Die unterschiedlichen Ansichten über Frugalismus

In den letzten Tagen und Wochen ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich die Ansichten über Frugalismus sind. Dieses Thema wird – sofern den Beteiligten zumindest halbwegs klar geworden ist, worum es geht – ziemlich kontrovers diskutiert.
Warum ist mir das so deutlich aufgefallen? Im April gab ich ein Interview, in dem wir uns unter anderem auch über Frugalismus unterhielten. Als der Artikel veröffentlicht wurde, fielen die Meinung darüber in den Social Media und in den Kommentaren durchaus sehr unterschiedlich aus.

Aber der Reihe nach. Wie sieht eine Definition von Frugalismus aus?

Dazu finden sich durchaus mehrere Definitionen und vor allem aber sehr unterschiedliche Motive

Auf Wikipedia ist zu lesen:

„Frugalisten sind Menschen, die aus dem Hamsterrad der Arbeitswelt ausbrechen wollen. Sie beschäftigten sich mit der Frage, „wie sie möglichst früh finanziell unabhängig von ihrem Einkommen werden, also nur noch von ihrem angesparten Vermögen leben.“ Es handele sich bei Frugalisten um „Menschen, die nicht arbeiten wollen, bis sie 67 Jahre alt sind.“

und

„Eine Gruppe von Menschen, die radikal Status-unabhängig, aber nicht unchic leben möchten. Sie interessieren sich für Herkunft und Langlebigkeit von Produkten, für die Ökobilanz und den klimatischen Fußabdruck, vor allem aber für selbstgemachte Alternativen. In der Regel haben die Frugalisten wenig Geld, manchmal sind sie aber auch wohlhabend mit einer klar kritischen Attitüde und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für das große Ganze.“

Schon diese kurzen Auszüge belegen, wie breit das Gebiet des Frugalismus gefächert ist. Zwischen „sie haben wenig Geld“ und „finanzieller Unabhängigkeit“ ist die Spannweite sehr groß. Auch zwischen einer ökologischen Motivation und „einfach nicht bis ins hohe Alter irgendeiner Tätigkeit nachgehen zu wollen“ ist die Bandbreite der Möglichkeiten groß.



Warum sorgt dieses Thema für kontroverse Ansichten?

Es handelt sich hier schon um sehr gegensätzliche Lebenseinstellungen, die aufeinander treffen. Auf der einen Seite, diejenigen, die aus der „Normalität und Abhängigkeit“ ausbrechen und gleichzeitig ihr Ding machen wollen. Auf der anderen Seite diejenigen mit einem Leben, was viele als gesellschaftlich normal bezeichnen. Also 9 to 5-Job bis zum offiziellen Ruhestands-Alter, Eigenheim, Kinder, Hund, nicht selten auch verschuldet, usw.
Die einen teilen sich ihre (Lebens-)Zeit so ein, wie sie es für richtig halten, die anderen leben ihr Leben vorwiegend am Wochenende sowie im Urlaub.

Ich möchte beide – für die Veranschaulichung ziemlich zugespitzten – Gruppen an dieser Stelle nicht werten. Denn jeder trifft im Laufe seines Lebens Entscheidungen darüber, wie sein eigener Weg aussehen wird. Ist ein Weg erst einmal eingeschlagen worden, lässt er sich zwar grundsätzlich ändern, jedoch oft nicht von heute auf morgen ohne dabei zu viele Scherben zu hinterlassen. Gehen wir jedoch mal einige Kommentare durch, die mir als Reaktion auf den veröffentlichten Artikel aufgefallen sind.

„Wer für das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit spart, hat kein Spaß am Leben gehabt.“

Interessanterweise wird „Spaß“ und „Freude“ bei vielen Menschen gleichgesetzt mit „Geld ausgeben“. Das wird aus meiner Sicht ein Hauptgrund sein, warum selbst Leute mit fünfstelligen Eurobeträgen pro Monat dennoch nicht selten alles Geld ausgeben. Die Grundbedürfnisse wie Nahrungsmittel, ein Dach überm Kopf und eine ausreichende Hygiene sowie medizinische Versorgung sollten befriedigt sein. Aber was darüber hinaus geht, unterliegt meiner Meinung nach sehr den eigenen Ansprüchen. Wer viel Geld für sogenannte Status Symbole ausgibt, sollte für sich einmal hinterfragen, warum er diese vermeintlich braucht?

