Warum das Sparen von kleinen Geldbeträgen nicht zum finanziellen Wohlstand führt

Nanu, wird jetzt der ein oder andere über die Überschrift denken, dass Sparen von kleinen Geldbeträgen nicht zum Wohlstand führt. War es nicht so, dass weniger ausgeben als einnehmen sogar einer der Grundregeln der finanziellen Bildung ist und zur Blog-Philosophie passt?

Automatisch sich selbst bezahlen ist eine Grundregel

Beginnen wir der Reihe nach. Die wahrscheinlich einfachste Grundregel der finanziellen Bildung ist in der Praxis bei einem Großteil der Menschen scheinbar doch nicht so einfach. Man muss dauerhaft weniger Geld ausgeben als einnehmen. Optimal wäre, wenn dies wirklich jeden Monat eingehalten wird. Im real gelebten Alltag kommt es jedoch schon mal vor, dass in einzelnen Monaten die Bilanz negativ ausfällt. Jedoch sollte zum Beispiel über ein Quartal und erst recht über ein Jahr ein Überschuss vorhanden sind. Dieser – im Optimalfall – monatliche Überschuss bleibt nicht am Ende des Monats übrig, sondern man bezahlt sich als Privatperson nach den Geldeingängen selbst, und zwar völlig automatisiert. Ist dieses System eingerichtet und zur Gewohnheit geworden, lässt sich der Vermögensaufbau fast schon gar nicht mehr verhindern. Wie das alles in der Praxis umgesetzt werden kann, hatten wir in früheren Artikeln häufiger besprochen. Auf der Seite „Schulden abbauen und erfolgreich sparen“ sind einige dieser Artikel zusammengefasst.

Sofern jemand dieses automatisierte System bislang noch nicht im Alltag praktiziert, muss er für eine Weile seine zwar gewohnten, oft jedoch gar nicht bewussten täglichen Ausgaben kontrollieren und überprüfen. Steht das System, muss man anschließend nicht mehr auf jeden Cent schauen.
Ich beobachte jedoch ziemlich häufig, dass Menschen für eine 30 Cent günstigere Ware das Lebensmittelgeschäft wechseln und sich dort noch einmal an die lange Kasse stellen, um diese 30 Cent zu sparen. Oder sie gönnen sich keine Annehmlichkeit mehr, wie ein Getränk im Café und kommen zu Verabredungen mit selbstgeschmierten Broten. Diese Art der Selbstbeschränkung führt weder zum finanziellen Wohlstand, noch zu einem befreiten Lebensstil.

Wer mit guter Laune und voller vitaler Tatenkraft durch den Tag kommen will, wird dies nicht schaffen, in dem grundsätzlich nur die allerbilligste Wurst und Käse gegessen wird oder sich bei einem Treffen mit Freunden oder Arbeitskollegen aus Geiz keine Getränke leistet. Einerseits ist es für die jeweils aktuelle Situation nicht förderlich, wiederkehrend qualitativ wenig wertvolle Lebensmittel zu sich zu nehmen. Denn wer im Leben etwas erreichen will, muss voller Energie und Vitalität sein.
Zudem ist auch bei Gebrauchsgegenständen ist nicht immer nur der niedrigste Preis die beste Wahl. Denn bei schlechter Qualität muss man häufig nach einigen Monaten doch noch auf die teurere Variante zurückgreifen, wenn die Mängel offensichtlich geworden sind – und die einst angedachten Einsparungen sind nach hinten losgegangen.

Regelmäßig weniger ausgeben als einnehmen ist notwendig. Jedoch ist es nicht zielführend auf kleine Cent-Beträge zu achten.

Regelmäßig weniger ausgeben als einnehmen ist notwendig. Jedoch ist es nicht zielführend auf kleine Cent-Beträge zu achten.

