzw. Events oder Weiterbildung (darüber hatte ich im dritten Teil berichtet).

Ein Vorteil ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ohne Wecker morgens aufzuwachen. Dem Körper seinen eigenen Rhythmus auch beim Schlaf zu gestatten wirkt sich sicherlich positiv auf die Gesundheit aus.

Da mein Business zum größten Teil digital ist, benötige ich im Grunde nur ein Notebook und einigermaßen schnelles Internet. Telefonieren (mit Video) ist heutzutage über Facebook, Skype und Google+ Standard, weshalb ich – zumindest aus diesen Gründen – auch geographisch unabhängig bin.

Selbst mein Notebook ist austauschbar, da ich fast alle Tools und Daten Online verwalte. Vor einigen Wochen gab mein Notebook ohne Vorwarnung den Geist auf. Mein neues Arbeitsgerät habe ich in nicht einmal zwei Stunden so eingerichtet, dass ich mit allen Daten und Apps so weiterarbeiten konnte, wie vor dem Crash.

Ich bin überzeugt davon, dass es sogar noch schneller geht. Dieser Ernstfall hat mir jedoch gezeigt, dass die Verfügbarkeit der einmal aufgebauten Infrastruktur, selbst bei einem Hardware-Defekt, in sehr überschaubarer Zeit wieder hergestellt werden kann.

Ich muss dazusagen, dass ich weder aus dem IT-Bereich komme, noch in dieser Branche gearbeitet habe. Es gibt für fast alle Belange Tools, Plugins oder sonstige Bausteine, aus denen man sich solch eine Arbeitsumgebung selbst aufbauen kann, ohne programmieren zu können.

Dieses Equipment reicht bereits für ein Online Business aus.

Dieses Equipment reicht bereits für ein Online Business aus.

Es gibt eine wichtige Sache, die man beachten muss, wenn man keinen Vorgesetzten mehr hat. Das ist Selbstdisziplin und Selbstorganisation. Man glaubt gar nicht, wie schnell so ein Tag vorbei sein kann, ohne wirklich konkret etwas geschafft zu haben. Die Gefahr ist wesentlich größer beim Surfen, Telefonieren, nicht wichtige E-Mails zu beantworten die Zeit zu verdaddeln als wenn zwischendurch ein Chef immer mal wieder nach dem aktuellen Status fragt.

Das heißt, man muss sich selbst so organisieren, dass nicht jemand am Telefon „nur mal hören wollte, wie es geht“ oder die Unterhaltungen mit den Nachbarn nicht ausufern und bei Facebook sämtliche neuen Kommentare liest.

Bei mir ist es so, dass ich mir konkrete Punkte für den Tag vornehme und sie meistens auch umsetze. Danach bin ich abends beim Netzwerken oder anderen Events wesentlich besser drauf. 🙂

Fazit

Der Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit hat zur Folge, dass sich das eigene Umfeld verändern wird. Es werden einige – auch langjährige – Freunde und Bekannte wegfallen, einfach weil einst ähnliche Interessen oder Ansichten nicht mehr vorhanden sind. Natürlich nicht alle, denn es gibt ja auch noch andere Themen außer über berufliche Aktivitäten zu sprechen. Dafür wird man etliche neue Menschen kennen lernen, von denen auch einige zu Freundschaften werden.

Letztendlich bedeutet der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit in vielen Bereichen des Lebens eine größere Veränderung. Weil damit nicht nur der Arbeitsalltag anders aussieht, sondern sich bereits auf dem Weg dorthin das eigene Umfeld wechselt. Das muss nicht, aber kann durchaus auch den Lebenspartner betreffen.

Wer hauptsächlich Online aktiv ist, kann heutzutage praktisch von überall arbeiten. Welche Ausmaße die Ortsunabhängigkeit mittlerweile erreicht hat, ist auch seit etwa einem Jahr an den zunehmend aufkommenden Web-Kongressen zu sehen. Die Vortragenden saßen jeweils irgendwo in Europa und teilweise auch in anderen Kontinenten. Nur vereinzelt war ein Speaker im selben Raum wie die Veranstalter.

