Wie investieren die Superreichen ihr Geld? – Artikelserie Teil 1

Wer zu den sogenannten Superreichen gehört, hat natürlich zuvor in irgendeiner Weise eine Menge Geld verdient. Fast alle Menschen, die in der Forbes-Liste ziemlich weiter oben stehen sind Unternehmer. Beginnen wir ein Niveau niedriger, nämlich bei den „High Net Worth Individual“ (HNWI). Besser bekannt sind sie als US-Dollar-Millionäre (ohne den Wert einer eigengenutzten Immobilie), von denen es weltweit etwa 15 Millionen Menschen gibt. In Deutschland gibt es derzeit rund 1,2 Millionen Millionäre, womit Deutschland hinter den USA, Japan und China Platz 4 belegt.
Die Superreichen, auch als Ultra-HNWI bezeichnet, haben ein Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar (ohne eigengenutzte Immobilie), von denen es in Deutschland etwa 12.000 Menschen gibt. Im worldwealthreport erfahren Sie viele weitere Statistiken.

Die Frage, wie man als Unternehmer zum Multi-Millionär oder Ultra-HNWI wird, soll hier nicht das Thema sein, sondern wie die Superreichen ihr Geld investieren. Wer sich generell für die Superreichen mehr interessiert, der sollte Biographien von solchen Menschen lesen. Zwei etwas übergreifende Bücher sind in dem Zusammenhang interessant. Zum einen „Die Superreichen: Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite“ von Chrystia Freeland. Hier hat die Autorin über zwei Jahrzehnte zahlreiche Multimillionäre und Milliardäre begleitet und sie interviewt. Ihre Erfahrungen hat sie in ihrem Buch veröffentlicht. Ein interessantes Buch für jeden, der mehr über das Leben der Superreichen und ihren Einfluss auf Politik und Gesellschaft erfahren möchte.

Zum anderen den Nachfolger des bekannten Klassikers „Denke nach und werde reich“, nämlich „Glaube an Dich und werde reich“ von Napoleon Hill. Hier hat der Autor zahlreiche finanziell wohlhabende Menschen interviewt, auf welche Weise sie ihr Geld verdienen und welche Denkweise sie dabei haben. Die Ergebnisse hat er dann in seinem Buch zusammengefasst.

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Wie investieren die Superreichen nun ihr Geld?

Sowohl bei den HNWI als auch bei den Ultra-HNWI fällt der hohe Anteil der Anlageklassen Aktien und Immobilien auf. In Nordamerika werden etwas mehr die Aktien bevorzugt, in Europa sind Immobilien (zur Vermietung) vergleichsweise etwas beliebter. Interessant in diesem Zusammenhang: In Deutschland ist das Interesse für Aktien bereits ab den HNWI wesentlich beliebter als beim „Durchschnitts-Deutschen“, der sein Geld lieber in die bekannten Sicherheits-Produkte anlegt.

Güter des täglichen Bedarfs

Beim Blick auf die Sektoren fallen drei übergeordnete Sektoren besonders auf. Erstens sind Aktien von Unternehmen, die Produkte für den täglichen Bedarf herstellen, ziemlich beliebt. Also im Grunde recht unspektakuläre Sektoren wie Nahrungsmittel, Genussmittel, Hygieneartikel oder Bekleidung. Hierunter befinden sich viele sogenannte Cashflow-Aktien, die selbst in Krisenzeiten eine zuverlässige Dividende zahlen, einige bekannte Dividenden-Aristokraten sind ebenfalls darunter. Getreu dem Motto, gegessen, getrunken und gereinigt wird selbst in Krisenzeiten.

