Der stille Raub – ein Blick in die digitalisierte Zukunft mit Paradigmenwechsel

Mittlerweile ist meine letzte Buchbesprechung schon eine Weile her. Aber in dem Buch „Der stille Raub von Gerald Hörhan“ wird ein Thema aufgegriffen, welches hier auf dem Blog ebenfalls schon häufiger besprochen wurde und letztendlich uns alle betrifft. Es handelt um die Veränderung der Arbeitswelt durch die rasch voranschreitende Digitalisierung. Durch seine provokanten, aber auf den Punkt gebrachten Formulierungen erreicht er oft auch Leute, die eine rein sachliche Aufzählung der Argumente lediglich zur Kenntnis nehmen würden und sich am nächsten Tag kaum mehr daran erinnern.

Bekannt geworden ist der Investmentbanker und Immobilien-Investor durch sein Buch „Investment Punk – warum Ihr schuftet und wir reich werden“ aus dem Jahr 2011, das auf finanziell umdenken in diesem Artikel besprochen wurde. Seit einigen Jahren ist Gerald Hörhan auch in den digitalen Medien ziemlich präsent.

Zum Beginn des Buches erfährt der Leser die Umstände, in der der Autor, der generell die Technologie bis dato wenig beachtete, auf einem Seminar selbst wachgerüttelt wurde. Dort erfuhr er unter anderem einige Beispiele, was Unternehmen im Vergleich zu anderen Mitstreitern in derselben Branche unter sonst ähnlichen Rahmenbedingungen anders machten. Sie nutzten bereits die digitalen Möglichkeiten und erzielten auf diese Weise erheblich mehr Umsatz als der Branchendurchschnitt.

Von diesem Zeitpunkt an, wurde ihm klar, dass sich die wirtschaftlichen Spielregeln ändern werden und teilweise schon andere waren. Mit seinem beruflichen Background besaß der Autor bereits wichtige Netzwerkkontakte, doch von nun an bereiste er gezielt das Silicon Valley, dem Motor des technologischen Fortschritts.

Dort erkundigte er sich bei den jungen Unternehmern über die aktuellen Vorgänge und den Status der digitalen Möglichkeiten. Auch in Europa gibt es einige Inseln, die in diesem Bereich ziemlich weit vorne mitspielen, hier nannte er unter anderem Berlin.

Was passiert gerade?

Der technische Fortschritt ermöglicht, dass immer mehr Arbeitsschritte automatisiert werden können, für die bislang noch der Einsatz einer menschlichen Arbeitskraft notwendig war. So wird auch in den Medien jetzt schon teilweise über erste Erfolge bei führerlosen Zügen oder selbstfahrenden Autos berichtet. Selbst in der Finanz- und Versicherungsbranche werden einst gut verdienende Mitarbeiter durch Computer ersetzt. Hier ein Artikel von Goldman Sachs aus dem Februar 2017. Privatleute mit ein bisschen Interesse brauchen heutzutage auch keinen Finanzberater oder Vermögensverwalter mehr. Entweder sie beschaffen sich das Wissen aus Büchern, Blogs oder Kursen selbst oder greifen auf sogenannte RoboAdvisor zurück. Selbst bei Immobilienmaklern, Architekten oder in der medizinischen Diagnostik hat der technische Fortschritt bereits einen Fuß in der Tür.




Der Autor berichtete in „Der stille Raub“ über mehrere Veranstaltungen oder direkte Gespräche mit Menschen, die in den genannten Branchen arbeiten. Wie nicht anders zu erwarten war, machte sich bei den Betroffenen Erstaunen und Ungläubigkeit breit, in einigen Fällen berichtete er auch von verbalen Attacken nach seinen Ausführungen. Ein häufiger und gleichzeitig gefährlicher Satz fiel oft:

Mich wird das schon nicht betreffen.

So heißt es auf Seite 89:

„Das kollektive Verdrängen der digitalen Revolution ist umso erstaunlicher, als das Phänomen wegbrechender Berufsfelder eigentlich spätestens seit der Automatisierung der Arbeitsabläufe in Fabriken hinlänglich bekannt sein müsste.“

Weiter heißt es:
„Die Mittelschicht muss allerdings verstehen, dass sie diesmal nicht gebührend besorgt, aber dennoch entspannt dabei zusehen kann, wie bloß die bildungsferneren Schichten ihre Jobs verlieren.“

Veränderung_Arbeitswelt

Die Digitalisierung hat enorme Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zur Folge.