Frugalismus - Menschen, die unter ihren finanziellen Möglichkeiten leben

Frugalisten sind Menschen, die aus unterschiedlichen Motiven dauerhaft unterhalb ihren finanziellen Möglichkeiten leben.

„Wer nicht mehr arbeiten gehen muss, handelt unsozial“

Dieses Argument habe ich noch nie richtig verstanden. Wer finanziell unabhängig ist, belastet keine Sozialkassen und wer als Privatier Zinsen und Dividenden erhält, muss diese doch ebenfalls besteuern, auch Unternehmer müssen ihre teilweise passiven Einkünfte aus ihren Aktivitäten besteuern. Gerade die Dividende aus Aktienbesitz wird insgesamt dreimal besteuert, bevor sie beim Privatanleger auf dem Konto landet. Passend dazu der Artikel: Ist viel Geld zu besitzen unsozial?

„Wer Kinder hat, für den kommt das nicht in Frage“

Ganz klar, wenn Kinder mit im Spiel sind, sind die Herausforderungen größer und die Zeit bis zur finanziellen Unabhängigkeit dauert länger. Zudem ist die Verantwortung höher als wenn man lediglich für sich alleine oder zu zweit aufkommen muss. Allerdings gibt es bereits in der Finanzblogger-Community einige Menschen, die auch mit Kindern finanzielle Unabhängigkeit erlangt haben.

„Gar keiner Tätigkeit mehr nachzugehen, wäre nichts für mich“

Für mich wäre das auch nichts. Daher hatte ich in der Vergangenheit schon einige Artikel darüber verfasst, dass es eine Illusion ist, finanzielle Unabhängigkeit erreichen zu wollen, weil man „von etwas Ungeliebtem weg“ möchte (z.B. eine ungeliebte Arbeit, seinen Vorgesetzten, was auch immer). Zum Beispiel: Warum man nicht auf den Ruhestand hinarbeiten sollte und die Artikelserie Das Leben in der finanziellen Unabhängigkeit. Spätestens nach drei Monaten Urlaub, Strand, Meer, Fernsehen, Biergarten fällt jedem gesunden Menschen sinnbildlich die Decke auf den Kopf. Die einen wundern sich dann, warum sie ständig frustriert sind, andere suchen sich ein neues Betätigungsfeld.

Frugalismus geht tiefer als nur Geld beiseite zu schaffen

Wer einmal seine Abläufe im Alltag hinterfragt und eine Situation erschafft, die einem erlaubt den täglichen Ballast abzuwerfen, findet Gelegenheit herauszufinden,  was einem wirklich im Leben wichtig ist. Typische Fragen sind:

  • Lebe ich das Leben wie ich es mir früher erträumt hatte?
  • Lebe ich mein eigenes Leben oder wurde es mir von anderen aufgetragen?
  • Arbeite ich auch für meine eigenen Ziele oder hauptsächlich für die Ziele anderer Menschen?
  • Was ist meine Hauptaufgabe auf dieser Welt?
  • Lebe ich bereits jetzt schon oder schiebe ich alles auf die Zukunft (z.B. auf die Zeit des Ruhestands?)

Zum Abschluss dieses Artikels fehlt jetzt noch eine Version, wie ich Frugalismus beschreiben würde.

Eine Person, die dauerhaft unter ihren finanziellen Möglichkeiten lebt, aber dennoch eine gefühlt gute Lebensqualität genießt. Ziel ist finanzielle Unabhängigkeit, aber nicht mit der Absicht sich dauerhaft zur Ruhe zu setzen, sondern einer Herzenstätigkeit nachzugehen.

 

  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten?
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

Falls Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantworten konnten, tragen Sie sich in einen der kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein.

 

Zum Weiterlesen:

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13 Antworten

  1. Sehr schöner Artikel.

    Die zweite Definition von Frugalismus kannte ich noch gar nicht. Die erste fand ich aber auch nicht unbedingt sehr treffend.

    Da finde ich deine Definition wesentlich besser.

