Wie können wir Wertgegenstände sicher aufbewahren?

In der Wohnung oder im eigenen Haus fühlen wir uns sicher und deshalb hält sich die Vorstellung dort auch zumindest einen Teil der Wertgegenstände sicher aufbewahren zu können. In Deutschland halten etwa ein Drittel noch größere Barreserven in den eigenen vier Wänden versteckt oder auch wertvolle Schmuckstücke bzw. Goldmünzen oder Silbermünzen. Grundsätzlich bin ich ein Freund einer eher etwas größeren Liquiditätsreserve. Das hat sich bei mir auch schon einige Male bezahlt gemacht bzw. ich habe miterlebt, wie andere mit nur geringer Geldreserve einen Teil ihrer langfristigen Investments auflösen mussten, als sie plötzlich Geld benötigten.

Generell schlage ich drei „Töpfe“ für Rücklagen vor. Einmal für Notfälle, einmal für Investments und einen Topf für bald anstehende Ausgaben, die Formulierung „Spiel und Spaß“-Topf ist mir auch schon begegnet. Im früheren Artikel „Überlegungen zur Liquiditätsaufbewahrung“ hatte ich ausführlicher darüber berichtet.

Wo kann man Wertgegenstände sicher aufbewahren?

Wie auch immer, die Frage bleibt wie und wo Wertgegenstände und Bargeld am besten aufbewahrt werden können. Grundsätzlich fallen mir vier Orte ein, an denen man seine Wertsachen aufbewahren kann.

1.) Bank / Bank-Schließfach
2.) Als „Schatzkiste“ vergraben
3.) Bei engsten Vertrauten
4.) In den eigenen vier Wänden

Gehen wir die ersten drei Punkte kurz durch. Ein Großteil des liquiden Bargelds wird meistens auf Tagesgeldkonten geparkt. Dass es dort fast nie eine Realverzinsung gibt, hatten wir unter anderem im Artikel „Zinsen und Inflation im historischen Zeitverlaufherausgestellt. Anders als es in den Medien mit der Beschwerde Richtung EZB immer wieder dargestellt wird. Um Verzinsung soll es hier auch nicht gehen, sondern um rasche Verfügbarkeit.

Ist die Nutzung eines Tagesgeldkontos größtenteils kostenlos, kosten Bankschließfächer meist unter 50 Euro im Jahr, also auch noch überschaubar. In normalen Zeit sicher eine gute Option, allerdings bleibt die Frage, wie gut man an seine Wertsachen in wirklichen Notzeiten herankommt? Die Wahrscheinlichkeit für einen Krieg in Mitteleuropa oder ein Aufflammen der Finanzkrise mit Kapitalverkehrskontrollen oder anderen Schreckenszenarien muss jeder für sich abschätzen können. Aber falls es wirklich aus irgendeinem Grund politisch oder wirtschaftlich düster wird, könnte die Bank auch geschlossen bleiben.



Also ist die Bank alleine nicht für alle Fälle die beste Lösung. Irgendetwas zu vergraben gilt bereits seit Ewigkeiten als eine probate Methode einen Gegenstand zu verbergen. Abgesehen vom Schutz vor Nässe und Tieren im Erdreich sollte man sichergehen, dass beim Vergraben keine Zuschauer vorhanden sind, einem das Grundstück auch gehört (sonst haben irgendwann Bagger dieses samt der „Schatzkiste“ umgegraben oder es ist plötzlich eingezäunt) und dass man besagte Stelle selbst nach längerer Zeit auch wiederfindet.

In guten Zeiten werden so einige Leute des Vertrauens in Frage kommen, bei denen Goldmünzen, größere Geldsummen oder Schmuck gut aufgehoben scheinen. Was ist aber in wirklichen Krisenzeiten oder wenn es der einst vertrauten Person auf einmal finanziell schlecht geht?

Was ist mit den eigenen vier Wänden?

Kommen wir also zurück zu den eigenen vier Wänden. Hintergrund ist vor allem geringe Geldbeträge rasch verfügbar zu haben ohne wegen jeder Kleinigkeit zum Geldautomaten gehen zu müssen. Schmuck oder einige wenige Goldmünzen werden ebenfalls gerne in den eigenen vier Wänden aufbewahrt. Die Frage ist, wie kann Geld, Gold oder Schmuck am sichersten zu Hause aufbewahrt werden, selbst wenn Einbrecher in die Wohnung gelangen sollten? 

Dem Einfallsreichtum für Verstecke sind hier keine Grenzen gesetzt. Prominente Plätze sind hier die Matratze, leere Buchattrappen im Bücherschrank, der Keller oder hinter Bildern. Weitere Verstecke für Wertgegenstände gibt es bei Amazon zu kaufen. So gut die Verstecke auch sein mögen, sie sind grundsätzlich auch den Einbrechern bekannt. Hauptsächlich die Zeit, die den ungebetenen Gästen bleibt, entscheidet oft darüber, ob alle Verstecke gefunden werden oder nicht.

