Warum es nichts bringt, mit einer Spende von einem Euro Bedürftigen zu helfen

Schon seit vielen Jahren lebe ich in Berlin. Als gesunder Mensch benötige ich hier in einer Großstadt kein Auto, sondern nutze öffentliche Verkehrsmittel bzw. das Fahrrad. Dadurch habe ich mehr Bewegung im Laufe eines Tages, spare Geld und bekomme auch besser die Dynamik der Großstadt inklusive der Menschen und ihren Gewohnheiten mit.

Als ich früher noch Angestellter war, bin ich daher häufig mit der S-Bahn ins Büro gefahren. Dabei tauchten ab und zu offensichtlich Bedürftige auf, die die Fahrgäste um eine Spende gebeten haben. Einige versuchten dies auf eine eher plumpe, teilweise ruppige Art, andere waren dabei kreativ und ließen sich irgendetwas einfallen, wodurch die Fahrgäste aufmerksam wurden oder gar schmunzelten. Letztere Gruppe hatte den größeren Erfolg, um von einzelnen Fahrgästen etwas Kleingeld als Spende – eigentlich ist es schon eine kleine Vergütung – zu erhalten.

Einige der Bedürftigen begannen ihre Ansprache mit: „Ich bin vorübergehend obdachlos“ oder „Leider bin ich kurzfristig in diese Situation geraten“. Diese Sätze sagten sie etwa vor sieben bis achten Jahren.



Heute arbeite ich überwiegend im Homeoffice an meinen Projekten und fahre nur noch gelegentlich zu den Hauptverkehrszeiten mit der S-Bahn. Ein Großteil der Bedürftigen, die bereits vor sieben bis acht Jahren um einen Euro gebeten hatten, ist heute noch unterwegs. Das lässt aus meiner Sicht folgenden Schluss zu: Entweder ist dieses Vorgehen ein lukratives Arbeitsmodell oder diese Menschen kommen mit den Spenden gerade so über die Runden, aber verbessern nicht wirklich ihre Lebenssituation. Ich vermute sehr stark die zweite Variante.

Es ist noch nicht einmal notwendig, auf wirklich Bedürftige oder gar Obdachlose zu blicken. Fast jeder kennt die Leute in seinem Bekannten- oder sogar Verwandtenkreis, die ständig knapp bei Kasse sind, und durch kurzfristige Kredite oder Geldspenden sich irgendwie über die Runden halten. So lange dieses Vorgehen funktioniert, ist der Schmerz nicht groß genug, um nachhaltig etwas an seinem Leben zu ändern. Es vergleichbar mit einem Drogensüchtigen, dem man permanent kleinen Dosierungen der Droge gibt. Er ist nicht wirklich clean, aber kommt auch nicht nachhaltig von der Droge weg.
Deshalb finde ich es auch nicht besonders hilfreich, wenn man „Bettlern“ regelmäßig einen Euro gibt. Kurzfristig für den aktuellen Tag mag dies eine Hilfe sein, aber von einer langfristigen Lösung sind diese Menschen durch diese kleinen Dosierungen an Spenden weit entfernt. Denn was passiert mit den erhaltenen Almosen? Sie kaufen sich davon Nahrungsmittel und kehren anschließend in ihrem gewohnten Umfeld zurück. Am nächsten Tag beginnt das „Spiel“ erneut und bezüglich einer langfristigen Verbesserung passiert im Standardfall überhaupt nichts.

Bedürftige Menschen sind nicht so auf die Welt gekommen. Wie jedes kleines Kind waren sie voller Entdeckungsdrang und Optimismus. Irgendetwas in der Zeit zwischen Kindheit und dem Erwachsenenalter muss jedoch passiert sein, dass diese Menschen abgerutscht sind. Über die Bandbreite der Ursachen ließe sich problemlos ein ganzes Buch schreiben und soll hier jetzt nicht Gegenstand des Artikels sein. Jedoch wird der richtige Umgang mit Geld von zu wenigen Eltern an ihre Kinder weitervermittelt, in Schulen passiert diesbezüglich fast gar nichts. Hier ist es auch schwer von außen hereinzukommen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Bedürftigen zu helfen - Eine Spende von einem Euro für Bedürftige ist gut gemeint, hilft den meisten langfristig aber nicht zu einem besseren Leben

Eine Spende von einem Euro für Bedürftige ist gut gemeint, hilft den meisten langfristig aber nicht zu einem besseren Leben

Was wären Lösungen?

In fast allen Fällen – vom Obdachlosen bis zum Verwandten, der ständig klamm ist – fehlt es an finanzieller Bildung. Schon alleine eine fundierte finanzielle Bildung würde Millionen von Menschen zu einer höheren Lebensqualität führen. Wer einmal mit einer Person, die chronisch pleite ist, versucht hat über finanzielle Bildung zu sprechen, wird in den allermeisten Fällen auf einen ähnlich schwierigen Fall treffen wie einem Fisch beizubringen auf einem Baum zu klettern.

Es fehlt die Bereitschaft aktiv daran zu arbeiten, um eine wesentliche Verbesserung der eigenen Lebenslage herbeizuführen. Nicht nur hier auf diesem Blog gibt es wertvolle Inhalte zur finanziellen Bildung, jedoch wird kaum jemand von der in diesem Artikel besprochenen Personengruppe dieses Angebot suchen, geschweige denn lesen und umsetzen. In der Hoffnung, dass doch einmal jemand diesen Artikel liest, empfehle ich zum Einstieg die Artikelübersicht Schulden abbauen und erfolgreich sparensowie noch grundsätzlicher die Artikelserie zum Money Mindset.

Oft kommt die Erkenntnis erst nach einem richtigen Absturz, wenn jemand im wahrsten Sinne des Wortes am Boden liegt oder sobald von keiner Seite her eine kleine Dosis Drogen mehr zu bekommen ist bzw. die Dosis zu schwach geworden ist. Erst am Boden liegend keimt der Entschluss, ab sofort sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, d.h. Verantwortung zu übernehmen. Die Verantwortung nicht bei anderen suchen, sondern sie zu 100% selbst zu übernehmen.
Eine Grundvoraussetzung dafür, um eigenverantwortlich den eigenen Finanz-Karren aus dem Dreck zu ziehen, ist eine Perspektive zu haben. Eine Perspektive für ein besseres Leben, an die man auch tatsächlich glaubt. Ist (scheinbar) keine intrinsische Motivation mehr vorhanden und derjenige glaubt nicht mehr daran, wäre der erste Gang zu einer Schuldnerberatung oder zu den auf der Seite Internationale Gesellschaft für Menschenrechte verlinkten Anlaufstellen. 

Wie kann jeder einzelne helfen?

Im Artikel, dass finanzieller Wohlstand mit anderen geteilt werden sollte und im YouTube-Video über die fünf Gründe für den Vermögensaufbau hatte ich herausgestellt, dass wir einen Teil unseres Wohlstandes an andere Menschen, denen es weniger gut geht, spenden sollten. Weniger hilfreich finde ich hier einem Bedürftigen ein oder zwei Euro in die Hand zu drücken als stattdessen mit Spenden Organisationen zu unterstützen, die gleich eine Vielzahl von verarmten Menschen helfen können und mit psychologisch geschultem Personal ein mentales Fundament erreichten können. Da ich hier nicht im Auftrag einer Hilfsorganisation schreibe, sondern meine Ansicht über diese Problematik wiedergebe, nenne ich auch keine Organisation. Ein wenig Recherche im Netz liefert genügend Anlaufstellen und einige sind auf der Seite Internationale Gesellschaft für Menschenrechte aufgelistet.

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