    Wenn ich bspw. in einer großen Wohnung sehr glücklich bin, in einer kleineren Wohnung ein klein Wenig unglücklicher aber wesentlich weniger zahle, dann ist das Glück pro Geldeinheit gestiegen. Das ist für mich u.a. ein frugalistischer Ansatz.

    Viele Grüße
    Tanja

  2. Henning sagt:

    Hallo Lars,
    sehr schöner Artikel. Gefällt mir sehr gut. Besonders deine „Diskussion“ um die unterschiedlichen Glaubenssätze, die uns im Leben begleiten können.
    Vielleicht passt mein Artikel thematisch zu Deinem. http://www.110prozent.club/glaubenssaetze/
    Viele Grüße
    Henning

  3. Nico sagt:

    Moin Lars,

    ich hatte nach Lektüre des Fokus Artikels kurz durch die Kommentare geblättert und war verblüfft. Die positiven Kommentare waren in der Minderheit und die meisten haben einfach nur draufgeknüppelt was das Zeug hält – oft auch unter die Gürtellinie.

    Du hast das erreicht, wovon viele in der Finanzblog-Community träumen. Bist also in einer Art Vorbild für uns. Aber dafür schlägt Dir in den Mainstream Medien eher Verachtung entgegen.

    Dafür gibt es sicherlich viele Gründe, auf die ich gar nicht eingehen möchte. Fakt ist, man braucht schon ein wirklich dickes Fell um sich für solch ein Medium interviewen zu lassen. Der Frugalist kann da sicher auch ein Lied von singen. Das ist eigentlich schade, weil wir gerade in den Mainstream Medien viel eher erreichen könnten, dass sich die Leute mehr um ihre Geldangelegenheiten kümmern.

    Ich hoffe Du nimmst Dir das negative Feedback in den Kommentaren nicht zu sehr zu herzen. Mach weiter so!

    VG, nico

  4. Ich wusste gar nicht, dass es anscheinend so unterschiedliche Ansichten über Frugalismus gibt. Aber ich merke gerade, dass ich den Begriff auch gar nicht so gut definieren kann … Ich kann nur beschreiben, was mir in den Kopf kommt, wenn ich den Begriff höre: Ich habe einen dünnen, pflichtbewussten und intelligenten Menschen vor mir, der nicht darauf achtet, was er trägt oder wie er aussieht. Er kauft niemals Statussymbole und ist etwas Öko angehaucht. Was Geld betrifft, kann er vermögend, aber auch pleite sein. Charakteristisch ist, finde ich, dass aber niemals mehr ausgegeben wird als eingenommen, selbst wenn man nichts spart. Die zweite Definition trifft es wohl ganz gut, meiner Meinung nach … aber ansonsten würde ich den Begriff „frugal“ einfach mit „sparsam“ übersetzen.

    Wo gibt es denn den Artikel zu Fokus? Ich finde ihn auf die Schnelle gar nicht. Ehrlich gesagt, würde ich mir aber negative Kommentare nicht so zu Herzen nehmen. Je mehr ich finanziell umdenke, desto weniger verstehe ich die Schlagzeilen bei solchen Mainstream Medien. Z.B. gerade beim Suchen: „Man nennt das Ausbeutung: Trotz Vollzeitjob: 3,7 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 2000 Euro brutto“ Wo soll man da anfangen? Ich bin aber heilfroh, dass mir solche Überschriften mittlerweile total fremd vorkommen, das heißt, ich habe mich weiterentwickelt 🙂

    Viele Grüße
    Anna

  5. LarsHattwig sagt:

    Vielen Dank für die guten Antworten und netten Worte 🙂
    Wer ein Interview gibt, was die größere Öffentlichkeit erreicht, kann und darf nicht nur mit positivem Feedback rechnen. Dass jemand komplett andere Meinungen vertritt ist völlig ok. Mir war jedoch wichtig, einige „Kritikpunkte“ hier noch einmal gebündelt anzusprechen, weil sie sonst untergehen.

    Schon mal als Ankündigung, dass inzwischen auch Interviews über andere Kommunikationsmittel (Radio, Podcast) erstellt worden sind. Dort lässt sich solch ein Thema wahrscheinlich besser behandeln als in einem Text, den man nach zwei bis drei Minuten durchgelesen hat. Sobald diese veröffentlicht sind, werde ich sie hier auch verlinken.

