Performance Aktiendepot – wie kann ich sie verbessern?

Die Frage, warum sich das eigene Aktiendepot schlechter als der Durchschnitt entwickelt oder „wie kann ich die Performance meines Aktiendepot verbessern?“, stellen sich viele Anleger. Diesen Umstand einzugestehen und sich nichts vorzumachen ist der erste Schritt, welcher gar nicht so selbstverständlich ist. Denn man berichtet ja schließlich gerne darüber, welche Aktie oder welcher Aktien-ETF im eigenen Depot so richtig durchgestartet ist. Über die Depotleichen wird jedoch häufig genug der Mantel des Schweigens ausgebreitet.

Mit Durchschnitt ist der Index eines breiten Aktienmarktes gemeint. Die einen nehmen gerne den DAX als Benchmark, andere bevorzugen einen europäischen Index wie Stoxx Europe 600 oder EuroStoxx 50 oder die US-Aktienindizes wie Dow Jones oder S&P 500. Die aus meiner Sicht als erste Näherung sinnvollste Benchmark für sein eigenes Aktien-Depot ist der Welt-Aktien-Index MSCI ACWI, der sowohl Aktien aus den Industrienationen als auch aus den Schwellenländern abbildet.

In diesem Artikel berichte ich über mögliche fünf Gründe, warum ein Aktien-Depot schwächer performt als die mögliche durchschnittliche Marktrendite.




Grund Nummer 1: Die ausgeschütteten Dividenden wurden nicht berücksichtigt

Sehr „beliebt“ bei Anlegern ist bei ausschüttenden Aktien oder Aktien-ETFs die ausgezahlte Dividende zu übersehen, die vom Kurswert der Investment abgezogen werden. Wer diesbezüglich sehr „sportliche“ Investments in seinem Depot hat, wie beispielsweise aus dem Ertragsdepot, und die Gewinnausschüttungen nicht gleich wieder reinvestiert, wird am Ende des Jahres weniger Gewinn in seinem Depot wiederfinden als es die Indizes anzeigen. Denn die Gesamtrendite bei Aktien setzt sich aus Kursbewegungen und Dividendenausschüttungen zusammen. Wer die Gesamtrendite seines Depots mit anderen Benchmarks wie Indizes vergleicht, muss seine ausgezahlten Dividenden (brutto) zu seinem Depotwert hinzuaddieren (sofern er diese nicht gleich wieder reinvestiert hat).

Grund Nummer 2: Währungsschwankungen dämpfen den Anstieg des eigenen Depots

Ein weiterer Grund für eine schwächere Performance des eigenen Depots können deutliche Währungsschwankungen sein. Wer dieses dann mit einem Index in einer anderen Währungszone vergleicht, kann durchaus negativ überrascht sein. Im Frühling und Sommer 2017 hatte der Euro gegenüber dem US-Dollar stark an Wert gewonnen. Für Anleger in der Eurozone mit Investments aus anderen Währungszonen fielen somit die Kursanstiege relativ verhalten aus. Wie groß die Unterschiede sein können, verdeutlicht ein Vergleich des Welt-Aktienindex, einmal aus Sicht des US-Dollars und einmal aus der Euro-Sicht. Während der MSCI ACWI von November 2016 bis November 2017 über 20% Performance-Anstieg vorweisen kann, waren es beim demselben Index aus der Eurosicht „nur“ knapp 10%.

 

Performance Aktiendepot - MSCI ACWI in US-Dollar

MSCI ACWI in US-Dollar von November 2016 bis November 2017 – Quelle: comdirect.de

 

Performance Aktiendepot - MSCI ACWI in Euro

MSCI ACWI in Euro von November 2016 bis November 2017 – Quelle: comdirect.de

 

Grund Nummer 3: Eine zu einseitige Aufstellung des Depots

Der nächste Grund, warum die eigene Depotrendite unterdurchschnittlich bleiben kann, ist eine zu einseitige Aufstellung des Depots. Das heißt, es sind zu viele Aktien aus einer Region oder einem Sektor im Depot. Ein Beispiel, welches ich auch schon gesehen habe, ist ein Deutschland-Anteil von deutlich über 50% und eine hohe Gewichtung der Automobiltitel. So kann es passieren, dass europäische und damit auch deutsche Aktien für ein Jahr deutlich schwächer performen – analoges gilt für Automobil-Aktien. Natürlich kann es auch andersherum laufen und mit solch einer Depotaufstellung besser als der Gesamtmarkt zu performen. Allerdings ist und bleibt es eine Wette, für die man gute Gründe haben sollte.

Grund Nummer 4: Nicht in die richtigen Aktien investiert zu haben

Speziell für Freunde von Einzel-Aktien kann es passieren, dass man einfach nicht die „richtigen“ Aktien für sein Depot erwischt hat. Einer der Hauptgründe, warum überdurchschnittlich viele Aktien schwächer performen ist die Kombination aus nicht genügender Recherche vor dem Kauf und Bauchentscheidungen, die zum Kauf geführt haben. Zwar gibt es natürlich nie eine Garantie für eine gut performende Aktie, aber die Objektivierung der Kaufregeln ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. In einem früheren Artikel hatte ich sechs Möglichkeiten, um erfolgreich Aktien kaufen zu können zusammengestellt.

Allerdings kann auch die ETF-Auswahl dazu führen, eine unterdurchschnittliche Performance zu erhalten. Bei einem reinen Fokus auf eine hohe Dividendenrendite ist die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht, denn in diese Kategorie fallen auch etliche Unternehmen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht. Auch die Kombination Dividendentitel aus den Schwellenländern war zumindest in den letzten sechs Jahren nicht allzu erfolgreich.

Grund Nummer 5: Fehler beim Portfolio-Management

Ist das Aktien-Depot erst einmal aufgestellt, muss man sich in gewissen Abständen darum kümmern. Bei einzelnen Aktien mindestens einmal monatlich, bei Aktien-ETFs weniger häufig. Unterlässt man als Anleger diese Depotpflege, leidet die Performance im Laufe der Monate und Jahre. Selbst bei ETFs kann es zu Veränderungen der Anlagephilosophie oder gar zur Liquidierung kommen. Anstatt investiert zu sein, würde man bei letzterem einfach auf Bargeld sitzen, denn man erhält bei einer Auflösung des ETF einfach sein Kapital zum aktuellen Kurswert zurück.

Bei einzelnen Aktien können Fehleinschätzungen des Marktes oder Managementfehler zu einem herben Kursrückgang des börsennotierten Unternehmens führen. Selbst im DAX gibt es einige Titel, die nur noch 10 bis 20% ihres einstigen Höchstwertes aufweisen.

Wie man sein Portfolio aus mehreren Anlageklassen systematisch zusammenstellt und regelmäßig selbst managt, besprechen wir ausführlich in der Passiver Geldfluss Academy.

Sollten Sie mit den Ergebnissen Ihres Aktiendepots nicht zufrieden sein, so ist wahrscheinlich einer der hier genannten Punkte dafür verantwortlich.

 

 

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