Aktien von Luxus-Artikeln

Der zweite auffallend häufig genutzte Sektor sind Aktien von Luxusartikelherstellern. Persönlich kann ich einer Flasche Wein für ein paar hundert Euro ebenso wenig abgewinnen, wie die meisten Frauen vielleicht einer Handtasche für 3.000 Euro, oder doch? 😉
Dennoch brummt das Geschäft von zum Beispiel Louis Vuitton (LVMH). Um zu verstehen, wie man solche Preise zahlen kann, rufen wir uns kurz den ArtikelGrößenordnung der monatlichen Ertragsrendite bei Dividenden-Aktienin Erinnerung. Dort hatte ich vorgerechnet, dass bei einer solide-konservativen Aktien-Anlage durchaus mit 217 Euro pro Monat netto je 100.000 Euro Investitionskapital zu rechnen ist. Selbst wenn ein Ultra-HNWI nur ein Drittel seiner 30 Millionen Euro in Aktien anlegen würde, hätte er demnach 21.700 Euro netto pro Monat an Dividenden zur Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass die anderen zwei Drittel an Vermögen ebenfalls einen gewissen Ertrag liefern und nicht zu vergessen, dass viele Reiche und Superreiche noch einer Tätigkeit nachgehen. Da ist dann auch mal ein Abendessen mit einer guten Flasche Wein für 300 Euro drin.

Allerdings muss man dazu sagen, dass längst nicht alle (super-)reichen Leute auch ausgesprochen konsumfreudig sind. Im Gegenteil achten viele wohlhabende Menschen auf ihre Ausgaben und investieren stattdessen lieber in Luxus-Aktien, die ebenfalls oft gute Dividendenzahler sind. Ganz einfach weil sie wissen, dass selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Nachfrage nach Luxusgütern hoch bleibt.




Aktien aus dem Technologiesektor

Es gibt noch eine dritte Branche, und zwar der Technologiesektor. Hier versuchen die Investoren mit neuartigen Entwicklungen am Puls der Zeit Kursgewinne zu erzielen und die Beliebtheit dieses Sektors nimmt weiter zu. Den Reichen und insbesondere den Superreichen bleiben natürlich die auf uns zurollenden Veränderungen der digitalen Revolution nicht verborgen. Sei es weil deren Netzwerke oder Berater sie darauf aufmerksam machen oder weil sie selbst in Geschäften und Märkten involviert sind, die mit der New Economy zu tun haben. In einem steigenden Aktienmarkt entwickeln sich Wachstums-Unternehmen und speziell auch Technologie-Unternehmen oft besser als der Gesamtmarkt. Da der Aktienmarkt die meiste Zeit ansteigt, bieten sich hier natürlich entsprechende ETFs an, die auch von den finanziell wohlhabenden Menschen immer mehr genutzt werden.

Was sind weitere Anlageklassen?

Etwas unterschiedliche Angaben habe ich über die weiteren Anlageklassen erfahren. Allerdings werden durchschnittlich jeweils 15 bis 20% in festverzinsliche Wertpapiere und schnell verfügbare Liquidität gehalten.

Etwa 10 bis 15% werden von den Superreichen in direkte außerbörsliche Firmenbeteiligungen sowie in Direktanlagen in Private Equity investiert. In beiden Fällen winken auch schon mal durchschnittliche jährliche Renditen von 20 bis über 30%. Während man bei börsennotierten Firmen, also Aktien, sich zur Not noch Meinungen aus dem Netz besorgen kann, kommt man bei außerbörslichen Firmenbeteiligungen nicht mehr drum herum sorgfältig Bilanzen zu lesen und eine gute Einschätzung über die weiteren Chancen und Risiken des zugrunde liegenden Geschäftsmodells zu treffen.

Direktanlagen in Private Equity sind für Normalverdiener hingegen im Standardfall nicht möglich. Üblicherweise braucht man mindestens zweistellige Millionenbeträge, um investieren zu dürfen. Persönlich habe ich auch mal einen Vertreter eines Private Equity-Unternehmens aus den USA gesprochen und er meinte ab etwa 100 Millionen US-Dollar dürfe man mit dabei sein…
In einem früheren Artikel hatten wir jedoch die Möglichkeit per ETF in Private Equity-Unternehmen zu investieren betrachtet.

Das war der erste Teil der Serie „Wie die Superreichen ihr Geld investieren“. Im zweiten Teil der Serie besprechen wir, welche Anlageklassen und Varianten zusätzlich noch genutzt werden und untersuchen einige spezielle ETFs, die das Ziel haben so zu investieren wie die Reichen und Superreichen.

Noch ein Hinweis: Im kommenden Newsletter (18.12.) betrachten wir die Chancen und Risiken am Kapitalmarkt im Jahr 2017 und schauen uns die Ertrags-Entwicklung einiger ausschüttender ETFs an. Wer sich in den kostenlosen Newsletter noch nicht eingetragen hat, kann dies oben rechts auf der Seite tun.

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