Auf kleine Geldbeträge zu achten ist Armutsdenken

Zum anderen gelangt dieses Verhalten, nämlich immer auf den Preis zu achten oder zu verzichten, als Gewohnheit tief in das Unterbewusstsein. Damit haben sich Menschen mit diesen Gewohnheiten ein typisches Armutsdenken angeeignet. Mit dieser Denkweise ist zwar ein spartanisches Leben möglich, aber zum finanziellen Wohlstand wird so wohl nie reichen. Reiche Menschen achten durchaus auf ihr Geld und dass keine unnötigen oder zu teuren Ausgaben entstehen. Allerdings gönnen sie sich ab und zu auch mal was für ihr Geld. Vor allem denken reiche Menschen auch beim Geld groß. Ich glaube, es war Bodo Schäfer, der in einem seiner Bücher vorgeschlagen hat, immer einen 500 Euro Schein bei sich zu haben. Die Absicht dahinter war, sich reich zu fühlen. Dass man fast überall in der Lage wäre zu sagen, „Hey, wenn ich wollte, könnte ich mir das leisten“.

Bleiben wir beim Beispiel von 500 Euro. Ein Test, ob auch Sie schon reich denken oder noch nicht so weit sind, ist folgendes Beispiel. Angenommen, Sie können bei einem Seminar, welches 500 Euro kostet einen echten Nutzen erhalten. Entweder Wissen, welches noch gar nicht so allgemein bekannt ist oder eine Schritt für Schritt – Anleitung, die Sie entweder finanziell oder persönlich weiterbringt. Die meisten Menschen zucken bei 500 Euro zusammen und sagen: „Was, so viel Geld?“. Das ist die Gruppe, die bislang noch nicht bei finanziellen Angelegenheiten groß denkt. Anderen geht folgender Gedanke durch den Kopf: „Wenn es mir wirklich einen Mehrwert bringt, ist das eine Investition.“ Zur Erinnerung: Eine Investition sorgt nach überschaubarer Zeit für einen (höheren) Geldstrom in das eigene Portemonnaie. Wenn Sie auf einem Seminar etwas Neues lernen, steigern Sie auch Ihren Marktwert. Entweder bei Ihrem Job als Angestellter, der Ihnen möglicherweise den Weg für eine besser bezahlte Position freiräumt oder Sie haben eine neue Fähigkeit gelernt, die Sie auch gewinnbringend in der Selbständigkeit anwenden können. In beiden Fällen können Sie anschließend eine angenehmere Tätigkeit ausüben oder erhalten höhere Einkünfte – oder sogar beides.



Oft höre ich auch Sätze, wie: „Ich kann nur durch extremes Sparen zu mehr Geld kommen, denn höhere Einkommen sind für mich nicht möglich“. Bereits im früheren Artikel „Nicht nur sparen, sondern nach weiteren Einnahmen suchen„, hatte ich hervorgehoben, dass zu rabiates Sparen ein Gefühl der Unfreiheit erzeugt. Daher war mein Vorschlag, sich ab einem bestimmten Punkt lieber auf zusätzliche Einnahmen zu fokussieren. Hinzu kommt folgender wichtiger Fakt: Nicht zuletzt wegen des immer rascheren Voranschreiten der Digitalisierung werden in den kommenden rund zehn Jahren Millionen Menschen gezwungen sein, sich alternative Wege für ihre Einkünfte zu suchen.

Fazit

Richten Sie sich ein System ein, bei dem Sie sich nach den Zahlungseingängen selbst zuerst bezahlen und im Laufe der Zeit diesen Betrag automatisch steigern. Das übrige Geld steht Ihnen frei zur Verfügung. Sie sollten es dann zwar nicht unkontrolliert aus dem Fenster werfen, jedoch müssen Sie nicht überall auf jeden Cent achten. Im Gegenteil, wenn Sie sich ab und zu auch etwas Angenehmes gönnen, gelangt in Ihr Unterbewusstsein ein Gefühl der Freiheit – dass Sie es sich leisten können. Damit steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit zum finanziellen Wohlstand zu gelangen, sondern Sie empfinden auch eine höhere Lebensqualität. Anstatt sich in die Negativspirale des immer verbisseneren Sparens zu begeben, seien Sie lieber offen für die heutzutage zahlreichen Möglichkeiten alternativer Einkünfte.