Das war der vierte Teil der Artikelserie „Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit, mit meinen Erfahrungen über die Änderungen im eigenen Umfeld, wenn man nicht mehr in einem klassischen 9-to-5 Job von Montag bis Freitag arbeitet.

Hier sämtliche Teile der ArtikelserieDas Leben in der finanziellen Unabhängigkeit“ in der Übersicht (insgesamt werden es fünf).

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Zum Weiterlesen:

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4 Antworten

  1. Hallo Lars,
    interessante Einblicke zum Alltag in der FI. TX for sharing… ich sehe das ähnlich. Die wenigsten Leute haben wirklich Ahnung was Investments anbelangt, beharren aber auf ihren Vorurteilen und Neidgedanken. Selten trifft man jemanden, der echt interessiert nachfragt, meistens wird auf der ablehnenden Haltung zu Aktien beharrt und die Meinung vertreten, ein selbstgenutztes Haus oder Wohnung sei ein Investment.
    Zumindest teilweise sollte man sich auch mit Leuten umgeben, die ein ähnliches mindset haben und von denen man etwas lernen kann.

    Von der FI bin ich noch etwas entfernt, daher habe ich noch keine praktischen Erfahrungen, aber meine Tage werden definitiv nicht aus „Nichtstun“ bestehen…auf meinem Blog habe ich dazu auch einen Artikel verfasst:

    https://dividendsolutions.wordpress.com/2017/05/20/goals-motivation/

    Grüße,
    DividendSolutions

  2. Manfred sagt:

    Soweit wie du bin ich noch sehr lange nicht, daher kann ich auch noch nicht soviel mitreden.
    Allerdings wo sich im Bekanntenkreis rumgesprochen hat, das ich auf Aktien mache, habe ich festgestellt, wie dumm doch manche Menschen sind.
    Kommentare wie: Aktien ist ne Art Lotto für Besserverdienende, waren noch Harmlos.
    Teilweise Unverständnis wieso ich Aktien kaufe, aber nicht in den Urlaub gehe.
    Aber Urlaub war für mich persönlich schon seit je her totes Kapital.
    Aber es stimmt, es gibt auch ein paar wenige, die zu einem stehen und sagen: Ich weiß, du gehst deinen Weg, du ziehst dein Ding durch.
    Nur das sind halt die wenigsten.
    Aber nichts desto trotz, wurde eh mal Zeit die Kontaktliste auszumisten *grins*

  3. Monika sagt:

    Hallo Lars,
    Als ich Deinen Beitrag gelesen haben, habe ich spontan gedacht, wir müssen mal wieder auf en Café gehen. Denn der Austausch mit anderen Menschen, die finanziell frei sind, ist zum einen selten und zum anderen super interessant. Mir ist bei Deinem Artikel aufgefallen, dass Du schon noch sehr effizient an Dein Leben gehst. Obwohl das gar nicht mehr nötig wäre. Ich komme da gerade auch wieder hin, habe aber eine ganze Zeit experiementieren müssen, was jetzt eigentlich passt. https://klunkerchen.wordpress.com/2017/04/04/frueher-die-finanzielle-freiheit-geniessen/
    Und muss zugeben, je mehr es wieder Sommer wird, desto weniger habe ich Lust an meine. Rechner zu sitzen, sondern eher mir einem guten Buch am See. Und ja, dass darf auch einfach nur ein Krimi sein. Immerhin reicht das Geld ja eh. Im Herbst wird das dann wahrscheinlich wieder anders. Aus der Reihe, die Dosierung muss für mich stimmen.
    Tschüss Monika

  4. LarsHattwig sagt:

    Vielen Dank für Eure Kommentare und eigene Erfahrungsberichte.

    @Monika: Ja im Sommer fällt eine konstruktive Aktivität definitiv schwerer. Allerdings lässt sich das gut mit anstehenden Aufgaben kombinieren, wie man hier am YouTube Video sieht https://youtu.be/VqkBTUUoNcM 😉
    Gemeinsamer Café gerne 🙂

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