Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit – Teil 2: Selbständig, Unternehmer oder Investor?

Im ersten Teil der Serie „Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit“ ging es darum, wie sich finanziell unabhängige Leute nach einigen Monaten fühlen. Dabei kam – nicht zuletzt auch in den Kommentaren unter dem Artikel – heraus, dass ein Leben im Müßiggang höchstens für kurze Zeit zufriedenstellt. Die meisten Menschen suchen nach Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit fast immer eine Aufgabe, zu der sie sich berufen fühlen und von der sie überzeugt sind, damit anderen einen Nutzen zu geben, wobei der Verdienst hier erst einmal eine untergeordnete Rolle spielt. Im nun folgenden zweiten Teil der Serie gehen wir der Frage nach, ob ein Privatier nun Investor, Unternehmer oder Selbständiger ist.

Ganz ohne Aufwand fließt das passive Einkommen nicht

Treten wir zuvor jedoch noch einen Schritt zurück. In den meisten Fällen ist als Privatier – wie finanziell Unabhängige oft auch gerne genannt werden – doch noch etwas zu tun. Denn wer nicht einfach nur mehrere Millionen von Euro oder Dollar irgendwo schnell verfügbar herumliegen hat und diese allmählich bis zum Lebensende aufbraucht, muss für sein an sich quasi passives Einkommen doch noch etwas tun.

Der reine Investor muss sich in gewissen Abständen mit seinen Investments beschäftigen. Bei ETFs ist der Arbeitsaufwand noch ziemlich überschaubar. Bei einem Portfolio aus einzelnen Aktien ist der Aufwand schon höher und mindestens einmal pro Monat müssen Entscheidungen getroffen werden, ob eine Aktie im Depot bleibt oder ob eine neue hinzugekauft werden muss.
Spätestens wer Immobilien besitzt muss sich wirklich regelmäßig mit seinen Vermögenswerten beschäftigen. Zwar reduziert hier eine Hausverwaltung den Aufwand, aber letztendlich muss sich ein Immobilien-Investor auch um seine Häuser bzw. Wohnungen kümmern.




Hat jemand als Unternehmer dagegen selbst eigene Vermögenswerte oder Systeme mit automatisiertem Einkommen erschaffen, so muss dieser entweder zwischendurch etwas Marketing betreiben, zum Beispiel bei einem eigenen Produkt, wie Bücher oder Online-Kurse. Oder er muss an seinen Systemen in regelmäßigen Abständen neue Justierungen vornehmen, wie beispielsweise im Online-Marketing.
Erst recht im Fall einer eigenen Firma kommt der Unternehmer nicht umhin regelmäßig zu prüfen, ob alles seinen richtigen Gang geht, Geschäftsberichte lesen, die richtigen Mitarbeiter einstellen bzw. ersetzen und zwischendurch mitunter auch weitreichende strategische Entscheidungen treffen.

Tut er dies nicht, droht in allen genannten Bespielen der Wert des Vermögenswertes zu sinken bzw. die Erträge zu schwinden. Selbst wer heute die besten Aktien kauft, wird im Laufe der Jahre einige Depotleichen ansammeln, sofern er nicht regelmäßig seine „kleinen Mitarbeiter“ überprüft. Diesen schleichenden Schwund haben wir bereits bei einem Depot aus Dividenden-Aristokraten festgestellt.

Bei Immobilien droht unter anderem das Risiko, dass die Mieter immer zahlungsunwilliger werden oder dass Wohnungen lange leer stehen.

Bei der eigenen Firma besteht die Gefahr, dass es sich die Mitarbeiter gemütlich machen oder dass Trends im Markt nicht rechtzeitig erkannt werden. In solche Fällen drohen Umsatz und Gewinn zu sinken.