Im Focus Online erschien kürzlich ein Bericht über einige „Auswahlkriterien“, auf die Einbrecher im Standardfall besonders achten. Das sind unter anderem:

  • Teure Autos vor der Tür
  • Gut gepflegte Gärten
  • Leicht zugängliche Balkone
  • Abwesenheit der Bewohner
  • Kunststofftüren- und Fenster, die ein Profi innerhalb von drei Sekunden knackt
  • Hinweise auf ältere Bewohner. Dazu zählen z.B. Gardinen. Hier erwarten die Einbrecher mehr Bargeld und Schmuck. Junge Menschen brächten ihr Geld häufiger zur Bank.
  • Gekippte Fenster

Das hier agierende Klientel hat meist andere Wertvorstellungen von Einbrüchen. Was bei den allermeisten von uns als Straftat eingestuft wird, gilt bei den meisten Einbrechern höchstens als Kavaliersdelikt.

Aber nicht nur Diebstahl ist eine Gefahr für Wertgegenstände, sondern auch mögliche Wasserschäden und vor allem Feuer. Denn alleine wegen der Brandgefahr stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, zu Hause zahlreiche Geldscheine und wichtige Dokumente aufzubewahren? Bei Brandgefahr denkt man zuerst an Kerzen, aber viele Wohnungsbrände werden aufgrund von defekten Elektrogeräten ausgelöst. Dass im Keller mal Flüssigkeit ausläuft, ist nicht unbedingt selten und hier besteht die Gefahr, dass damit auch Geldscheine verrotten.

Um Wertgegenstände sicher aufzubewahren, muss ein solider Tresor her, der nicht abtransportiert werden kann.

Ein Tresor unter 1.000 kg oder der nicht fest in Wände oder Böden eingearbeitet werden kann, bietet keine gute Sicherheit vor Diebstahl

Ein solider Tresor bietet Schutz

Das heißt letztendlich, wer einigermaßen Sicherheit für sein Geld, Schmuck, Gold und Silber haben möchte, benötigt einen Tresor. Nun gibt es einen Safe bereits für relativ wenig Geld im Baumarkt zu kaufen. So bieten einige Tresore Feuerschutz und sind teilweise wasserdicht, aber Schutz vor Einbrechern bieten diese im Standardfall nicht.

Ein kleinerer Safe unter 1.000 kg kann von Einbrechern einfach abtransportiert und anschließend in Ruhe geknackt werden.
Einigermaßen Sicherheit bieten solche Wertschutzschränke, die entweder deutlich mehr als 1.000 kg wiegen oder in Wände bzw. im Boden eingearbeitet wurden und nicht einfach herausgehebelt werden können. Am besten ist es natürlich, wenn niemand die Existenz eines Tresors kennt.

Die Frage ob Schlüssel oder Zahlenschloss für den Tresor, beantwortet sich möglicherweise bereits dadurch selbst, wenn die Frage nach einem geeigneten Versteck für den Schlüssel auftaucht.

Noch besser ist es natürlich, wenn die Wohnung oder das Haus einigermaßen einbruchssicher ist. Hunderprozentigen Schutz gibt es zwar nicht, aber mit entsprechenden Schließvorrichtungen für Fenster und Türen sowie Alarmanlage wird es potentiellen Einbrechern so schwer wie möglich gemacht.

Fazit

Gegen sämtliche Eventualitäten gleichzeitig kann man sich einfach nicht absichern. Daher bevorzuge ich einen Weg, dass – egal was auch passieren möge – in keinem Fall alles verloren ist. Ähnlich wie bei der Diversifikation von Anlageklassen oder der Anlageklasse Aktien ist es meiner Meinung nach sinnvoll, seine Wertgegenstände an verschiedenen Orten verteilen. Das heißt, mindestens einen Teil bei der Bank und einen Teil in den eigenen vier Wänden. Über die anderen beiden Optionen muss jeder selbst entscheiden. Wer dennoch alles im eigenen Haus aufbewahren möchte, müsste das Eigenheim konsequenterweise auch zum Hochsicherheitstrakt umrüsten. 😉

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1 Antwort

  1. Chris sagt:

    Häufige Tipps sind
    – Wertsachen in TK-Dose in Kühltruhe
    – Buch aushöhlen und an passender Stelle in Bücherwand aufbewahren.

    Ich musste bisher 3x Wohnungen älterer Verwandter auflösen und hatte keine Hinweise auf irgendwelche Verstecke. Zu einer eingehenden Inspektion, die solche Verstecke hätte finden können, hatte weder ich noch der professionelle Räumer die nötige Zeit. Ich frage mich gelegentlich, ob wir „Schätze“ entsorgt haben.

    Also: wer versteckt, sollte sich auch über das Finden durch Berechtigte Gedanken machen, nicht nur über das Finden durch Langfinger.

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