Welche Strategien zum Investieren verfolge ich derzeit?

Mittlerweile beschäftige ich mich seit dem Jahr 2005 ernsthaft mit der Börse und habe dort bereits etliche Investmentinstrumente ausprobiert. Aus den gemachten Erfahrungen kristallisierte sich ein gewisses Vorgehen heraus, welches ich heute für meine Investments nutze.

Daher bekomme ich immer mal wieder die Frage gestellt, wie ich mein Vermögens-Portfolio überhaupt aufgestellt habe. Also, welche Investmentstrategien verfolge ich oder welche Anlageklassen nutze ich oder betreibe ich auch Trading, also kürzerfristigen Handel?

Auf alle diese Fragen erfährst du jetzt in diesem Artikel Antworten.

Gleich vorweg meine Erfahrung, dass es nicht die einzig wahre oder richtige Investment-Strategie gibt. Es gibt dutzende Möglichkeiten mit Hilfe des Kapitalmarktes Geld zu verdienen und jeder muss die für sich selbst passende Variante finden. Das hängt nicht nur vom Wissen oder vom verfügbaren Kapital ab, sondern auch von der eigenen mentalen Verfassung.

Kommen wir damit auch gleich zur ersten Investmentstrategien, die ich derzeit nutze.

Im Mittelpunkt steht das langfristige Investieren

Der weitaus größte Anteil meines Kapitals ist langfristig investiert, um Vermögen aufzubauen und vor allem auch einen wiederkehrenden Ertrag aus Zinsen und Dividenden zu erhalten. Aber selbst hier gibt es noch Unterschiede, auf die ich jetzt zu sprechen komme.

Langfristiger Zeithorizont – Investieren

Mein Kernportfolio besteht aus regionalen und globalen Aktien-ETF und  Anleihen-ETF, die sowohl die traditionellen Industriestaaten als auch die Schwellenländer abdecken. Bei den Anleihen-ETF greife ich auf solche mit Investmentgrade zurück, die also laut den Rating-Agenturen eine gute Bonität aufweisen.

Zum Thema Aktien-ETF empfehle ich den Artikel Aktien-ETF aus aller Welt. Wenn du mehr zu Anleihen erfahren möchtest, dann schau gerne in den Artikel und seinen Verlinkungen: Sollte man derzeit überhaupt in Anleihen investieren?

Zwei typische Repräsentanten für globale Aktien und Anleihen mit Investmentgrade findest du im Artikel: Ein solides Depot der Geldanlage bis zum Lebensende.

Zusätzlich greife ich hier auf ausgewählte Qualitätsaktien zurück, bei denen ich ebenfalls die Absicht habe, diese langfristig zu halten. Beispiele für Qualitätsaktien sind unter anderem Microsoft und LVMH.

Das Ziel dieser ersten Investmentstrategie mit Standard-ETF ist der langfristige Vermögensaufbau und der Bezug von regelmäßigen Einkünften in Form von Zinsen, Dividenden und indirekt auch von Mieteinnahmen über Immobilienaktien.

Der Zeitaufwand ist gering. Bei ETF führe ich einmal bis zweimal jährlich ein Rebalancing durch, die Fundamentaldaten von Aktien werden von mir monatlich überprüft.

Welche Investmentstrategien verfolge ich derzeit auf dem YouTube-Kanal von Passiver Geldfluss

Mittelfristiger Zeithorizont – Investieren

Die zweite Investmentstrategie ist das Investieren in Aktien-ETF mit hoher Dividendenausschüttung und High Yield-Anleihen-ETF, die ebenfalls den globalen Markt abdecken. Hier steht eine hohe Ertragsausschüttung im Fokus und der Vermögensaufbau steht weniger im Mittelpunkt. Im Standardfall wird hier eine Ertragsrendite von 5 bis 8% erzielt, teilweise auch noch etwas darüber. Mehr zu derartigen Investments erfährst du im Artikel: Meine Erfahrung mit High Yield Investments nach über sechs Jahren

Zusätzlich habe ich einige Aktien im Depot, die eine zuverlässig hohe und stabile Dividendenzahlung bieten können. Beispiele sind hier AT&T, einige REITs und MLP-Aktien.

Auch hier ist der Zeitaufwand insgesamt gering, bei einzelnen Aktien höher als bei ETF.

Kurz- bis mittelfristiger Zeithorizont – Positionstrading

Die dritte Investmentstrategie ist eher für den kurzfristigen Zeithorizont angedacht. Hier spüre ich vorhandene Trends von Aktien, Devisen und Rohstoffen auf und folge dem Trend. Grundlage dafür sind Charts auf Tages-Basis mit Abgleich des übergeordneten Trends auf Wochen-Basis.