Natürlich – so ist es in den weiteren Ausführungen zu lesen – werden die Veränderungen durch Regulierungen seitens der Politik verzögert. Aber letztendlich kann die neue Welt niemand mehr aufhalten und der technische Fortschritt wird sich seinen Weg bahnen.

Die Folgen sind absehbar, mehrere Millionen Arbeitnehmer, die nicht bereit seinen umzudenken und sich umschulen zu lassen oder sich selbst weiterzubilden, seien von der Arbeitslosigkeit betroffen. Der Autor beschreibt ziemlich detaillierte Szenarien über die Auswirkungen, die solche Arbeitsplatzverluste für die Gesellschaft mit sich bringen werden. Allerdings wird hier nicht nur schwarz gemalt, denn es gibt auch neue – teilweise bislang ungeahnte – Chancen.

Welche Lösungen gibt es für die digitale Zukunft?

Mir geht es so, dass für mich Artikel, Berichte oder Videos, die lediglich ein Problem oder einen Missstand beschreiben, ohne dafür Lösungen oder zumindest Lösungsansätze anzubieten, ziemlich wertlos sind. In diesem Buch unterbreitet Gerald Hörhan, der die Digitalisierung in einigen Punkten auch durchaus kritisch sieht, sowohl für Politik als auch für den Privatbürger Vorschläge für Handlungen. Ob diese von der Politik gelesen und umgesetzt werden, lasse ich jetzt mal mit einem dicken Fragezeichen dahingestellt.

Jedoch haben es Privat-Leute selbst in der Hand, sich auf die Zukunft einzustellen. Der Autor hat elf wirtschaftliche Trends identifiziert, die zukunftsträchtig erscheinen, und er gibt noch einige Tipps, was sowohl Selbständige als auch Angestellte tun können. Allerdings sagt er auch ganz klar, dass dafür proaktive Handlungen notwendig sind. Wer die kommenden Veränderungen verdrängt, sich auf den Staat verlässt oder mit dem Thema einfach nichts zu tun haben will, wird von der Mittelschicht in die Armut abrutschen.

Fazit

Mir waren zwar etliche Inhalte dieses Buches bekannt, dennoch gab es für mich bei Details und einigen Zusammenhängen noch Neuigkeiten. Für Leute, die sich bereits mit Themen der digitalen Wirtschaft ausführlicher befasst haben oder ein digitales Business aufgebaut haben, ist das Buch zwar unterhaltsam, aber bringt nur vergleichsweise wenig neue Erkenntnisse.
Allerdings istDer stille Raub von Gerald Hörhanfür Millionen von Menschen, die noch in ihrem seit vielen Jahren gewohnten Trott leben, ein absolutes Muss! Für viele wird sich ein Paradigma verändern. Selbst wenn er nur 5% oder nur 2% dieser Leute erreichen kann, die auch wirklich etwas ändern, dürfte das Anliegen des Autors wohl erreicht sein.
Zur Erinnerung noch einmal der Hinweis, dass seine direkte Art mit teilweise sehr deutlichen und derben Worten einige Leser abschrecken könnte, die lieber sanfte Töne oder Meinungen hören wollen, die dem eigenen Weltbild entsprechen.


Die Mitglieder der Passiver Geldfluss Academy erlernen, wie sie selbst als Neulinge Chancen der Digitalisierung nutzen können und erfahren mehrere Möglichkeiten, um sich zusätzliche oder ganz neue finanzielle Standbeine aufzubauen.


  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten?
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

Falls Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantworten konnten, tragen Sie sich rechts oben in den kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein. Holen Sie sich mit der Anmeldung in den Newsletter zusätzlich das gratis eBook „Wie nahe sind Sie bereits Ihrer finanziellen Unabhängigkeit?

Zum Weiterlesen:

Das könnte auch interessant sein...

1 Antwort

  1. Max sagt:

    Das Ganze ist für mich eine Mischung aus Dingen die nachvollziehbar bzw. geradezu aufgelegt sind und Dingen die mir ziemlich aus der Hüfte geschossen scheinen.

    Aber einen logischen Bruch sehe ich schon: wenn nur ganz wenige die Aufträge ergattern können, von wessen Geld werden die dann bezahlt – von den 99% Abgehängten? Wo nehmen die die Mittel her? Der Staat fällt wohl mangels brav steuerzahlender Bürger aus.
    Würde dieses Szenario wirklich eintreten würde es nicht lange vorhalten – wir hätten wieder Hungerrevolten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.