Hat die Präsidentschaftswahl in den USA Auswirkungen für Anleger?

Am 8.November 2016 wird in den USA bei den Präsidentschaftswahlen eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt. Keiner der beiden Kandidaten konnte bislang richtig überzeugen und daher ist nicht selten von der Wahl, ob Pest oder Cholera zu hören. Die USA sind noch immer die politisch und wirtschaftlich stärkste Nation der Welt und somit hat die Wahl eines US-Präsidenten auch eine globale Relevanz. In diesem Artikel betrachten wir die möglichen Auswirkungen auf die Börse und damit auf das Verhalten von Anlegern.

Sowohl Clinton als auch Trump konnten im Wahlkampf nicht überzeugen

So eine richtig glückliche Figur machte eigentlich keiner der beiden Kandidaten. Vor allem Donald Trump fiel durch spektakuläre und für einen Anwärter des US-Präsidenten oft nicht angemessene Äußerungen auf. Außenpolitisch könnte Trump trotz seines ruppigen Auftretens im Wahlkampf die bessere Partie sein. Ihm wird eher zugetraut, dass er sich mit einigen anderen weltpolitisch wichtigen Staatsoberhäuptern (wie Putin) leichter verständigen kann als eine Hillary Clinton, die die westlichen Werte auch bei Diktatoren ziemlich forsch vermitteln werden wird. Die Gefahr weiterer Kriegsschauplätze wäre hier sicher erhöht. Andererseits ist ein Donald Trump auch wenig berechenbar und seinen verbale Attacken gegen z.B. Mexikaner oder Muslime bergen enormes Konfliktpotential bis hin zur Ausweitung des Terrorismus.

Statistisch war der Verlauf bei einem demokratischen US-Präsident positiver

Wahljahre in den USA sind statistisch in aller Regel gute Börsenjahre. In diesem Jahr liegt der S&P 500 knapp 3% im Plus, was schon eher zu den schwächeren Ergebnissen zählt. Da jedoch die Zeit von Mitte Oktober bis zum Jahreswechsel mit recht hoher Wahrscheinlichkeit steigende Aktienkurse erwarten lässt – Stichwort Jahresendrally – kann es natürlich noch ein insgesamt gute Börsenjahr werden.




Eigentlich legen die Republikaner einen großen Fokus ihrer Politik auf die Wirtschaftskraft der USA. Die Republikaner treten prinzipiell für niedrige Steuern und möglichst „wenig Staat“ ein. Die Demokraten setzen sich dagegen traditionell mehr für die sozial schwächeren Mitbürger ein und sind eher geneigt, Steuern und Sozialabgaben zu erhöhen. Landläufige Meinung ist daher, dass bei einem republikanischen Präsident die höhere Wirtschaftsfreundlichkeit besser für Aktien und die Börse sind. Doch auch die Demokraten sind abhängig von einer starken Wirtschaftskraft USA.
Obwohl Donald Trump als ein überaus erfolgreicher Unternehmer gilt und bei ihm die Freude zu mehr Marktwirtschaft auf der Hand liegt, dürften die Ankündigungen von Zöllen oder anderen Beschränkungen für die Wirtschaft eher hemmend wirken.

Wenn man sich die Historie der letzten fast 100 Jahre anschaut, dann hatte der S&P 500 stärker zugelegt, wenn die Demokraten in das Weiße Haus gewählt wurden. Rund 15% betrug der Anstieg des breiten US Aktien-Index durchschnittlich pro Jahr. Als die Republikaner die Regierungsmacht in den Händen hatten, betrug der Anstieg des S&P 500 dagegen lediglich knapp 8% jährlich. Soviel zu Statistik, die beispielsweise nichts darüber aussagt, wie gleichzeitig das generelle finanzwirtschaftliche Umfeld aussah oder ob die Notenbank Federal Reserve deutliche Veränderungen der Leitzinsen vornahmen. Eine schöne Übersicht zur Börsenentwicklung in Bezug auf die Präsidenten der USA erfahren Sie bei mr-market.de.

Wie sollten sich Anleger nun an der Börse positionieren?