Zusätzlich bin ich auf der Suche nach Trendausbrüchen und Umkehrformationen, bei denen ein Trend dreht.

Als Investmentinstrumente kommen neben Aktien auch Derivate zum Einsatz, wie CFD oder Optionsscheine, mit denen sowohl eine Position in steigenden als auch in fallenden Märkten möglich ist.
Ziel dieses sogenannten Positionstrading ist der kurzfristige Kurs-Gewinn innerhalb mehrerer Tage und Wochen, in Einzelfällen auch mal ein oder zwei Jahre.

Im Gegensatz zum langfristigen Investieren, lassen sich hier selbst in wirtschaftlich schwachen Zeiten mit einem Bärenmarkt bei Aktien gute Gewinne erzielen. Positionstrading bietet daher eine gute Portion Unabhängigkeit von der wirtschaftlichen und politischen Großwetterlage.

Der Zeitaufwand ist höher als beim langfristigen Investieren, allerdings im Vergleich zum Daytrading noch überschaubar. Meistens reicht bei mir eine Durchsicht am Morgen und am Abend aus, um eine Entscheidung zu treffen, eine Position einzugehen oder aufzulösen.

Hier ist ein strenges Regelwerk lebensnotwendig und eiserne Disziplin wichtig, um sich an solch ein Regelwerk zu halten. Denn sonst beseht die Gefahr, dass hohe Verluste entstehen und bei einigen Instrumenten droht sogar die Nachschusspflicht, wenn man hier undiszipliniert herangeht. Auf dieser Seite erfährst du mehr zum Positionstrading.

Die psychische Belastung beim Positionstrading ist oft höher als beim langfristigen Investieren. Hier hilft es sehr sich selbst gut zu kennen und an solchen Tagen, an denen du dich nicht gut fühlst, ist es besser keine wichtigen Investment-Entscheidungen zu treffen.

Aktuelle Verteilung meiner drei Investmentstrategien

Den aktuell größten Anteil weisen mit knapp 50% noch High Yield – Investments auf (violett), wobei ich bereits seit einiger Zeit Kapital von High Yield-Investments in Standard-ETF und Qualitätsaktien (grün) transferiere. Daher werden diese bald auch den größten Anteil meine Portfolios ausmachen.

Strategien zum Investieren - Aufteilung meiner Investment-Strategien

Aufteilung der vorgestellten Investment-Strategien. Das längerfristige Investieren nimmt den größten Anteil meines Portfolios ein.

Der Anteil des Positionstrading (rot) ist mit etwas über 10% relativ hoch. Der Hintergrund ist, dass ich dies im kleinen Stil bereits eine Weile betreibe und festgestellt habe, dass auf diese Weise mehr Geld zu mir fließt als verloren geht.

Für einen Einsteiger rate ich nur zu einem Anteil von unter 5%, eher im Bereich 1 bis 2%, weil die Risiken, Geld zu verlieren ziemlich hoch sind.

Welche Ziele verfolge ich mit diesem Investmentstrategien?

  • Regelmäßiger Ertrag (passives Einkommen)
  • Langfristiger Vermögensaufbau
  • Zusätzliche Gewinnchancen in jeglichen Marktsituationen

Wie du selbst mit relativ geringen Ersparnissen systematisch Vermögen aufbauen und dir ein regelmäßiges passives Einkommen erschaffen kannst, erfährst du ausführlich in der Passiver Geldfluss Academy.

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3 Antworten

  1. Jan sagt:

    Hi, guter Artikel. Wie sieht die Begründung dafür aus, dass du weg von High-Yield zu mehr ETF gehen willst?
    Viele Grüße

    • LarsHattwig sagt:

      Es gibt einige High Yield-Investments, die ganz gut performen, allerdings liegen die meisten in der Gesamtperformance doch hinter Standard-ETF und Qualitätsaktien zurück. Die schwächeren High Yielder reduziere ich.

  2. Dirk sagt:

    Hallo Lars,
    die Reduktion von High-Yield-Investments kann ich nachvollziehen, ich habe mich in den letzten Monaten auch von drei ETFs vollständig getrennt, die ich jahrelang hielt: DEKA DaxPlus Maximum Dividend, Global X und Global X U.S.
    Anfangs erschien mir die fürstliche, teils monatliche Ausschüttung hochattraktiv. Mit den Jahren musste ich jedoch einsehen, dass die Gesamtperformance deutlich hinterherhinkt. Was nutzt mir langfristig die schönste Ausschüttung, wenn das zugrundeliegende Investment stetig an Wert verliert?
    Interessanter finde ich da ETFs mit aktuell niedrigerer Ausschüttung, jedoch mit eingebautem Qualitätsfilter – Dividendenaristokraten etc.
    Viele Grüße und robuste Portfolien!
    Dirk

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