    Viele Grüße
    Lars

  6. Reinsch sagt:

    Mh, die beiden oberen Wikipedia Definitionen finde ich eigentlich nicht besonders treffend.

    Die finanzielle Unabhängigkeit und dadurch ein vorzeitiger Ruhestand KANN eine Motivation für einen frugalen Lebensstil sein. Das muss aber nicht zwangsweise so sein. Damit wäre der Frugalismus auch eben ein Werkzeug, um dieses Ziel zu erreichen, aber nicht das Ziel an sich.

    Auch den ökologischen Aspekt sehe ich nicht zwingend. Es gibt zweifelsohne eine gewisse Schnittmenge, das liegt nahe. Aber ähnlich wie es unfrugale Ökos gibt, gibt es sicher Frugalisten, denen das eher egal ist.

    Die letzte Definition von dir ist da meines Erachtens am treffendsten: Jemand der bewusst unter seinen (finanziellen) Möglichkeiten lebt, ohne das jedoch als Verzicht oder Selbstkasteiung zu empfinden.

  7. Moin Lars,
    klasse Artikel! Es wird immer Menschen geben, die das Thema nicht verstehen oder verstehen wollen. Das beginnt ja schon mit Glaubensätzen wie „Geld verdirbt den Charakter“ – wie soll man da etwas gutes daran finden, wenn jemand ein so (finanziell) sparsames Leben (denk: geizig) führt und dabei eine hohe Sparquote hat?

    Für viele ist es leider unvorstellbar, auch mit wenig Geld sehr glücklich zu leben.

    Aber immerhin bin ich durch die ganze Diskussion auf deine Blog gestoßen 😉

    Beste Grüße
    Tobias

  8. Venyo sagt:

    „Die einen teilen sich ihre (Lebens-)Zeit so ein, wie sie es für richtig halten, die anderen leben ihr Leben vorwiegend am Wochenende sowie im Urlaub.

    Ich möchte beide [..] Gruppen an dieser Stelle nicht werten.“

    Ganz ehrlich: Das ist doch schon eine unglaubliche harte Wertung, dem Otto-Normalbürger zu unterstellen er würde sich seine Lebenszeit nicht so einteilen wie er es für richtig hält und er würde nur am Wochenende leben.

    Es gibt z.B. viele Menschen, die sehr gerne arbeiten und für die Arbeit ein schöner und wichtiger Teil seines Lebens ist. Zu Behaupten, dass man bei der Arbeit nicht „lebt“ ist einfach so völliger Quatsch, ich hab fast keine Lust mehr weiter zu lesen….

    • Tobias Claren sagt:

      Glaube Ich nicht…
      Ein „wichtiger Teil ihres Lebens“?
      Also würde diese Menschen ihre Arbeit NICHT aufgeben, wenn sie durch Lottogewinn, Erbe etc. zu 30Mio kämen?
      Wer dann kündigt, aber vorher solche Sprüche („wichtiger Teil meines Lebens“, „Spaß“ etc.) kloppfte ist ein Heuchler.

      Menschen für die es UNVORSTELLBAR ist, sich Freitag Abend auf Montag morgen zu FREUEN.
      Menschen die Begriffe wie „herunter kommen“ verwenden, zeigen doch schon wie mies ihre Arbeit ist.
      Auch auch das Wort „Feierabend“ an sich zeigt doch dass der Erfinder eine miese Arbeit haben musste, wenn man es feiert dass die Arbeit endlich vorbei ist. Für den Tag.
      Dazu passend der Film „Clockwatchers“. Menschen die auf die Uhr gucken, wenn denn endlich „Feierabend“ ist…

  9. Venyo sagt:

    Okay, der Rest vom Artikel ist auch nicht besser:

    „Wer viel Geld für sogenannte Status Symbole ausgibt“

    Es geht bei dem Argument doch um Spaß und nicht um Statussymbole. Eine Weltreise oder ein Besuch im Sternerestaurant können ja sehr wohl teuer sein und Spaß machen und nichts mit Statussymbolen zu tun haben. Natürlich ist das Argument der Frugalismus-Gegener Quatsch, aber aus ganz anderen Gründen.