Wie dem auch sei, vor Donald Trump als US-Präsident haben viele Angst und deswegen könnte es im Fall eines Wahlsiegs von Trump kurzzeitig zu heftigeren Kursbewegungen am Aktienmarkt kommen. Aber wie fast immer gilt: Politische Börsen haben kurze Beine und nachdem man sich an neue Nachrichten gewöhnt hat, geht die Börse wieder ihren Weg – wie wir ja auch nach dem Brexit-Votum gesehen haben. In den letzten Tagen habe ich wieder vermehrt Berichte gesehen, dass Anleger Aktien von bestimmten Sektoren bevorzugen sollten, sofern Trump gewinnen sollte.
Ich halte von derartigen Empfehlungen gar nichts. Denn

  • erstens wissen wir noch gar nicht wer gewinnen wird, in den Umfragen geht es sehr eng zu.
  • zweitens haben andere „größere Gelder“ im Zweifelsfall die jeweiligen Aktien ebenfalls schon gekauft oder verkauft. Es gibt also keinen Wissensvorsprung für Privatanleger.
  • drittens verfliegen die Erwartungen und Befürchtungen nach einer Wahl wieder schnell und für die Entwicklung von Aktien spielen andere Größen eine wichtigere Rolle als die Politik
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Daher meine Antwort auf die Frage, was man jetzt spezielles tun könnte: Nichts!
Eine breite Diversifikation auf Länder/Regionen und Sektoren ist in den allermeisten Fällen das sinnvollste, was Privatanleger tun können. An anderen Stellen hatten wir in der Vergangenheit schon Zweifel über die Sinnhaftigkeit einzelne Sektoren oder Länder aufgrund von rein wirtschaftlichen Ereignissen über- oder unterzugewichten besprochen. Daher ergibt sich jetzt alleine wegen der politischen Wahl aus meiner Sicht keinen Grund irgendwelche besonderen Aktivitäten bei seiner Geldanlage vorzunehmen.

Welchen US-Präsidenten halten Sie für die bessere Wahl?

  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

Falls Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantworten konnten, tragen Sie sich rechts oben in den kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein. Holen Sie sich mit der Anmeldung in den Newsletter zusätzlich das gratis eBook „Wie nahe sind Sie bereits Ihrer finanziellen Unabhängigkeit?“

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7 Antworten

  1. Martin sagt:

    „Daher meine Antwort auf die Frage, was man jetzt spezielles tun könnte: Nichts!“

    Was aber empfiehlst du für jemanden wie mich, der bereits breit diversifiziert in ETFs investiert (MSCI World, Emerging Markets & STOXX Europe 600) und normalerweise alle 3 Monate nachkauft: ein Nachkauf wäre jetzt normalerweise fällig.
    Überlege aber jetzt gerade, ob ich nicht besser bis nach der Wahl warte.. Oder verfalle ich allein mit diesem Gedanken bereits ins Market Timing? Was würdest du tun, jetzt nachkaufen oder nach der Wahl?

    • Dummerchen sagt:

      Hi Martin,
      obwohl ich nicht Lars bin, vermute ich ganz schwer, seine Antwort vorhersagen zu können. Das von dir aus dem Artikel verwendete Zitat sagt doch alles. Man kann nichts besonderes tun und braucht demnach auch nichts in seinem Anlageverhalten ändern. Wenn Du sowieso Geld investieren würdest, machst du es einfach. Wenn nicht, besteht kein Anlass es plötzlich zu tun.
      Lars, du und ich, keiner von uns weiß, was konkret unmittelbar nach der Wahl mit den Kursen passiert. Deshalb ist deine Frage natürlich bereits Market Timing. Was sonst sollte Market Timing sein als der Versuch, bevorstehende Kursverläufe ausnutzen zu wollen?

      Langfristig wird es in zig Jahren keinen großen Unterschied machen, ob du bei einer Quartalsrate nun richtig „geglaskugelt“ hast oder nicht.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

    • LarsHattwig sagt:

      Dummerchen lag genau richtig mit seiner Vermutung 🙂
      Was spricht denn aktuell gegen eine Fortsetzung des Sparplanes? Selbst wenn die Kurse mal ein paar Tage oder Wochen nachgeben?
      Ich würde wegen der US-Wahl weder Sparpläne verändern noch irgendwelche zusätzlichen Käufe oder Verkäufe durchführen.