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4 Antworten

  1. janxb sagt:

    Diese Aussage kann ich so nicht ganz bestätigen. Zumindest diese Grenze zum „Armutsdenken“ ist bei jedem individuell. Ich lebe seit einigen Monaten aus (nicht in) zwei Umzugskartons, weil ich demnächst umziehe. Allerdings habe ich mich nun mit diesem Lebensstil angefreundet. Man hat keinen Ballast mehr und am Ende des Monats bleibt doch eine ansehnliche Summe übrig. Denn auch die kleinen Ausgaben läppern sich zu einem großen Ganzen.

    Wo ich dir zustimmen kann ist, dass man selbst immer wieder hinterfragen muss ob man an alltäglichem spart, weil man es nicht anders kennt, oder weil es einem Spaß macht. Ich freue mich über jeden gesparten Euro, jeden Kilometer den ich mehr laufe weil die Parkplätze in der Innenstadt so teuer sind, jeder Urlaub der „nur“ in einer günstigen Ferienwohnung stattgefunden hat. Und für mich führt gerade das gesparte Geld eher zu einem stärkeren „sich etwas leisten können“-Gefühl.

  2. Gurki sagt:

    Schöner Artikel! Ich bin (leider) auch recht geizig. Mit mir selbst, aber auch anderen gegenüber. Hier noch ein paar Cent sparen, da noch ein paar Cent sparen. Ich versuche schon immer einen Mittelweg zu finden, aber das ist gar nicht so einfach. Dabei habe ich das Geld ja um mal ne Kugel Eis essen zu gehen. Aber trotzdem gebe ich mein Geld nur sehr wiederwillig für sowas aus. Daran können Freundschaften, aber auch Beziehungen scheitern…
    Aber ich weiß auch nicht, wie man den Gedanken klarer fassen kann und eben von dem (geizigen) Spargedanken wegkommt. Es ist ja gut zu sparen, aber leider auch nicht so wie ich es tue und das so extrem mache.
    Mitunter leiste ich mir dann auch mal was teures, aber wie oben geschrieben, oftmals verweigere ich mir aus Geiz beispielsweise ein Eis.

  3. Ich finde den Ansatz gut und es ist wichtig, sich beim Sparen auf die richtigen Dinge zu konzentrieren: Wer beim Wohnen und Transport gute Lösungen findet, ein gutes Gehalt hat und dann noch unnötige Versicherungen meidet, muss (!) sich auch ab und zu auch mal eine Kugel Eis gönnen 😉
    Ich zwinge mich regelmäßig z.B. zu einer Pause im Cafe, gehe essen und reise gerne. Der Unterschied zu vielen anderen liegt aber darin, wie oft und zu welchen Preisen man das alles macht. Den Cafe darf man nicht zur täglichen Gewohnheit werden zu lassen, Reisen und Essen gehen geht in einem breiten Preis-Spektrum. Wer immer alles raushaut („Ich lebe ja jetzt“) macht meiner Meinung nach einen riesen Fehler, wer in Cent Beträgen denkt, denkt allerdings tatsächlich auch wieder zu klein. Der gesunde Mittelweg machts 🙂
    Gruß
    Jonas

  4. LarsHattwig sagt:

    Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte. Ich hatte in der Tat mit einer gemischten Reaktion gerechnet 🙂 , denke aber, dass die Botschaft rübergekommen ist. Dieser zu starke Fokus auf jeden Cent, trotz eines bereits funktionierenden „sich selbst bezahlen-Systems“ ist nach meiner Erfahrung auf dem Weg zum finanziellen Wohlstand kontraproduktiv.
    Wer die „Daumenschrauben“ bei seinen Sparbemühungen etwas mehr lockert, wird feststellen, dass der eingeschlagene Weg weiter gut, wahrscheinlich letztendlich sogar noch besser funktioniert, trotz der rein rechnerisch ein paar mehr ausgegebenen Euro pro Monat.

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