    „Dieses Argument habe ich noch nie richtig verstanden. Wer finanziell unabhängig ist, belastet keine Sozialkassen“

    Er zahlt aber weniger in diese Kassen ein, als wenn er arbeiten würde. Außerdem konsumiert er evtl. weniger und unser Wirtschaftssystem ist nunmal aktuell auf Konsum angewiesen. Dass ist das ein Fehler im System und nicht beim Frugalisten ist, ist auch klar, aber das Argument kann man schon verstehen – auch wenn es natürlich hanebüchen ist.

    So, ich muss mal zum Finanzwesir und mich beschweren 😉

  10. LarsHattwig sagt:

    Wie weiter oben angekündigt, gab es weitere ausführliche Interviews zum Thema. Im Podcast mit Kolja Barghoorn http://www.aktienmitkopf.de/blog/podcasts/200-129-dank-frugalismus-mit-44-in-den-ruhestand-interview-mit-lars-hattwig (Aktien mit Kopf) sprechen wir sehr ausführlich über das Investieren, Frugalismus, finanzielle Unabhängigkeit und Persönlichkeitsentwicklung.

  11. Tobias Claren sagt:

    Was hat denn das mit „Bescheidenheit“ zu tun?
    Das kann man auch ganz eoistisch (positiv) sehen, wenn man früh aufhören will zu arbeiten.
    Leben kann man wenn man selbst rund €180 KV zahlt auch von 600 Euro pro Monat.
    Miete warm 350, oder im Wohnwagen auf dem Campingplatz 100/Monat.
    Für irgendwelche „Ich hab mir das verdient“/“Du fauler Parasit“-Menschen (beides die gleiche Person), die vorher gegen Menschen die zu wenig für ihre Rente artbeiten, oder generell zu wenig arbeiten (für ihr Recht zu leben) hetzen, aber mit 65 in Rente gehen…

    Zitat: „Die eigentliche Frage ist, was bringt es möglichst früh in Rente zu sein? Was macht man mit der vielen Zeit ohne viel Geld auszugeben?“
    Sagte „Maximilian Scholz“ ( https://www.youtube.com/channel/UCMeaBi8XvDoFT11inRWZ-Mg ) hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=khJE_FfL_NE&lc=UgySrkp__-J6suFkdjR4AaABAg.8jwMDQpVD5C8jwo6bsmtY7 (weit unten, vor 2 Wochen, heute ist der 02.09.2018).

    „Wer nicht mehr arbeiten gehen muss, handelt unsozial“

    Ich habe das auch nie richtig verstanden. Aber es ist mitunter schwer die oft auch sehr seltsam geschriebenen Kommentare zu verstehen. Und Ich gehe oft davon aus dass es keine Ausländer sind, sondern einfach degenerierte Deutsche… „Idiocrazy
    Die fühlen sich von „ihresgleichen“ „im Stich gelassen“.
    Evtl. denken sie auch noch an die Rentenkasse.
    Denn wer sehr güsntig lebt, und evtl. nur bis 40 oder gar 30 Arbeitet, zahlt weniger in die Renntekasse ein. Die Kasse aus der diese Leute einmal Geld bekommen wollen.
    Und wenn diese Menschen die mit 40 oder 30 aufhören, dann noch ins Ausland gehen, dann ist das „Verrat“! Das sind dann „Parasiten“, weil sie ihr Geld nicht hier ausgeben.
    Henry Ford hat damals seinen Angestellten hinterher spioniert, hat seinen „Geheimdienst“ losgeschickt um Nachbarn etc. zu befragen.
    Kam heraus dass ein Angestellter mit Migrationshintergrund Geld ins Ausland schickt, wurde der entlassen. Denn das Geld sollte in den USA ausgegeben werden.

    Ich habe eher den Eindruck dass der gemeine Dt. Pöbel (evtl. 80%?!?) ein Problem damit hat wenn Menschen nicht mehr arbeiten die NICHT „reich“ sind.
    Wenn in einem Forum jemand schreibt er wolle bis 30 hart handwerklich arbeiten, sehr viel, um dann auf Einheimischenniveau in Thailand zu leben, bekommt der den Hass zu spüren.
    Oder Felix Quadflieg in der Doku „Weniger arbeiten mehr Leben“. Ist bei YouTube zu finden.
    Sozialarbeiter, hat studiert, KÖNNTE mehr „Kunden“ (Problemfälle) haben, WIULL aber nicht.
    Arbeitet gerade so viel, dass es für sein einfaches Leben reicht.