Der Cashflow-Quadrant

Für diejenigen, die den Cashflow-Quadranten noch nicht kennen, an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung bzw. Erinnerung. Der prominente Finanz-Motivator und Investor Robert Kiyosaki stellte mit dem sogenannten Cashflow-Quadranten die übergeordneten Varianten zusammen, auf welche Weise wir Menschen unser Geld verdienen. Er unterscheidet dabei zwischen einem Angestellten, einem Selbständigen, einem Unternehmer und einem Investor.
Auf der linken Seite beim Angestellten und Selbständigen wird hauptsächlich Zeit gegen Geld getauscht, auf der rechten Seite beim Unternehmer und Investor fällt diese zeitliche Limitierung weg. Der Unternehmer erschafft Systeme bzw. Vermögenswerte, bei denen andere Menschen für ihn arbeiten und der Investor investiert Geld in bereits vorhandene Systeme bzw. Vermögenswerte.

Der Cashflow-Quadrant

Der Cashflow-Quadrant

Grundsätzlich ist es möglich in sämtlichen vier Quadranten viel Geld zu verdienen. Es gibt hier auch kein richtig oder falsch, jedoch muss jeder die Entscheidung treffen, auf welche Art und Weise er seine Einkünfte erzielen möchte. Weiteres erfahren Sie auf der Seite des Cashflow-Quadranten.

Interessanterweise befinden sich einige Leute anteilig in verschiedenen Quadranten. Der Angestellte, der Dividendeneinnahmen aus Aktienbesitz oder Mieteinnahmen aus Immobilienbesitz bezieht, befindet sich im E und I-Quadranten.

Viele Speaker, die regelmäßig Seminare geben, halten sich sowohl im S- als auch im B-Quadranten auf. Denn einerseits haben sie ein gewisses Marketing- und Vertriebsnetz um ihre Seminare aufgebaut. Auf der anderen Seite würde der Umsatz drastisch zurückgehen, sofern sie nicht mehr selbst in Live-Seminaren auftreten sollten.

Angestellte, die sich nebenberuflich ein weiteres finanzielles Standbein aufbauen, sind zum größten Teil im E-Quadranten, aber zu einem gewissen Teil auch im S- oder B-Quadranten aktiv.

 

Auch finanziell unabhängige Menschen befinden sich oft in zwei bis drei Quadranten

Jetzt komme ich zu finanziell unabhängigen Menschen zurück. Selbst wenn das überwiegend passive Einkommen wie oben beschrieben mit eher wenig Aufwand verbunden sein sollte, beginnt ein frischer Privatier bald nach neuen Aufgaben zu suchen. Und früher oder später wird er sich in einer Art Selbständigkeit wiederfinden. Ob daraus jetzt ein Geschäftsmodell wird, bei dem richtig gutes Geld fließt oder ob es hauptsächlich ehrenamtliche Aktivitäten ohne größere Einkünfte sind, sei erst einmal dahingestellt. So befinden sich sämtliche finanziell unabhängige Menschen zu einem gewissen Anteil im B- oder I-Quadranten, sie sind also Unternehmer oder Investor, aber auch teilweise im S-Quadranten. Das ist sicher einer der Vorteile eines Privatiers, dass dieser sich ohne größeres finanzielles Risiko in eine Selbständigkeit begeben kann.

Wer vorwiegend als Unternehmer aktiv war und irgendwann seine Firma verkauft hat bzw. diese nicht mehr erfolgreich war, wird sehr oft ein weiteres Unternehmen aufbauen. Das passiert meiner Erfahrung nach selbst im Alter jenseits der 60 gar nicht so selten.

Das war der zweite Teil der Artikelserie „Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit“ , in dem wir hervorgehoben haben, dass selbst das passive Einkommen von Zeit zu Zeit etwas „Pflege“ bedarf und dass Privatiers meist in zwei bis drei Cashflow-Quadranten aktiv sind. Im dritten Teil erfahren Sie, in welchem Quadranten die eigene Persönlichkeitsentwicklung am stärksten voranschreitet.

Hier sämtliche Teile der ArtikelserieDas Leben in der finanziellen Unabhängigkeit“ in der Übersicht (insgesamt werden es 5 bis 6)

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1 Antwort

  1. Hallo Lars Hattwig,

    super geschrieben und tolle Informationen.
    Ohne Fleiß kein Preis und man hat nie die Chance Früchte zu ernten.
    Ich bin froh, dass ich den üblichen Trott verlassen habe und nun völlig frei Leben und Arbeiten kann.
    Vorallem aber, kann ich mit meiner Familie mehr Zeit verbringen.

    Danke

    Jens

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