    • ChrisS sagt:

      Dann ich auch nochmal –

      Hallo Martin,
      „Überlege aber jetzt gerade, ob ich nicht besser bis nach der Wahl warte.. Oder verfalle ich allein mit diesem Gedanken bereits ins Market Timing? Was würdest du tun, jetzt nachkaufen oder nach der Wahl?“

      Ja, das fällt eigentlich schon ins Market-Timing. Oder sagen wir mal andersherum, du hattest dir doch am Anfang ja sicher mal einen festen Plan gesetzt (Nachkäufe pro Quartal). Sobald du den jetzt wegen irgendeiner Sondersituation (oder was man eben grad nur dafür hält) beginnst aufzuweichen und davon abzuweichen, umso schwerer wird es nur, sich später auch wieder daran zu halten. (die „Sondersituationen“ und potentiellen Krisenszenarien werden ja nicht weniger in Zukunft, und wer einmal angefangen hat sich da hindurch-taktieren zu wollen, der hört damit auch nicht mehr auf).

      Ich seh grad auf deiner Seite, dass du dich auch für Fitness interessierst, da kennst du ja sicher die genau gleichen Beispielprinzipien 😉

      Nehmen wir mal an du kaufst jetzt („wegen der Wahl“) nicht nach, sondern wartest (auf was eigentlich ? Wieder drei Monate ? Steigende Kurse, fallende Kurse?). Und beim nächsten Nachkauftermin bist du genauso so unschlüssig, und kaufst wieder nicht nach, und so weiter… nee, das führt zu nix, kein klares Vorgehen, das sorgt nur dafür das man sich ständig hinterfragt, herumzweifelt und nach Bauchgefühlen agiert (für Privatanleger erwiesenermaßen ein eher schlechter Ratgeber).

      Irgendwie die besten Handelszeitpunkte „erfühlen“ zu wollen ist ein relativ sinnloses Unterfangen, da deine Gefühle ja immer eigentlich nur mehr über dich selbst und deine Annahmen über den Markt aussagen als über den Markt direkt selbst (oder andersherum, der Markt selbst schert sich ja überhaupt nicht darum was du von ihm nun grad denkst). Ich meine, wenn man schon Markt-Timing betreiben soll, gerne, aber dann bitte auch mit einer etwas systematischeren Strategie und validem Regelwerk.

      Betrachte es mal wie Training, aber quasi für die eigene Psyche und Finanzen. Wer sich vorgenommen hat, x-mal die Woche y-Sets mit z-Kilos zu absolvieren, wird seine Ziele nur erreichen wenn man sich auch stur daran hält und nicht den Schweinehund oberhand gewinnen lässt. Das ist hier auch nicht groß anders.

      Lies dir zum Beispiel auch mal diesen Artikel durch:
      http://finanziell-umdenken.info/frueher-mit-dem-regelmaessigen-investieren-anzufangen-lohnt-sich-immer-auch-bei-kleinen-betraegen
      Gerade am Anfang habe ich nochmal das Prinzip (und den Sinn dahinter) beim „Intervallischen Investieren“ erklärt, warum wir das überhaupt machen. Natürlich weiß man kurzfristig nie im voraus, was die besten Handelszeitpunkte sein werden, gerade deswegen ist ja der vernünftigste Kompromiss für Privatanleger, einfach dauerhaft und regelmäßig verteilt viele kleine Handelszeitpunkte zu haben, aus denen am Ende im Mittel schon ein akzeptabler Gesamtkurs herauskommt.

  2. Vielleicht ergibt sich in den nächsten Stunden tatsächlich eine Kaufgelegenheit. Ansonsten glaube ich, dass die Schwankungen auf Grund politischer Einflüsse wie so oft nicht lange anhalten werden. Als langfristiger Anleger wird die US-Wahl für mich definitiv kein Verkaufsanlass. Egal, wie das Ergebnis ausschauen wird.

    Schöne Grüße
    Marco

  3. Martin sagt:

    Ihr habt natürlich alle Recht. Danke für die ausführlichen Darlegungen!

  4. LarsHattwig sagt:

    Ich würde sagen, dass war ein schöner Beweis dafür, wie kurz politische Ereignisse auf die Börse wirken. Ein kurzer Rutsch von 5 bis 6% als das Wahlergebnis feststand, anschließend schloss z.B. der DAX noch am selben Tag im Plus. Für einen Zock sicher geeignet, aber für eine Entscheidung Investments zu tätigen oder nicht, war dieses Ereignis wenig relevant.
    Ergänzend dazu noch die Anmerkung, dass es irgendwie nicht so recht zusammenpasst, dass ein erfolgreicher Unternehmer und Milliardär an der politischen Spitze besonders negativ für Wirtschaft und Börse sein muss. Unabhängig von der sonstigen Politik, der er betreiben wird – dieses bleibt jedoch abzuwarten.

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