    Bei Reichen gibt es nicht diese spezielle Art von Hass durch den Pöbel.
    Es ist eine andere Art „Hass“ gegen „die Reichen“.
    Der Pöbel betrachtet die Nichtreichen da evtl. auch wie eine Art „Verräter“, „Klassenverräter“ etc..
    Außerdem stellen diese Menschen das in Frage, mit dem sich diese Menschen ihr „besseres“ Leben erschaffen. UNd wie bei Religiösen Menschen scheint diese Menschen das zu treffen, wenn ein anderer zeigt, dass er kein Interesse daran hat.
    Das gibt es besonders bei Reichen. Sie wollen beneidet werden.
    Glauben dass JEDER mit viel Geld ein teures Auto fahren würde, einen teuren Anzug etc. trägt.
    Als Mark Zuckerberg zu den Vorgesprächen zum Börsengang von Facebook in einfacher „Straßenkleidung“ kam, fühlten die Anzugäffchen mit denen er sich traf deutlich beleidigt.
    Er zeigte ihnen damit, dass er keinen Wert auf solche Statussymbole legt.
    Warum bekannt ist, wie die das empfanden? Weil die sich danach in den Zeitungen, den Medien darüber auskotzten.

    Man stelle ich vor, man ist Chefarzt der Radiologie der Charitee, verdient evtl. 500.000 im Jahr, und kommt mit einem 5, 8, 12, 16 jahre alten Chrysler Grand Voyager (heute Fiat-Chrysler) da an, der evtl. auch schon nicht mehr tadellos aussieht. Stellt den zwischen die 50k, 100k Limousinen der Anderen.

    In England hat ein Sozialhilfe-Bezieher im Lotto gewonnen, was dem für Hass entgegen schlug.
    Als ob man sich das viel Geld gewinnen dürfen durch hartes Arbeitsleben verdienen muss.
    Genau so hat ein hart arbeitendes Kind moralisch nicht weniger Anspruch auf das Erbe der Eltern wie das „Lebenskünstler“-Kind, evtl. sehr billig leben, ab und zu ein paar medizinische Studien usw..

    „Wer Kinder hat, für den kommt das nicht in Frage“

    Die „Normalen“ lassen ihre Kinder evtl. verwahrlosen, und schon gehen die mit Schnitt 3 vom Gymnasium ab, und verenden in einem Ausbildungsberuf.
    Oder sie bieten ihren Kindern eine „tolle Kindheit“, aber das Leben danach ist denen scheiß egal.
    Dann besser eine „arme Kindheit“ (schon wegen dem lernen ist Technisch aber alles vorhanden, güsntig gebraucht), aber soweit möglich nur Einsen, evtl. gleich die Grundschule überspringen (weil man selbst schon ab der Geburt für das GS-Wissen sorgt, inkl. 2-6 Muttersprachen die JEDES Kind laut Experten lernen kann) etc..
    Dann lieber fast alles was pro Monat übrig bleibt in das Kind investieren (auch wenn 1500 Euro überbleiben würde, weil man sehr günstig wohnt/lebt), und dieses kann dafür (natürlich freiwillig) später für die Eltern sorgen.
    Die Deutsche „Rentenmentalität“ hat nicht nur abgesichert, sondern auch gleichgültig gegenüber dem Leben der Kinder gemacht…

    Das man mit „gar keiner Tätigkeit“ unglücklich sein würde oder müsste halt Ich für Unsinn. Das ist der Versuch schlichter Menschen sich von so einem Leben zu dinstanzieren.
    Auch heraus aus einer kranken „Lebensrecht durch Arbeit“-Einstellung.

    de.sci.psychologie.narkive.com/qq3LHJUN/die-macht-des-wortes-faul

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
    Die wichtigsten Einträge:

    Frage:
    Der Faulheit bezichtigt zu werden ist für viele erwachsene Menschen in
    Deutschland eine der schlimmsten Beleidigungen.
    Bezichtigt man einen Erwachsenen der Faulheit, kann man sehr starke
    Emotionen hervorrufen. Viel stärkere als z. B. mit den Beleidigungen
    „Dieb“, „Mörder“, „A…loch“ usw. Woran liegt das? Die so
    „herausgeforderte“ Person versucht meist sofort einen Gegenbeweis zu
    erbringen, sei es durch Rechtfertigung oder demonstrativen „Fleiß“.
    ———————————————————————-
    Antwort:

    das ist eine soziologische angelegenheit, wuerd ich meinen.
    der sprichwoertliche „preussische“ fleiss hat sich seit dem 19. Jhdt sehr
    tief in die deutsche psyche festgesetzt.
    fleiss und disziplin ist eine der etiketten, die deutschland von anderen
    laendern gerne angehaengt bekommt, wenn man sie danach fragt, welche
    charaktika man den deutschen zuschreiben koennte.

    nicht fleissig zu sein, widerspricht einfach der gesellschaftlich
    geforderten norm.
    deshalb ist z.b. das prinzip des „sozialschmarotzers“ gerade in deutschland
    auch so ein rotes tuch.

    der sinn des lebens ist arbeiten, so viel wie moeglich, sich einreihen in
    die massen der angestellten und fabrikarbeiter. das ist die einzige
    respektvolle beschaeftigung in deutschland. niemand geniesst mehr respekt,
    als der 12-stunden arbeiter am fliessband oder der krankenhaus-doktor, der
    sich selbst keine auszeit goennt.
    man schaemt sich beinahe, urlaub zu beantragen oder gar nach ausgleich fuer
    ueberstunden zu fragen.

    als jugendlicher habe ich gerne meine zeit nach der schule auf dem
    basketball-platz verbracht, was mein vater als nutzloses, unproduktives
    „rumhaengen“ verurteilte. ich haette doch meine zeit „besser nutzen“
    koennen und er koenne es kaum erwarten, dass mein „lotter-leben“ bald ein
    ende haben wuerde, wenn ich in die erwachsenen-welt eintrete, also arbeite.

    speziell die kriegs- und nachkriegs-generationen koennen sich meist nur
    schwer vorstellen, dass man mit koerperlich wenig anstrengender arbeit
    (akademiker, autoren, philosophen etc) ehrbares geld verdienen kann.
    solche menschen werden oft mit missvertrauen beaeugt und man goennt ihnen
    ihren finanziellen erfolg (wenn sie den haben) meist nicht wirklich.

    einen vergleich zu anderen laendern, kann ich an dieser stelle leider nicht
    fuehren. vielleicht hat da jemand beispiele.

    gruss,
    -patrick-

    —————————————————————————-
    Antwort auf die Antwort:

    „Schlimm an der ganzen Sache ist aber der sinnlose Aktionismus und die ganze
    Heuchelei um das Thema Arbeit.
    Arbeit muss SICHTBAR sein! Ganz wichtig! Sonst ist sie keine Arbeit.
    Wer wirklich arbeitet muss griesgrämig dreinschauen. Er muss ständig seufzen
    und ächzen, damit auch jeder merkt wie er sich kaputtschuftet. Natürlich
    sehen das Kinder ständig und bekommen so gar keinen Bock auf seufzende und
    ächzende Arbeit.
    Treffen die Leute einen alten Bekannte auf der Straße, dann tun sie hektisch
    und beschäftigt, auch wenn wirklich nichts zu tun ist. Nur nicht zugeben,
    dass man Zeit übrig hat.“

    —————————————————————————-
    Etwas weiter ein Teil einer Antwort:
    „Hi Patrik
    es ist tasächlich kulturell bedingt.
    In Spanien etwa heisst es sprichwörtlich: Nur Dummköpfe arbeiten.
    „Gute Berufe“ sind übrigens in den meisten Ländern white collar jobs.
    Dreck unter den Fingernägeln heisst meist, nicht klug genug gewesen zu
    sein, ins Gymnasium und auf die Hochschule zu gehen. Gleich Minuspunkte
    bei potentiellen Partnerinnen. Gleich weniger Status und Respekt seitens
    der andern Männer.“

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

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